Bachelorarbeit, 2010
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Outsourcing in Banken – ein Überblick
2.1 Die Industrialisierung im Finanzdienstleistungssektor: allgemeine Tendenzen
2.1.1 Formen der Industrialisierung im Finanzdienstleistungssektor
2.1.2 Ziele der Industrialisierung im Finanzdienstleistungs-sektor
2.1.3 Die Industrialisierung der Kreditbearbeitung am Beispiel der Kreditfabrik
2.2 Notwendigkeit des Outsourcings
2.3 Regulatorische Vorgaben
2.4 Organisatorische Pflichten
3 Die Entwicklung der Outsourcing Regelungen
3.1 Modernisierung der regulatorischen Vorgaben
3.2 Outsourcing Rundschreiben BAKred RS 11/2001 und MaRisk AT 9 Tz. 1-9 im Vergleich
4 Möglichkeiten und Grenzen von Outsourcing-maßnahmen
4.1 Variabilisierung fixer Kosten als Hauptmotiv
4.2 Chancen und Risiken
4.3 Kreditbearbeitung in der Bank der Zukunft – ein Ausblick
5 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Auslagerung (Outsourcing) von Marktfolgeprozessen in Banken. Im Fokus steht dabei die Analyse der Prozessindustrialisierung durch sogenannte Kreditfabriken sowie die Auseinandersetzung mit regulatorischen Rahmenbedingungen, um Kosteneffizienz bei gleichzeitiger Wahrung aufsichtsrechtlicher Anforderungen zu ermöglichen.
2.1.1 Formen der Industrialisierung im Finanzdienstleistungssektor
Man kann die Industrialisierung im Finanzdienstleistungssektor in zwei Pfeiler unterteilen, zum einen in die Prozess-Standardisierung und Prozess-Automatisierung sowie in die Prozess-Modularisierung und das Sourcing. Beide Pfeiler stellen die Grundlage der fortschreitenden Industrialisierung des Finanzdienstleistungssektors dar.
Die Prozess-Standardisierung generiert bestimmte Standards für immer wiederkehrende, identische Prozessschritte. Dies kann in Form von modularen Bausteinen geschehen, die einem Standard entsprechen und aus denen neue Produkte generiert werden können. Eine weitere Möglichkeit der Standardisierung ist der Einsatz einheitlicher Applikationssoftware zur Datenverarbeitung. Generell gilt es, neue Standards zu schaffen und so von Erfahrungswissen zu profitieren, um zukünftige Prozessschritte schneller bearbeiten zu können.
Bei der Prozess-Automatisierung werden die Prozessschritte, die immer wieder von neuem ausgeführt werden, automatisiert. Es ist also keine Person bzw. kein Medium mehr notwendig, welches diese Schritte ausführt. Als Beispiel ist hier die Kreditbearbeitung zu nennen, die ohne eine Automatisierung hohe Mitarbeiterkapazitäten bindet und durch eine Prozess-Automatisierung diese Kapazitäten freisetzt. Die Modularisierung von Prozessen beinhaltet eine Art Modulbaukastenprinzip, welches einen Pool generiert, aus dem geschöpft werden kann.
Man kann also aus einer Reihe von standardisierten Prozessen wählen und genau diejenigen Prozessketten generieren, die gerade gebraucht werden. Durch diese Vorgehensweise werden Kapazitäten optimal ausgenutzt und es entstehen keine Leerläufe oder Wartezeiten. So kann man aus einem vorgefertigten „Modulbaukasten“ einzelne Prozessmodule entnehmen, um neue genormte, effiziente Prozesse zu generieren. Dank dieser einfachen Prozessmodellierung kann ein Prozess, wie zum Beispiel ein Neukreditantrag, viel schneller bearbeitet werden als in der Vergangenheit. Dank der Standardisierung der Produkte und vor allem der Prozesse ist es nicht mehr notwendig, dass ein Sachbearbeiter alle Prozessschritte eines Vorgangs vollumfänglich abarbeitet. Der Gesamtprozess wird viel mehr parallelisiert und spezialisierte Mitarbeiter sind nur noch für genau definierte Teilprozesse zuständig. Diese Mitarbeiter müssen kein allumfassendes Wissen mehr aufbringen, sondern lediglich die von ihnen zu bearbeitenden Teilprozessschritte überwachen und steuern bzw. gegebenenfalls optimieren können.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den strukturellen Wandel im Bankensektor und führt in die Notwendigkeit der Analyse von Wertschöpfungsstrukturen sowie Outsourcing-Optionen ein.
2 Outsourcing in Banken – ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Grundpfeiler der Industrialisierung, darunter Standardisierung, Automatisierung und Sourcing-Strategien innerhalb des Kreditgeschäfts.
3 Die Entwicklung der Outsourcing Regelungen: Das Kapitel vergleicht das ehemalige Outsourcing-Rundschreiben mit den aktuellen MaRisk-Vorgaben und zeigt die Modernisierung und Integration regulatorischer Normen auf.
4 Möglichkeiten und Grenzen von Outsourcing-maßnahmen: Hier werden die Motive für Auslagerungen, wie die Variabilisierung fixer Kosten, sowie die Chancen und Risiken in der Praxis analysiert.
5 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die wachsende Bedeutung der Industrialisierung des Kreditgeschäfts als Antwort auf den Kostendruck.
Outsourcing, Banken, Industrialisierung, Kreditfabrik, MaRisk, Prozessautomatisierung, Wertschöpfungskette, Fixkostendegression, Risikomanagement, Finanzdienstleistungen, Sourcing, Kostenvariabilisierung, Prozessstandardisierung, Bankaufsicht, Kreditbearbeitung
Die Arbeit analysiert, wie Banken durch Outsourcing von Marktfolgeprozessen – insbesondere im Kreditgeschäft – ihre Effizienz steigern und ihre Kostenstruktur optimieren können.
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen der Prozessindustrialisierung, den regulatorischen Rahmenbedingungen (MaRisk, KWG) und den strategischen Chancen sowie Risiken einer Auslagerung.
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des Outsourcings für Finanzinstitute aufzuzeigen, um Kostenvorteile bei gleichzeitig hoher Prozessqualität zu identifizieren.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse sowie die Untersuchung regulatorischer Vorschriften und Prozessmodelle der Kreditwirtschaft.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Prozessindustrialisierung, die regulatorischen Anforderungen an die Auslagerung und eine detaillierte Analyse der Chancen und Risiken.
Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Outsourcing, Kreditfabrik, Industrialisierung, MaRisk, Kostensenkung und Risikomanagement.
Beim Full Processing übernimmt der Dienstleister die gesamte Bearbeitung, während beim ASP nur die Software zur Verfügung gestellt wird und die Bank die Bearbeitung selbst durchführt.
Sie entscheidet über den Grad der aufsichtsrechtlichen Anforderungen und die erforderliche Tiefe der Risikoanalyse, wobei das Institut die Einstufung eigenverantwortlich vornehmen muss.
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