Diplomarbeit, 2011
100 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kinder alkoholabhängiger Eltern(teile)
2.1 Zahlen und Fakten
2.2 Alkoholabhängigkeit
2.2.1 Definition von Sucht und Alkoholabhängigkeit
2.2.2 Kennzeichen der Alkoholabhängigkeit
2.3 Merkmale einer alkoholbelasteten Familie
2.3.1 Die Situation der Kinder
2.3.2 Rollenmodelle
2.3.3 Co-Abhängigkeit
2.3.4 Gestörte Eltern-Kind Beziehung
3. Auffälligkeiten bei Kindern alkoholabhängiger Eltern(teile)
3.1 Körperliche Auffälligkeiten
3.1.1 Alkohol in der Schwangerschaft
3.1.2 Intelligenz und sprachliche Fähigkeiten
3.2 Verhaltensauffälligkeiten
3.2.1 Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)
3.2.2 Störungen des Sozialverhaltens
3.2.3 Schulische Probleme
3.3 Psychische Auffälligkeiten
3.3.1 Depression und Angststörung
3.3.2 Psychosomatische Störungen
3.4 Risiko einer Suchtentwicklung
4. Kindeswohlgefährdung in einer Alkoholikerfamilie
4.1 Grundlagen und Definition
4.2 Kindeswohlgefährdung bei Kindern alkoholabhängiger Eltern(teile)
4.3 Möglichkeiten/Aufgaben der SPFH bei einer Kindeswohlgefährdung
5. Präventionsarbeit
5.1 Begriffserklärung
5.1.1 Primärprävention
5.1.2 Sekundärprävention (Intervention)
5.1.3 Tertiärprävention
5.2 Bedeutung der Förderung von Resilienzen
5.3 Ziele der Präventionsarbeit mit Kindern alkoholabhängiger Eltern(teile)
5.4 Mögliche Grenzen der Präventionsarbeit
6. Präventionsangebote
6.1 Mögliche Präventionsmaßnahmen der Hilfsorganisationen
7. Fazit
8. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen elterlicher Alkoholabhängigkeit auf die Entwicklung von Kindern und beleuchtet kritisch die Möglichkeiten und Grenzen präventiver Maßnahmen, um diese Kinder zu unterstützen und eine generationenübergreifende Suchtentwicklung zu unterbrechen.
2.3.2 Rollenmodelle
In einem Familiensystem hat jedes Familienmitglied eine bestimmte Rolle, die maßgeblich zur Sozialisation der Kinder in einer Familie beiträgt (Ehrenfried et al., 2000). Durch die Schwierigkeiten die sich aufgrund der Alkoholabhängigkeit eines Elternteils ergeben können, verändern sich auch die Rollen innerhalb des Familiensystems (Arenz-Greiving, 1998). Jedes Mitglied muss Aufgaben und Funktionen des Suchtkranken mit tragen. Für die Kinder bedeutet dies häufig auch die Übernahme von Aufgaben, denen sie unter Umständen noch gar nicht gewachsen sind. Um in dieser belastenden Situation zu bestehen, entwickeln die betroffenen Kinder meist entsprechende Strategien um mit ihnen umgehen, sich anpassen oder sich selbst schützen zu können (Zobel, 2006).
In verschiedenen Untersuchungen wurden mögliche Rollen von Kindern alkoholkranker Eltern(teile) untersucht. So entwickelte z.B. Lambrou (1990) die im Folgenden vorgestellten Rollenmodelle. Einige ähnliche Konzepte gibt es auch von Wegscheider (1988), Ackermann (1987) und Black (1988), die sich von den hier vorgestellten Rollen jedoch nur gering unterscheiden und daher nicht weiter spezifiziert werden (Zobel, 2006).
1. Der Held: Die Rolle des Helden hat meist das älteste Kind in einer Suchtfamilie inne. Ein Kind mit dieser Rolle übernimmt häufig die Verantwortung für andere. Ein Held im Allgemeinen ist gut darin, Dinge zu organisieren und Konflikte zu lösen. Der Familienheld ist sozial kompetent, kann sich gut ausdrücken, ist pflichtbewusst und äußerst zuverlässig. Der Held selbst hat gelernt, dass er sich nur auf sich selbst verlassen kann. Solche Kinder werden dadurch nicht selten zu „Ersatzpartnern“ für den nicht trinkenden Elternteil. Manchmal werden sie sogar „Ersatzelternteil“ für Geschwisterkinder, indem sie sowohl den Süchtigen selbst als auch die übrigen Familienmitglieder versorgen. Ein Familienheld ist sehr selbstständig, vergisst jedoch dabei häufig sich selbst und die eigenen Bedürfnisse. Er sucht durch Erfolge (z.B. schulische, sportliche) nach Bestätigung, Lob und Anerkennung. Durch den Versuch perfekt zu sein, können sich Perfektionismus oder sogar Zwangsstörungen entwickeln (Zobel, 2006).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Alkoholabhängigkeit lange als individuelles Problem der betroffenen Person missverstanden wurde und die Mitbetroffenheit der Kinder und deren spezifischer Hilfebedarf in der Fachwelt erst spät in den Fokus rückte.
