Bachelorarbeit, 2011
85 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Thema und Fragestellung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Untersuchungsmethodik und –materialien
2. Grundlegende Betrachtungen
2.1 Das besondere Gut Gesundheit
2.2 Rationierung
2.3 Priorisierung
3. Das Entstehen von Knappheit an Gesundheitsgütern
3.1 Die Systemfrage
3.2 Knappheit im öffentlichen Gesundheitssystem
3.3 Die Verschärfung der Knappheitssituation
4. Ethische Grundpositionen – Was ist Gerechtigkeit
4.1 Soziale Gerechtigkeit in Zusammenhang mit Egalitarismus und Liberalismus
4.2 Gerechtigkeit – utilitaristische Gesichtspunkte
4.3 Zwischenfazit
5. Konzeptionelle Aspekte von Rationierung und Priorisierung
5.1 Ebenen der Rationierung
5.1.1 Makroebene I
5.1.2 Makroebene II
5.1.3 Mikroebene I
5.1.4 Mikroebene II
5.2 Formen der Rationierung
5.2.1 Explizite versus implizite Rationierung
5.2.2 Harte versus weiche Rationierung
5.2.3 Direkte versus indirekte Rationierung
5.2.4 Primäre und sekundäre Rationierung
5.3 Verfahrensprinzipien
5.3.1 Transparenz
5.3.2 Partizipation
5.3.3 Beachtung rechtsstaatlicher Aspekte
5.3.4 Einheitlichkeit
5.3.5 Nachvollziehbarkeit, Begründbarkeit
5.3.6 Revisionsoffenheit
5.3.7 Valide Datenbasis
6. Inhaltliche Rationierungskriterien
6.1 Bedürftigkeit
6.2 Effektivität
6.3 Kosteneffektivität - Effizienz
6.4 Lebensalter
6.5 Soziale Rolle, sozialer Wert
6.6 Selbstverschulden
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das gesundheitsökonomische und ethische Dilemma der Ressourcenknappheit im deutschen Gesundheitssystem. Ziel ist die Identifizierung von Rationierungsformen, -kriterien und Verfahrensprinzipien, die eine gerechte Allokation unter Berücksichtigung von Moral und Verfassung ermöglichen.
2.1 Das besondere Gut Gesundheit
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
Die weite Verbreitung dieses Aphorismus gibt einen deutlichen Hinweis darauf, dass Gesundheit einen bedeutsamen Stellenwert in unser aller Leben besitzt. Gesundheit gilt als ein konditional-transzendentales Gut, d.h. sie besitzt Ermöglichungscharakter und stellt damit die Voraussetzung für die Umsetzung individueller Lebensprojekte dar (vgl. Kersting 2002, S. 42). Beeinträchtigungen dieses Gutes können schnell existenzielle Ausmaße annehmen. Das Fehlen von Gesundheit als transzendentalem Gut, beispielsweise neben dem Leben, der Freiheit und der Sicherheit, stellt eine gravierende Einschränkung für das Erlangen, das Schaffen bzw. die Nutzung oder Teilhabe an privaten und öffentlichen Gütern dar (vgl. Körtner 2006, S. 53). Aus diesen Merkmalen lässt sich ein objektiver und lebenslanger Bedarf nach dem Erhalt der Gesundheit ableiten und darüber hinaus, in einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive, auch ein Recht auf Gesundheitsversorgung und die staatliche Pflicht dafür begründen, da die Fähigkeit eines Individuums, seinen Beitrag bzw. seine Aufgabe in einer Gesellschaft zu erfüllen, mit dessen gesundheitsabhängiger Leistungsfähigkeit korreliert (vgl. Honnefelder 2007, S. 34).
Kapitel 1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Ressourcenknappheit im deutschen Gesundheitssystem ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
Kapitel 2 Grundlegende Betrachtungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Gesundheit, Rationierung und Priorisierung theoretisch erörtert und abgegrenzt.
Kapitel 3 Das Entstehen von Knappheit an Gesundheitsgütern: Dieses Kapitel beleuchtet die systembedingten Ursachen der Knappheit in einem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem.
Kapitel 4 Ethische Grundpositionen – Was ist Gerechtigkeit: Es erfolgt eine Gegenüberstellung egalitaristischer und utilitaristischer Gerechtigkeitstheorien als ethische Basis für Rationierungsentscheidungen.
Kapitel 5 Konzeptionelle Aspekte von Rationierung und Priorisierung: Untersuchung der verschiedenen institutionellen Rationierungsebenen und Verfahrensprinzipien.
Kapitel 6 Inhaltliche Rationierungskriterien: Analyse konkreter Kriterien wie Bedürftigkeit, Effektivität, Alter und Selbstverschulden hinsichtlich ihrer ethischen und juristischen Anwendbarkeit.
Kapitel 7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse und der Notwendigkeit einer expliziten, transparenten Rationierungssystematik.
Gesundheitsökonomie, Rationierung, Priorisierung, Ressourcenknappheit, Gerechtigkeit, Egalitarismus, Utilitarismus, Gesetzliche Krankenversicherung, Gesundheit, Medizinethik, Leistungsausschluss, Verfahrensgerechtigkeit, Bedürftigkeit, Effizienz, Transparenz.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der gerechten Allokation knapper Gesundheitsgüter im deutschen Gesundheitssystem, insbesondere im Hinblick auf ethische Anforderungen an Rationierung und Priorisierung.
Die Arbeit fokussiert auf ethische Theorien, die verschiedenen Ebenen und Formen der Rationierung sowie die methodischen Kriterien der Leistungsbegrenzung.
Das Ziel ist die Definition einer gerechten Rationierungssystematik, die sowohl ökonomisch sinnvoll als auch ethisch und rechtlich legitimierbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer ausführlichen und systematischen Literaturrecherche von Fachartikeln und wissenschaftlichen Sammelwerken.
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, die Entstehung von Knappheit, ethische Gerechtigkeitskriterien sowie konkrete Anwendungsformen der Rationierung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rationierung, Priorisierung, Gerechtigkeit, Gesundheitsökonomie und ethische Allokationskriterien geprägt.
Es verdeutlicht, warum im solidarisch finanzierten System der GKV überhaupt Knappheit und damit der Bedarf an Leistungsbegrenzungen entsteht.
Bedürftigkeit wird als das elementare Kriterium identifiziert, das aufgrund egalitaristischer Prinzipien an der Spitze einer ethischen Rationierungskaskade stehen muss.
Explizite Rationierung bietet durch ihre Transparenz und Standardisierung Rechtssicherheit und ermöglicht eine öffentliche ethische Legitimation, während implizite Rationierung oft willkürlich und verdeckt abläuft.
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