Ausarbeitung, 2010
79 Seiten
1) Einleitung
2) Zielstellung und Gang der Untersuchung
3) Entstehungsgeschichte und Grundzüge des Konzeptes AT
4) Definitionen von AT
5) Technikbewertung als eine Möglichkeit der Operationalisierung von Nachhaltigkeit
6) Ansätze zur Unterscheidung von angepassten und nicht angepassten Technologien
Teil A: Frageraster, Texte und Kriterienlisten
Teil B: Technology Assessment, ITA mit Objektinterview
Teil C: Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung
Teil D: Wissenschaftszentrierte Großstudien und Kommissionen
7) Ansätze zur Wiederbelebung der AT
Die vorliegende Studie untersucht, wie eine Organisation wie die "Gesellschaft für angepasste Technologien e.V." das Konzept der angepassten Technologien (AT) heute definieren kann und welche methodischen Ansätze existieren, um zwischen angepassten und nicht angepassten Technologien zu unterscheiden. Ziel ist es, den aktuellen Stellenwert der AT zu bestimmen und realistische Wege für eine Wiederbelebung der Thematik mittels Elementen der Technikfolgenabschätzung (TA) aufzuzeigen.
3. Entstehungsgeschichte und Grundzüge des Konzeptes der angepassten Technologien:
Im Rückblick betrachtet konzentriert sich das Entstehen bzw. konzentrieren sich die auslösenden Momente für eine Konstituierung der AT auf einige Punkte, für die maßgeblich eine fehlgeleitete und in vielen Augen fehlentwickelte Entwicklungshilfe (insbesondere technischer Art) in den 1950er und 1960er Jahren verantwortlich gemacht werden kann. Bezeichnenderweise lassen sich viele Parallelen zwischen der Entwicklung und der Veränderung der angepassten Technologie und den Entwicklungsstrategien oder Entwicklungsleitbildern in der Entwicklungspolitik erkennen. Welche Strömungen jetzt welche Entwicklung ausgelöst hat und welchen Einfluss die verschiedenen Konzepte aufeinander hatten und immer noch haben, soll an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden.
Seit Beginn der Fünfzigerjahre, als die Kolonial-Ära in den meisten Ländern der Dritten Welt zu Ende ging, wird der Industrialisierungsprozeß als eines der fundamentalen Ziele der wirtschaftlichen Unabhängigkeit und zugleich als das wichtigste Instrument zur Überwindung der Probleme der Armut und Unterentwicklung in den Entwicklungsländern betrachtet. Rapide industrielle Entwicklung nach westlichem Muster mit massivem Kapital- und Technologietransfer von Industrieländern sollte die ökonomische und technische Kluft zwischen armen und reichen Ländern der Welt überbrücken. Wie wohl bekannt ist, waren alle Entwicklungsländer vom technischen Fortschritt und von der industriellen Entwicklung in der westlichen Welt so fasziniert, dass auch sie in kürzester Zeit mit Hilfe der modernen Technologie und gigantischer Industrieanlagen ihren Rückstand aufzuholen versuchten.
1) Einleitung: Beschreibt das aktuelle Desinteresse an angepassten Technologien in der Öffentlichkeit sowie die Notwendigkeit, das Thema im Kontext praktischer Entwicklungsarbeit neu zu beleben.
2) Zielstellung und Gang der Untersuchung: Definiert die Forschungsziele, nämlich die Basis für ein modernes AT-Verständnis zu schaffen und Methoden zur Technikbewertung aufzuzeigen.
3) Entstehungsgeschichte und Grundzüge des Konzeptes AT: Analysiert die historischen Fehlentwicklungen der klassischen Entwicklungshilfe und die Entstehung der angepassten Technologie als Gegenentwurf.
4) Definitionen von AT: Beleuchtet die begriffliche Vielfalt und unterschiedliche Interpretationen, die das Konzept der angepassten Technologien prägen.
5) Technikbewertung als eine Möglichkeit der Operationalisierung von Nachhaltigkeit: Verknüpft das Leitbild der Nachhaltigkeit mit der Technikbewertung als praktischem Analyseinstrument.
6) Ansätze zur Unterscheidung von angepassten und nicht angepassten Technologien: Präsentiert methodische Werkzeuge wie Frageraster, das Objektinterview und Kriterienlisten für die Technologiebewertung.
7) Ansätze zur Wiederbelebung der AT: Formuliert konkrete Schritte für den GAT e.V., um das Thema durch moderne TA-Methoden und eine klare Positionierung wieder in den Fokus zu rücken.
Angepasste Technologien, AT, Technikbewertung, Technikfolgenabschätzung, TA, Nachhaltige Entwicklung, Entwicklungspolitik, Innovationsorientierte TA, ITA, Objektinterview, Technologietransfer, Nachhaltigkeitsmatrix, Soziale Verträglichkeit, Umweltverträglichkeit, Partizipation.
Die Arbeit befasst sich mit der Renaissance und methodischen Neuausrichtung des Konzepts der "angepassten Technologien" (AT) im Rahmen der heutigen Technikbewertungsdiskussion.
Zu den zentralen Themen gehören die Entwicklungsgeschichte der AT, ihre theoretische Abgrenzung, die Verbindung zur Nachhaltigkeitsdebatte und die Anwendung von Instrumenten der Technikfolgenabschätzung (TA).
Ziel ist es, eine methodische Grundlage zu schaffen, um Technologien systematisch auf ihre Anpassung zu prüfen und eine "Wiederbelebung" des AT-Konzepts für den GAT e.V. zu ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfangreiche Literaturanalyse und auf Ansätze der Technikfolgenabschätzung (TA), insbesondere das Verfahren des "Objektinterviews" und die "innovationsorientierte TA" (ITA).
Der Hauptteil analysiert bestehende Definitionen, diskutiert Kriterienkataloge für die Technologiebewertung und bewertet verschiedene TA-Konzepte hinsichtlich ihrer Eignung für kleinere Innovationskontexte.
Angepasste Technologien, Nachhaltigkeit, Technikfolgenabschätzung (TA), ITA, Objektinterview, Entwicklungszusammenarbeit.
Das Objektinterview ist kein klassischer Meinungsfragebogen, sondern ein systematischer Katalog zur Beschreibung und Bewertung von Objekten im Kontext ihres gesellschaftlichen Produktionsprozesses.
Die ITA wird als flexibler Ansatz betrachtet, der sich besonders für die Begleitung von kleinen, situationsspezifischen Innovationen eignet, was sie für die Arbeit mit angepassten Technologien besonders wertvoll macht.
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