Bachelorarbeit, 2011
41 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Groteske
2.1 Erwartung und Enttäuschung
2.2 Komik und Grauen
2.3 Normalität, Wahnsinn und das Hässliche
3 Das Groteske in „Die Blendung“
3.1 Figuren
3.1.1 Peter Kien
3.1.2 Georg Kien
3.1.3 Therese Krumbholz
3.1.4 Benetikt Pfaff
3.1.5 Siegfried Fischerle
3.1.6 Weitere Figuren
3.2 Groteske der Handlung
3.3 Bezeichnungen, Namen und Erzählsprache
4 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Groteske in Elias Canettis Roman „Die Blendung“. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen grotesken Mittel des Romans zu identifizieren, ihren Einfluss aufeinander zu verdeutlichen und wissenschaftlich zu begründen, warum das Werk als „grotesk“ zu klassifizieren ist.
3.1.1 Peter Kien
Peter Kien ist ein etwa vierzig Jahre alter Wissenschaftler bürgerlicher Abstammung, der eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus bezieht. Er verfasste unzählige Aufsätze und Beiträge in Fachzeitschriften und gilt unter seinen Kollegen er als der ‚erste und größte Sinologe‘ seiner Zeit. Er ist überdurchschnittlich intelligent und spricht über ein Dutzend östliche und einige westliche Sprachen.
Keine menschliche Literatur war ihm fremd. In Zitaten dachte er, in wohlüberlegten Absätzen schrieb er.
Kien selbst ist sich seines eigenen beruflichen Erfolges und seiner Intelligenz durchaus bewusst. So vermacht er beispielsweise sein Gehirn im Falle seines Todes einem Institut für Hirnforschung und begründet dies mit dem
Vorteil, den es brächte, sein wahrhaft phänomenales Gedächtnis durch eine besondere Struktur, vielleicht doch auch ein größeres Gewicht seines Hirns zu erklären.
Die eigene Vorstellung und das stetige Loben und Preisen seines ‚großen Verstandes‘ – er selbst bezeichnet sich als Genie – stehen im extremen Gegensatz zu seinem Widerstreben, jedweden wissenschaftlichen Erfolg zu feiern, oder sich gar selbst rühmen zu lassen. Nie besucht er die Tagungen seiner Kollegen, zu denen er stets als Ehrengast geladen ist. Stattdessen verfasst er die von ihm angekündigten Vorträge und sagt schließlich in letzter Minute ab, um seine Schriften von jemand anderem lesen zu lassen. Das geschieht nicht ausschließlich, um die in seinen Augen ablenkenden finanziellen und gesellschaftlichen Vorteile einer Bekanntheit zu umgehen, sondern vielmehr um die Ablenkung zu vermeiden, die ein ‚weltliches Leben‘ in seinen Augen hat. Er lebt somit in extremer Askese, einem tugendhaften Streben Abseits von Störungen durch die Außenwelt. In seinem später von Wahnsinn gezeichneten ‚Höhlendasein‘ „führt [er] ein von der Gesellschaft unabhängiges Leben, er lebt frei von jeder zwingenden Norm.“
1 Einleitung: Diese Einleitung benennt die Problemstellung der Arbeit, welche in der Definition des Grotesken und der spezifischen Anwendung auf Canettis Roman „Die Blendung“ besteht, und erläutert die dreiteilige Vorgehensweise der Untersuchung.
2 Groteske: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Herleitung des Begriffs „Groteske“ und beleuchtet zentrale Aspekte wie Erwartungshorizont, das Verhältnis von Komik und Grauen sowie die Kategorien Normalität und Wahnsinn.
3 Das Groteske in „Die Blendung“: In diesem Hauptteil wird das Groteske anhand der Romanfiguren, der Handlungsabläufe sowie der sprachlichen Gestaltung des Romans detailliert analysiert und auf die theoretischen Grundlagen bezogen.
3.1 Figuren: Dieser Abschnitt untersucht die Hauptfigur Peter Kien sowie die Nebenfiguren Georg Kien, Therese Krumbholz, Benedikt Pfaff, Siegfried Fischerle und weitere Randfiguren auf ihre grotesken Charakteristika.
3.2 Groteske der Handlung: Hier werden zentrale Szenen und Traumsequenzen analysiert, um die Vermischung von Wahnsinn und Realität sowie das Zusammenspiel von Handlungselementen als groteskes Mittel aufzuzeigen.
3.3 Bezeichnungen, Namen und Erzählsprache: Dieses Kapitel betrachtet die sprachliche Ebene des Romans, inklusive der Bedeutung von Namen, der Figurensprache und der Erzählperspektive als Träger der grotesken Wirkung.
4 Schlussbetrachtung: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die untrennbare Verbindung von Figur, Handlung und Sprache für die groteske Qualität des untersuchten Werkes.
Elias Canetti, Die Blendung, Groteske, Literaturwissenschaft, Heterogenität, Wahnsinn, Komik, Grauen, Peter Kien, Figurenkonstellation, Erzählsprache, Verfremdung, Bibliomanie, Romananalyse, Weltflucht.
Die Arbeit untersucht das literarische Konzept des Grotesken und dessen spezifische Anwendung und Ausgestaltung in Elias Canettis Roman „Die Blendung“.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Definition des Grotesken, der detaillierten Analyse der Romanfiguren, der Untersuchung der grotesken Handlungsstrukturen sowie der sprachlichen Ebene des Werks.
Ziel ist es, die grotesken Mittel im Roman zu identifizieren, deren Zusammenspiel zu analysieren und zu begründen, warum man Canettis Roman als ein „groteskes Werk“ bezeichnen muss.
Die Autorin stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Definitionen (u.a. von Kayser und Pietzcker) mit einer textnahen Untersuchung von Charakteren, Handlung und Sprache kombiniert.
Der Hauptteil ist in drei Abschnitte unterteilt: die Untersuchung grotesker Figureneigenschaften, die Analyse grotesker Handlungsstränge sowie eine sprachwissenschaftliche Betrachtung von Erzählsprache und Bezeichnungen.
Wichtige Begriffe sind Elias Canetti, Die Blendung, Groteske, Heterogenität, Wahnsinn, Komik, Grauen und Verfremdung.
Kien vereint extreme Gegensätze: Er ist ein intellektuelles Genie und zugleich ein in der Realität handlungsunfähiger „Bibliomane“. Sein Leben in der Askese und sein späterer Abstieg in den Wahnsinn bilden eine für das Groteske bezeichnende Heterogenität.
Die Namen und Bezeichnungen – wie beispielsweise „Der gute Vater“ für den gewalttätigen Pfaff oder „Der Ideale Himmel“ für ein verruchtes Lokal – erzeugen eine ironische Diskrepanz zwischen Erwartung und Wirklichkeit, die den Rezipienten verwirrt und verfremdet.
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