Diplomarbeit, 2011
81 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Wesentliche Bestandteile des Richtlinienvorschlags
2.1. Allgemeine Grundsätze
2.1.1. Anwendungsbereich
2.1.2. Gewinnermittlung und Konsolidierung
2.1.3. Aufteilung mittels einheitlicher Zerlegungsformel
2.2. Spezielle Bestimmungen
2.2.1. Ein- und Austritt aus der Gruppe
2.2.2. Umstrukturierungen
2.2.3. Vorschriften in Bezug zu Drittstaaten
3. Gewinn- und Investitionsverlagerung
3.1. Wegfall traditioneller Gestaltungsmöglichkeiten
3.2. Buchgewinnverlagerung
3.2.1. Beeinflussung der Zerlegungsformel
3.2.2. Transaktionen mit Nicht-Gruppenmitgliedern
3.3. Funktionsverlagerungen
3.4. Zwischenergebnis
4. Steuerplanung durch Umstrukturierungen
4.1. Optionen im Rahmen des Share Deals
4.1.1. Innerhalb und zwischen Gruppen
4.1.2. In Beziehung mit Nicht-Gruppenmitgliedern
4.2. Übertragung stiller Reserven
4.2.1. Asset Deal
4.2.2. Wegzugsbesteuerung
4.3. Zwischenergebnis
5. Gestaltungsansätze im Verhältnis zu Drittstaaten
5.1. Nicht-GKKB-Mitgliedsstaaten als besondere Drittstaaten
5.2. Einfluss bilateraler Regelungen
5.3. Outbound-Investitionen
5.3.1. Errichtung einer Betriebsstätte
5.3.2. Gründung einer Tochterkapitalgesellschaft
5.3.2.1. Finanzierung mittels Eigenkapital
5.3.2.2. Finanzierung mittels Fremdkapital
5.4. Inbound-Investitionen
5.5. Zwischenergebnis
6. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die steuerplanerischen Möglichkeiten multinationaler Unternehmen. Ziel ist es zu untersuchen, ob die GKKB die steuerlichen Anreize zur Gewinn- und Investitionsverlagerung reduziert oder ob sie durch ihre Ausgestaltung neue Gestaltungsspielräume eröffnet.
3.2.1. Beeinflussung der Zerlegungsformel
Die Aufteilung des Gewinns erfolgt mittels indirekter Methode anhand einer Zerlegungsformel. Der zu versteuernde Gewinn pi in Mitgliedsstaat i wird durch das Verhältnis der einfließenden Faktoren Umsatz (Si), Arbeit (Li) und Vermögen (Pi) zum jeweiligen Gesamtwert der Gruppe (S, L, P) multipliziert mit den gewichteten Faktoren aiS, aiL und aiP und der gemeinsamen konsolidierten Bemessungsgrundlage (pi) bestimmt52: pi = (aiS * Si/S + aiL * Li/L + aiP * Pi/P) * pi.
Es gilt die Nebenbedingung, dass aiS + aiL + aiP = 1.
Der Grenzsteuersatz ti einer Unternehmung im Mitgliedsstaat i, die dem nationalen Steuersatz ti unterliegt, ergibt sich aus: ti = (aiS * Si/S + aiL * Li/L + aiP * Pi/P) * ti.
Der marginale Steuersatz t einer Gruppe ist somit die Summe aller ti, in dessen Ländern die Gruppe einer Besteuerung unterliegt53: t = sum(ti * aiS * Si/S) + sum(ti * aiL * Li/L) + sum(ti * aiP * Pi/P).
