Diplomarbeit, 2010
85 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
1.1 Ausgangslage
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 NONPROFIT-ORGANISATIONEN
2.1 Definition des Nonprofit-Sektors
2.2 Definition und Merkmale der Nonprofit-Organisation
2.2.1 Ökonomisch-finanzielle Definition
2.2.2 Legaldefinition
2.2.3 Funktionale Definition
2.2.4 Strukturell-operationale Definition
2.3 Typologien von Nonprofit-Organisationen
2.3.1 Morphologische Matrix von Burla
2.3.2 Das Freiburger Modell für NPOs nach Schwarz
2.3.3 International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO)
3 FREIWILLIGES ENGAGEMENT – DAS EHRENAMT
3.1 Definition und Merkmale des Ehrenamts
3.2 Motivation zum Ehrenamt
3.2.1 Motive – Grundlagen
3.2.2 Intrinsische und extrinsische Motive
3.2.3 Motive zur ehrenamtlichen Mitarbeit
3.2.3.1 Altruistische Motive
3.2.3.2 Egoistische Motive
3.3 Relevanz ehrenamtlicher Tätigkeit in Österreich
3.3.1 Anzahl der Ehrenamtlichen in Österreich
3.3.2 Volumen ehrenamtlicher Arbeit in Österreich
3.3.3 Soziodemografische Fakten zum Ehrenamt
3.3.4 Entwicklung und Trends des freiwilligen Engagements
4 MITARBEITERSTEUERUNG
4.1 Grundlage – Principal Agent Theory
4.1.1 Opportunistisches Verhalten
4.1.2 Zielkonflikte zwischen Principal und Agent
4.1.3 Informationsasymmetrien zwischen Principal und Agent
4.1.4 Agency Costs
4.2 Lösungsmechanismen der Principal Agent Theory
4.2.1 Kontroll- und Informationssysteme
4.2.2 Anreizsysteme
4.2.2.1 Definition
4.2.2.2 Funktionen von Anreizsystemen
4.2.2.3 Komponenten von Anreizsystemen
4.2.2.4 Klassifizierung von Anreizen
4.3 Kritik an der Principal Agent Theory
5 MITARBEITERSTEUERUNG VON EHRENAMTLICHEN BESCHÄFTIGTEN IN NONPROFIT-ORGANISATIONEN
5.1 Übertragbarkeit der Agency Theory auf Nonprofit-Organisationen und die Arbeit mit Ehrenamtlichen
5.1.1 Untersuchung der Grundannahmen der Principal-Agent-Probleme
5.1.1.1 Opportunistisches Verhalten
5.1.1.2 Zielkonflikte zwischen Principal und Agent
5.1.1.3 Informationsasymmetrien zwischen Principal und Agent
5.1.1.4 Agency Costs
5.1.2 Besonderheiten in der Steuerung von Ehrenamtlichen
5.1.2.1 Anreizsysteme
5.1.2.2 Kontroll- und Informationssysteme
5.2 Anwendbarkeit von Anreizsystemen in der Arbeit mit Ehrenamtlichen
5.2.1 Problem der Leistungsdefinition, -messung und -evaluierung
5.2.2 Anreizsysteme
5.2.2.1 Intrinsische Anreize
5.2.2.2 Extrinsische Anreize
5.2.2.3 Korrumpierungseffekt
5.2.2.4 Zusammenfassung
5.3 Grenzen der Mitarbeitersteuerung von Ehrenamtlichen in NPOs
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Anwendung von Anreizen als Instrument zur Steuerung ehrenamtlicher Mitarbeiter in Nonprofit-Organisationen zu untersuchen, um geeignete, nicht-monetäre Steuerungselemente abzuleiten und deren Anwendbarkeit kritisch zu hinterfragen.
4.1.1 Opportunistisches Verhalten
In der Principal Agent Theory wird sowohl dem Principal als auch dem Agent ein opportunistisches Verhalten unterstellt. Beide Seiten müssen von der Möglichkeit ausgehen, dass sich die jeweils andere Partei zu einem Verhalten entschließt, das für sie selbst vorteilhaft ist und für die andere nachteilig sein kann. Die Möglichkeit des opportunistischen Verhaltens einer Person in einer Arbeitsbeziehung kann aus einem „komplexen Menschenbild“ abgeleitet werden. In dieser Charakterisierung besitzt jeder Mitarbeiter eine spezifische Bedürfnisstruktur, aus der seine individuellen persönlichen Ziele resultieren. „Das Streben des Mitarbeiters nach Befriedigung dieser Bedürfnisse begründet seine Organisationsteilnahme und somit sein Streben nach Eigennutz“.
