Magisterarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Unmittelbares Umfeld des Höhlengleichnisses
2.1 Das Sonnengleichnis (Pol. 507b-509b)
2.2 Das Liniengleichnis (Pol. 509c-511e)
3. Das Höhlengleichnis selbst als Gleichnis der Bildung
3.1 Phase I: Die Beschreibung der Gefangenen und deren Lage
3.2 Phase II: Die Entfesselung
3.3 Phase III: Das Hinaufsteigen zum Höhlenausgang
3.4 Phase IV: Der Anblick des Lichtes
3.4.1 Die vier Stufen der Erkenntnis und des Seins
3.4.2 Die Idee des Guten im Höhlengleichnis
3.5 Phase V: Der Abstieg und die Rückkehr in die Höhle
4. Paideia als Bildung und Erziehung
4.1 Platons Auffassung der Paideia
4.1.1 Paideia als Umlenkung der Seele
4.1.2 Die Höhle als Raum der sophistischen Paideia - Platons Kritik
4.2 Die Ausbildung des Philosophenherrschers
4.2.1 Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Harmonielehre (Pol. 522b-531c)
4.2.2 Dialektik (Pol. 531d-534c)
4.2.3 Der Ausbildungsgang der Herrscher (535a-514b)
5. Schlussteil
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Platons Höhlengleichnis die zugrunde liegende Bildungskonzeption, um zu analysieren, wie sich Erkenntnis in einem Bildungsprozess vollzieht und welche pädagogische Rolle dabei der Auf- und Abstieg des Menschen spielt.
3.2 Phase II: Die Entfesselung
Wenn nun einer der Gefangenen von seinen Fesseln losgelöst würde und gezwungen würde, sogleich aufzustehen, den Kopf herumzudrehen und gegen das Licht zu sehen, welches zunächst das Licht des Feuers ist, so beschreibt Sokrates weiter, würden die neuen Sichtverhältnisse dem Entfesselten Schmerzen zuführen, seine Wahrnehmung erschweren und er würde irritiert sein, denn er vermag nach dieser ‚Blendung‘ nicht jene Dinge zu erkennen, wovon er vorher nur die Schatten sah (vgl. Pol. 515c-515d).
Es wird von ihm an dieser Stelle zweierlei abverlangt: Einerseits muss er sich auf die neuen Lichtverhältnisse einstellen, andererseits muss er auch geistig eine neue Perspektive einnehmen und den vertrauten Blickwinkel zugunsten eines anderen aufgeben, d.h. die Beschaffenheit der fremden, aber neuen Eindrücke für besser und wirklicher zu halten. Dies anzunehmen ist eine Zumutung und es verwirrt ihn, denn wie kann man etwas für besser und wirklicher halten, wenn man es zunächst schlechter sieht? Kauder kommentiert, dass die Verwirrung des Höhlenbewohners darauf hindeutet, dass er angefangen hat zu lernen. Auf Bildung bezogen repräsentiert sich die Verwirrung als Zumutung erst einmal in den Meinungen und dem Wissen der Individuen, worin sie sich angepasst haben (vgl. Kauder (2001:60)). An dieser Stelle beginnt im eigentlichen Sinn der Bildungsgang, denn die „Lösung von den Banden“ wird der „Heilung von dem Unverstand“ (Pol. 515c) gleichgesetzt.
1. Einleitung: Die Einleitung verortet Platons Bildungskonzept innerhalb der antiken Philosophie und Pädagogik und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.
2. Unmittelbares Umfeld des Höhlengleichnisses: Dieses Kapitel erläutert das Sonnen- und das Liniengleichnis, die für das Verständnis des Höhlengleichnisses und der platonischen Ideenlehre essenziell sind.
3. Das Höhlengleichnis selbst als Gleichnis der Bildung: Hier wird der Prozess der Befreiung und Erkenntnis in fünf Phasen analysiert, die den Weg des Menschen von der Schattenwelt zur Idee des Guten abbilden.
4. Paideia als Bildung und Erziehung: Dieser Teil beleuchtet den Begriff der Paideia als philosophische Umlenkung und grenzt sie von der sophistischen Bildungsauffassung ab, gefolgt vom Ausbildungsprogramm der Herrscher.
5. Schlussteil: Das Fazit fasst die zentralen Elemente des platonischen Bildungsverständnisses zusammen und unterstreicht dessen Bedeutung für die moderne Pädagogik.
Platon, Höhlengleichnis, Paideia, Bildung, Erkenntnis, Politeia, Idee des Guten, Philosoph, Sophisten, Seele, Dialektik, Umlenkung, Erziehung, Erkenntnistheorie, Idealstaat
Die Arbeit analysiert die Bildungskonzeption Platons anhand seines berühmten Höhlengleichnisses aus der Politeia und untersucht den philosophischen Bildungsweg vom Schatten zum Wissen.
Die zentralen Themen sind die platonische Ideenlehre, die methodische Erziehung zum Philosophenherrscher sowie die kritische Abgrenzung der philosophischen Bildung gegenüber der sophistischen Rhetorik.
Ziel ist es zu belegen, wie Erkenntnis im platonischen Bildungsprozess vollzogen wird und warum dieser Prozess als eine "Umlenkung der Seele" zu verstehen ist.
Die Autorin wählt einen philologisch-analytischen Ansatz, der sich auf eine exegetische Interpretation der platonischen Dialoge sowie auf die fachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation der Vor-Gleichnisse (Sonnen- und Liniengleichnis), die detaillierte phasenweise Analyse des Höhlengleichnisses und die Erläuterung des platonischen Ausbildungsprogramms.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Paideia, Höhlengleichnis, Dialektik, Ideenlehre und das Konzept der Seelenumlenkung definieren.
Der Wissende muss sich erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen, wird von den verbliebenen Höhlenbewohnern aufgrund seines veränderten Blickwinkels verspottet und läuft Gefahr, durch seinen Versuch, andere zu befreien, Widerstand zu ernten oder gar getötet zu werden.
Weil sie den wesentlichen Unterschied zwischen der rein empirisch-sinnlichen Wahrnehmung der Sophisten ("Schatten") und der dialektischen Vernunfterkenntnis der Philosophen (das "Gute") markiert, auf welcher das ganze platonische Staats- und Bildungsideal aufbaut.
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