2. Kinder alkoholabhängiger Eltern(teile): Dieses Kapitel beleuchtet das Ausmaß des Problems durch statistische Daten, definiert den Suchtbegriff aus medizinischer Sicht und analysiert die Merkmale einer alkoholbelasteten Familie, wobei der Fokus besonders auf der problematischen Situation der Kinder liegt.
3. Auffälligkeiten bei Kindern alkoholabhängiger Eltern(teile): In diesem Teil werden die verschiedenen Auswirkungen auf die Kinder detailliert erörtert, unterteilt in körperliche Schäden, Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen, wobei auch das erhöhte Risiko einer späteren eigenen Suchtentwicklung thematisiert wird.
4. Kindeswohlgefährdung in einer Alkoholikerfamilie: Hier wird der rechtliche Rahmen der Kindeswohlgefährdung definiert und auf die spezifischen häuslichen Gefahrensituationen eingegangen, in denen Kinder alkoholabhängiger Eltern aufwachsen.
5. Präventionsarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Ansätze der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention und unterstreicht die zentrale Bedeutung der Förderung von Resilienzen als Schutzfaktoren, um betroffene Kinder trotz widriger Umstände zu stärken.
6. Präventionsangebote: Abschließend werden konkrete Maßnahmen der Suchthilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Schulen sowie Selbsthilfeorganisationen vorgestellt, die dazu dienen sollen, Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen und die familiäre Situation zu stabilisieren.
7. Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit flächendeckender, kontinuierlicher Präventionsangebote und betont, dass eine wirksame Hilfe nur durch eine vernetzte Kooperation verschiedener Hilfesysteme und die Einbeziehung der gesamten Familie gelingen kann.
Alkoholabhängigkeit, Suchtfamilien, Kinder suchtkranker Eltern, Prävention, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Verhaltensauffälligkeiten, Co-Abhängigkeit, Entwicklungsstörungen, Unterstützungssysteme, Jugendhilfe, Suchthilfe, Familiengeheimnis, Schutzfaktoren, Frühintervention.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, deren Eltern(teile) alkoholabhängig sind. Sie untersucht die vielfältigen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung und diskutiert die Möglichkeiten sowie Grenzen der Präventionsarbeit in diesem Bereich.
Die zentralen Themen sind die elterliche Suchterkrankung, das Aufwachsen in einer belasteten Familiendynamik, die daraus resultierenden körperlichen und psychischen Auffälligkeiten der Kinder, die rechtlichen Aspekte der Kindeswohlgefährdung sowie die verschiedenen Konzepte der Prävention und Hilfsangebote.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder alkoholabhängiger Eltern in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden, und zu eruieren, welche präventiven Maßnahmen und Interventionsmöglichkeiten bestehen, um diese Kinder frühzeitig zu unterstützen und ihre Resilienz zu fördern.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes. Dabei werden Studien, Statistiken und fachwissenschaftliche Definitionen ausgewertet, um die Situation betroffener Kinder und die Wirksamkeit von Unterstützungsangeboten theoretisch zu fundieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der familiären Situation (inkl. Rollenmodelle), die detaillierte Darstellung kindlicher Auffälligkeiten (z.B. ADHS, psychosomatische Beschwerden, Lernstörungen), die rechtliche Einordnung von Kindeswohlgefährdung sowie die Vorstellung von Präventionsmodellen (z.B. Resilienzförderung).
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Alkoholabhängigkeit, suchtkranke Eltern, Kindeswohlgefährdung, Prävention, Resilienz, Co-Abhängigkeit, Entwicklungsstörungen und Unterstützungsangebote der Sucht- und Jugendhilfe.
Das Dokument beschreibt fünf Rollen, die Kinder in Suchtfamilien einnehmen können, um sich an die unberechenbare Situation anzupassen: Der Held (verantwortungsbewusst), Das Chamäleon (anpassungsfähig), Der Sündenbock (auffällig), Das verlorene Kind (unsichtbar) und Der Clown (fröhlich/ablenkend).
Da die Probleme komplex sind und oft die Suchthilfe, die Jugendhilfe sowie das Gesundheitswesen betreffen, führt ein Mangel an Abstimmung dazu, dass betroffene Kinder durch das Raster fallen und keine oder zu späte Hilfe erhalten. Eine funktionale Kooperation soll die Kontinuität der Hilfen gewährleisten.
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