Das unterstellte opportunistische Verhalten der Vertragsparteien in einer Arbeitsbeziehung bildet somit die wichtigste Grundannahme für die Principal Agent Theory.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Rolle von Nonprofit-Organisationen und die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit, sowie Herleitung der Forschungsfrage zur Mitarbeitersteuerung.
2 NONPROFIT-ORGANISATIONEN: Definition, Merkmale und Typologien des Nonprofit-Sektors als Grundlage für das Verständnis der Organisationsform.
3 FREIWILLIGES ENGAGEMENT – DAS EHRENAMT: Analyse der Begrifflichkeit des Ehrenamts, der Motivationsstrukturen von Ehrenamtlichen sowie deren gesellschaftliche Relevanz in Österreich.
4 MITARBEITERSTEUERUNG: Darstellung der theoretischen Grundlagen durch die Principal Agent Theory und deren Instrumente zur Lösung von Interessenkonflikten und Informationsasymmetrien.
5 MITARBEITERSTEUERUNG VON EHRENAMTLICHEN BESCHÄFTIGTEN IN NONPROFIT-ORGANISATIONEN: Zusammenführung der theoretischen Konzepte auf den Nonprofit-Sektor, Untersuchung der Anwendbarkeit von Anreiz- und Kontrollsystemen bei Ehrenamtlichen sowie Erörterung von Grenzen der Steuerung.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Resümee der Arbeit und Identifikation des empirischen Forschungsbedarfs hinsichtlich der Professionalisierung des Managements in Nonprofit-Organisationen.
Nonprofit-Organisation, Ehrenamt, Mitarbeitersteuerung, Principal Agent Theory, Anreizsysteme, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Korrumpierungseffekt, freiwilliges Engagement, Freiwilligensektor, Leistungssteuerung, soziale Motivation, Management von NPOs, Informationsasymmetrie.
Die Arbeit untersucht, wie Nonprofit-Organisationen ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter durch gezielte Anreizsysteme erfolgreich steuern können, obwohl klassische materielle Anreize meist nicht anwendbar sind.
Die Kernthemen umfassen die Definition von Nonprofit-Organisationen, die Motivation für das Ehrenamt, die Principal Agent Theory sowie die praktische Gestaltung von Anreiz- und Kontrollsystemen im Nonprofit-Sektor.
Das Ziel ist die Ableitung geeigneter nicht-finanzieller Anreize, um eine erfolgreiche Mitarbeitersteuerung zu gewährleisten und die Interessen der Ehrenamtlichen mit den Organisationszielen in Einklang zu bringen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung auf Basis der Principal Agent Theory und ergänzt diese durch eine Literaturanalyse, um die Übertragbarkeit ökonomischer Steuerungsmodelle auf das spezifische Nonprofit-Setting zu prüfen.
Der Hauptteil befasst sich mit der kritischen Überprüfung der Agency Theory, der Analyse von Motivationsfaktoren für Ehrenamtliche und der Entwicklung maßgeschneiderter immaterieller Anreizstrategien.
Wichtige Begriffe sind Nonprofit-Organisation, Ehrenamt, Mitarbeitersteuerung, Principal Agent Theory, intrinsische Motivation sowie Anreizsysteme.
Der wesentliche Unterschied liegt im Fehlen materieller Anreize, was eine stärkere Fokussierung auf intrinsische Motive und eine individuelle Gestaltung von immateriellen Anreizen sowie eine soziale Kontrollform (Clan-Mechanismen) erforderlich macht.
Der Korrumpierungseffekt beschreibt das Risiko, dass externe, insbesondere materielle Anreize eine bestehende intrinsische Motivation von Ehrenamtlichen verdrängen oder untergraben können, was bei der Implementierung von Anreizsystemen zwingend beachtet werden muss.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der Schwierigkeit der Messbarkeit von „soft outcomes“ eine effiziente betriebswirtschaftliche Performance-Messung oft nicht möglich ist und stattdessen die Identifikation mit der Organisation und soziale Bindungen als Steuerungshebel dienen sollten.
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