Dadurch wirkt die Steuerbelastung der Unternehmung wie eine jeweils separate Steuer auf die einbezogenen Faktoren Umsatz, Arbeit und Vermögen.54
Folglich lässt sich der Nachsteuergewinn einer Unternehmung indirekt durch eine optimale Verteilung der drei Faktoren auf alle Gruppenmitglieder erhöhen, da weiterhin unterschiedliche, nationale Körperschaftsteuersätze existieren. Entscheidungen in Bezug auf Produktion, Beschäftigung und Absatz werden nicht steuerneutral getroffen.55
Eine Minder- oder Doppelbesteuerung wird durch die Anwendung einer identischen Gewinnermittlung und einheitlicher Formel in allen Mitgliedsstaaten verhindert.56 Dies führt dazu, dass die Mitgliedsstaaten nicht einem zusätzlichen Steuerwettbewerb ausgesetzt sind, der durch Veränderungen bei der Gewinnermittlung oder der Formel entsteht, in dem ein Mitgliedsstaat bspw. den Umsatz stärker gewichtet und infolgedessen die inländischen Produktionsstätten besser stellt.57
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die aktuelle Bestrebung der EU zur Harmonisierung der direkten Steuern durch den Richtlinienvorschlag einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) im Kontext der anhaltenden Schuldenkrise.
2. Wesentliche Bestandteile des Richtlinienvorschlags: Dieses Kapitel erläutert die Anwendungsbereiche, Gewinnermittlungsregeln, Konsolidierungsprinzipien und die Aufteilung der Bemessungsgrundlage mittels Zerlegungsformel.
3. Gewinn- und Investitionsverlagerung: Es wird analysiert, wie die indirekte Methode mittels Formelzerlegung traditionelle Gewinnverlagerungen beeinflusst und welche neuen Anreize für Unternehmen durch die gewichteten Faktoren entstehen.
4. Steuerplanung durch Umstrukturierungen: Der Fokus liegt auf der steuerlichen Vorteilhaftigkeit von Share und Asset Deals unter Berücksichtigung von stillen Reserven und Missbrauchsvorschriften.
5. Gestaltungsansätze im Verhältnis zu Drittstaaten: Das Kapitel beleuchtet die steuerplanerischen Herausforderungen und Möglichkeiten beim Agieren in Staaten außerhalb des GKKB-Raums sowie den Einfluss bilateraler Abkommen.
6. Thesenförmige Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit in prägnanten Thesen zusammengeführt, die die steuerplanerische Relevanz und die Grenzen der GKKB hervorheben.
GKKB, gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage, Formelzerlegung, Konzernbesteuerung, Steuerplanung, Gewinnverlagerung, Umstrukturierung, Share Deal, Asset Deal, Drittstaaten, Steuerwettbewerb, Quellenprinzip, Bemessungsgrundlage, EU-Recht, Betriebsstätte.
Die Arbeit untersucht den Richtlinienvorschlag der EU zur Einführung einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB) und analysiert dessen Auswirkungen auf die Steuerplanung multinationaler Unternehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise der Formelzerlegung, der Bewertung steuerneutraler Umstrukturierungen sowie der Behandlung von Investitionen in und aus Drittstaaten.
Es soll geklärt werden, inwieweit die GKKB dazu geeignet ist, schädliche Steuerplanung zu unterbinden oder ob durch die gewählte Ausgestaltung neue Anreize für steuerlich motivierte Standortentscheidungen geschaffen werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten steuerplanerischen Analyse unter Berücksichtigung ökonomischer Faktoren und des geltenden sowie geplanten europäischen Steuerrechts.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der GKKB-Mechanismen, die Auswirkungen auf Umstrukturierungen mittels Share- und Asset-Deals sowie die Auswirkungen auf Investitionen in Drittstaaten.
Wesentliche Begriffe sind GKKB, Formelzerlegung, Gewinnverlagerung, Steuerplanung, Umstrukturierung, Drittstaaten und EU-Konzernbesteuerung.
Diese Faktoren dienen als Indikatoren, um den erwirtschafteten Konzerngewinn auf die einzelnen Mitgliedsstaaten zu verteilen. Unternehmen können versuchen, ihre Steuerlast durch gezielte Standortentscheidungen bezüglich dieser Faktoren zu beeinflussen.
Da die GKKB zwar die Bemessungsgrundlage harmonisiert, aber die nationalen Steuersätze bestehen bleiben, können Unternehmen weiterhin von Steuersatzunterschieden profitieren, indem sie reale Tätigkeiten in niedrig besteuerte Staaten verlagern.
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