Bachelorarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen der Migration aus ehemaliger Sowjetunion
2.1. Migration: Begriffsbestimmung und Betroffenheit
2.2. Leben in Russland bzw. der Sowjetunion: Deutschstämmige und Juden
2.2.1. Die Sowjetunion: Hoffnungen und Desillusionierung
2.2.2. Der Weg nach und das Leben von Deutschen in Russland
2.2.3. Leben und Verfolgung von Juden in Russland bzw. in der Sowjetunion
2.3. Zur rechtlichen Situation der Aussiedler bzw. Spätaussiedler, deren nicht-deutscher Familienangehöriger und jüdischer Kontingentflüchtlinge
2.3.1. Privilegierte Rechtsstellung der beiden Gruppen gegenüber der Arbeitsmigration
2.4. Politische und historische Aufnahmeentscheidungen
2.5. Migrationsziel: Deutschland
2.5.1. Migration oder Rückwanderung
2.5.2. Politischer Wille zur Neubelebung jüdischen Lebens in Deutschland
3. Vergleich der Situationen
3.1. Sozialstruktur
3.1.1. Spätaussiedler – Arbeitsvorteil wegen gewerblich technischer Ausbildung?
3.1.2. Jüdische Zuwanderer – Die ungewollten akademischen Fachkräfte
3.1.3. Vergleich der Arbeitsmarktsituationen der beiden Gruppen
3.2. Integration
3.2.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Integrationswege von Spätaussiedlern und jüdischen Zuwanderern
3.2.2. Integrationsprobleme
Resümee und Ausblick
Die Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Voraussetzungen und Integrationsverläufe der beiden größten Zuwanderungsgruppen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion – Spätaussiedler und jüdische Kontingentflüchtlinge – in Deutschland.
3.1.2. Jüdische Zuwanderer – Die ungewollten akademischen Fachkräfte
Im Judentum spielt die Bildung eines Menschen eine sehr wichtige Rolle. Leider hatten die Juden aus der ehemaligen Sowjetunion auf Grund der unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur keine großartigen Bildungschancen in der ehemaligen UdSSR. Vor der massiven Industrialisierung war die Sowjetunion ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, daher hat man versucht aus Juden, welche vor allem gut gebildete Akademiker, Angestellte und Kaufleute waren, Techniker und Industriearbeiter zu machen. Um dies zu erreichen wurden an Universitäten zeitweise Zugangsbeschränkungen erlassen, welche es Juden oder Halbjuden verwehrt haben Fächer wie Philosophie, Jura und Medizin zu studieren. Weniger prestigevolle Bereiche wie Institute für Ingenieurberufe waren ohne Probleme zugängig. Aufgrund der erschwerten Bedingungen einen noblen Beruf zu erlernen waren Großteile der jüdischen Bevölkerung in der Sowjetunion vermehrt in den Bereichen Technik, Industrie und Bau, gefolgt von Lehrern, Ärzten Handwerkern und Dienstleistungsberufen, tätig. Gemessen an der sowjetischen Gesamtbevölkerung bildeten Juden nur 0,7 Prozent. Davon gab es 14,7 % Ärzte, 10,8 % Wissenschaftler und jeweils 10% Juristen und Schriftsteller, also muss man von einer stark überproportionalen Vertretung der Juden in den meisten gesellschaftlichen Berufen sprechen.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas Migration nach Deutschland und definiert das Ziel, die Integrationswege von Spätaussiedlern und jüdischen Zuwanderern vergleichend zu untersuchen.
2. Rahmenbedingungen der Migration aus ehemaliger Sowjetunion: Dieses Kapitel behandelt die geschichtlichen Hintergründe, die rechtliche Situation sowie die politischen Beweggründe für die Aufnahme der beiden Zuwanderungsgruppen.
3. Vergleich der Situationen: Der Hauptteil analysiert die Sozialstruktur, die Arbeitsmarktsituation und die spezifischen Integrationswege beider Gruppen unter Berücksichtigung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
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Die Arbeit analysiert die Integration von zwei spezifischen Migrantengruppen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, nämlich Spätaussiedlern und jüdischen Kontingentflüchtlingen, in die deutsche Gesellschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Hintergründe der Migration, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Aufnahme, der Vergleich der Sozialstrukturen sowie die Analyse der Integrationsprobleme und staatlichen Förderangebote.
Ziel ist es, die unterschiedlichen Voraussetzungen beider Gruppen zu untersuchen, die spezifischen Problemfelder bei der Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu identifizieren sowie mögliche Lösungsansätze kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt die Auswertung bestehender Fachliteratur und ergänzt diese durch Recherchen bei Interessensvertretungen sowie Interviews mit zuständigen Fachkräften in der Migrationsberatung.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf dem Vergleich der Sozialstrukturen, der Analyse der beruflichen Integration und der Darstellung der Integrationswege inklusive der Rolle von Sprachkenntnissen und kultureller Identität.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Migration, Spätaussiedler, jüdische Zuwanderung, Kontingentflüchtlinge, berufliche Integration und soziale Netzwerke geprägt.
Spätaussiedler werden als deutsche Volkszugehörige mit sofortigem Anspruch auf deutsche Staatsangehörigkeit aufgenommen, während jüdische Zuwanderer als Kontingentflüchtlinge mit einem besonderen ausländerrechtlichen Status und unbefristeter Aufenthaltserlaubnis, aber ohne sofortige Staatsbürgerschaft, einreisen.
Das Case Management, als Teil der Migrationserstberatung (MBE), ermöglicht eine bedarfsorientierte Einzelfallbegleitung, bei der für Neuzuwanderer individuelle Förderpläne erstellt werden, um sie bei Behördengängen und der Integration in Ausbildung oder Beruf zu unterstützen.
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