Diplomarbeit, 2011
86 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung und methodisches Vorgehen
2 Grundlagen wertorientierter Kennzahlen
2.1 Historische Entwicklung wertorientierter Kennzahlen
2.2 Definition und Vorstellung ausgewählter Konzepte
2.2.1 Residualgewinn-Modell
2.2.2 Economic Value Added nach Stern/Stewart
2.2.3 Cash Value Added nach Lewis
2.3 Beurteilung der Konzepte und Vergleich zu traditionellen Kennzahlen
3 Relevanz wertorientierter Kennzahlen in der Unternehmenssteuerung
3.1 Funktion und Problematik der Unternehmenssteuerung
3.2 Einteilung theoretischer Arbeiten und kritische Würdigung
3.3 Relevanz in aktuellen empirischen Studien
3.3.1 Übersicht und Einteilung der Literatur
3.3.2 Bedeutung auf dem US-amerikanischen Markt
3.3.3 Bedeutung auf anderen Märkten
3.3.4 Kritische Würdigung
4 Relevanz wertorientierter Kennzahlen in der Unternehmensbewertung
4.1 Funktion und Problematik der Unternehmensbewertung
4.2 Einteilung theoretischer Arbeiten und kritische Würdigung
4.3 Relevanz in aktuellen empirischen Studien
4.3.1 Übersicht und Einteilung der Literatur
4.3.2 Bedeutung auf dem US-amerikanischen Markt
4.3.3 Bedeutung auf anderen Märkten
4.3.4 Kritische Würdigung
5 Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der tatsächlichen Bedeutung wertorientierter Kennzahlen als Steuerungsgrößen in Organisationen sowie bei der Unternehmensbewertung, sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei die Sinnhaftigkeit und Relevanz dieser Kennzahlen unter Berücksichtigung divergierender wissenschaftlicher und empirischer Erkenntnisse.
2.2.1 Residualgewinn-Modell
Als RG bezeichnet man allgemein den Überschuss, der nach Abzug der Kapitalkosten vom betrieblichen Ergebnis verbleibt und nachstehender Definition entspricht:
Er ergibt sich folglich aus einer Gewinngröße G abzüglich einer geforderten Mindestrendite r, bezogen auf das zu Periodenbeginn investierte Kapital K. Gewinn und Kapital werden üblicherweise aus dem Jahresabschluss abgeleitet und an allgemeine wie unternehmensindividuelle Gegebenheiten angepasst. Als Mindestrendite wird meist der Weighted Average Cost of Capital (WACC) herangezogen - ein gewogenes arithmetisches Mittel aus den Kostensätzen für EK und FK, wobei unterschiedliche Ermittlungsverfahren möglich sind. Eine Investition ist wertschaffend, wenn die erwartete Rendite den WACC, der auch als entgangene Rendite alternativer Anlagen mit ähnlichem Risiko verstanden werden kann, übersteigt. Das Opportunitätskostenprinzip bietet den Vorteil, eine risikoadjustierte Mindestrendite zu verkörpern, die auch als Diskontfaktor eingesetzt werden kann.
Beide Kostensätze werden mit dem Anteil der jeweiligen Kapitalgröße am Gesamtkapital (GK) gewichtet. Als Basisgröße zur Ermittlung der FK-Kosten kann der langfristige Kreditzinssatz, relativiert um den Steuervorteil (Tax Shield), verwendet werden. Zur Schätzung des EK-Kostensatzes wird vorwiegend das Capital Asset Pricing-Modell (CAPM) verwendet, welches einen Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite einer Kapitalanlage herstellt, um risikobehaftete Investitionen zu bewerten. Dabei dient der Zinssatz für öffentliche Finanztitel bester Bonität als Grundlage. Zur Berücksichtigung des firmenspezifischen Risikos wird dieser risikolosen Rate noch eine individuelle Risikoprämie aufgeschlagen.
1 Problemstellung und methodisches Vorgehen: Einleitung in die Bedeutung von Kennzahlen und Vorstellung der systematischen Literaturanalyse als methodischer Rahmen der Arbeit.
2 Grundlagen wertorientierter Kennzahlen: Historische Herleitung und detaillierte Vorstellung der Konzepte Residualgewinn, Economic Value Added (EVA) und Cash Value Added (CVA).
3 Relevanz wertorientierter Kennzahlen in der Unternehmenssteuerung: Untersuchung der internen Steuerungsfunktion, agency-theoretischer Problematiken und Darstellung relevanter empirischer Studienergebnisse.
4 Relevanz wertorientierter Kennzahlen in der Unternehmensbewertung: Analyse der externen Bewertungspraxis, theoretischer Modelle und empirischer Markteinschätzungen wertorientierter Kennziffern.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende kritische Würdigung der Ergebnisse und Identifikation von Forschungsbedarf für die künftige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit wertorientierter Steuerung und Bewertung.
Wertorientierte Kennzahlen, Unternehmenssteuerung, Unternehmensbewertung, Residualgewinn, Economic Value Added, EVA, Cash Value Added, CVA, Shareholder Value, Agency-Problematik, Kapitalkosten, WACC, Performance-Messung, Kapitalallokation, Literaturanalyse.
Die Arbeit untersucht kritisch die Bedeutung und den Nutzwert wertorientierter Kennzahlen sowohl in der internen Unternehmenssteuerung als auch in der externen Unternehmensbewertung auf Basis wissenschaftlicher Literatur.
Der Fokus liegt auf historischen Grundlagen, verschiedenen Kennzahlenkonzepten wie EVA und CVA, agency-theoretischen Steuerungsansätzen sowie der empirischen Relevanz dieser Instrumente in verschiedenen Märkten.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit wertorientierte Kennzahlen tatsächlich eine Verbesserung gegenüber traditionellen Größen zur Steuerung und Bewertung darstellen und ob sie ihre theoretisch zugeschriebene Wirkung in der Praxis entfalten.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die theoretische und empirische Studien aus zehn maßgeblichen Wirtschaftsjournals der letzten 15 Jahre kategorisiert, zusammenfasst und vergleichend bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie eine umfassende Literaturübersicht zu Steuerung und Bewertung, wobei jeweils eine Trennung nach theoretischen und empirischen Beiträgen vorgenommen wird.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wertorientierung, Residualgewinn, EVA, CVA, Agency-Theorie und Performance-Messung präzise beschreiben.
Das Modell wird als fundamentale Basis vieler moderner wertorientierter Kennzahlen betrachtet, da es den Residualgewinn als Differenz aus erzieltem Ergebnis und Kapitalkosten als zentrales Wertmaß definiert.
Sie ist entscheidend für das Verständnis der Anreizgestaltung, da wertorientierte Kennzahlen dazu dienen sollen, Manager als Agenten der Anteilseigner zu zielkonformem Handeln im Sinne einer Unternehmenswertmaximierung zu bewegen.
Die empirischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bedeutung in der Praxis oft geringer eingeschätzt wird als in der Theorie behauptet, wobei eine große Diskrepanz zwischen verschiedenen Märkten und Unternehmensstrategien besteht.
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