Bachelorarbeit, 2011
88 Seiten, Note: 1,0
1 Selbstreguliertes Lernen (SRL)
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Modelle zum selbstregulierten Lernen
1.2.1 Das „Drei-Schichten-Modell selbstregulierten Lernens“ Boekaerts (1999)
1.2.2 Das „sozial-kognitive Modell der Selbstregulation“ von Zimmerman (2000)
1.2.3 Das Lernprozessmodell von Schmitz und Wiese (2006)
1.3 Potenziale von e-learning beim selbstregulierten Lernen
2 Lernstrategien
2.1 Klassifizierung von Lernstrategien
2.1.1 Der „Motivated Strategies for Learning Questionnaire” (MSLQ) von Pintrich et al. (1988)
2.1.2 Das „Inventar zur Erfassung von Lernstrategien im Studium“ (LIST) von Wild und Schiefele (1994)
2.1.3 Der „Willensstärketest“ von Deimann, Weber & Bastiaens (2009)
3 Zielsetzungen und Fragestellungen
4 Methodische Vorgehensweise
4.1 Fragebogenkonstruktion
4.2 Beschreibung der Stichprobe
4.3 Durchführung
4.4 Auswertung
4.4.1 Datenanalyse
4.4.2 Kategorisierung der offenen Fragen im Lernstrategiefragebogen
4.4.3 Muster strategischen Lernens im Fernstudium
4.4.4 Nutzung der Potenziale von e-learning
5 Interpretation und Diskussion
Ziel der Arbeit ist die Identifikation von Mustern strategischen Lernens im Fernstudium sowie die Evaluation der Nutzung von E-Learning-Potenzialen durch Fernstudierende. Auf Basis einer empirischen Erhebung von 128 Studierenden wird ein Kategorisierungsschema entwickelt, um Lernverhalten systematisch zu erforschen.
1.2.2 Das „sozial-kognitive Modell der Selbstregulation“ von Zimmerman (2000)
Das in der Literatur viel zitierte Modell von Zimmerman (2000, 2001) stützt sich auf die sozial-kognitive Theorie Banduras (1986), nach der jeder Form der Selbstregulation (also auch dem selbstregulierten Lernen) das wechselseitige Zusammenwirken von Person, Verhalten und Umwelt zugrunde liegt. Damit wird insbesondere das Merkmal der feedbackbedingten Zyklizität der Selbstregulation und des selbstregulierten Lernens herausgestellt: „Self-regulation is described as cyclical because the feedback from prior performance is used to make adjustments during current efforts“ (Zimmerman 2000, S. 14). Anders als Bandura jedoch betonte Zimmerman stärker als dieser den kreisförmigen und adaptiven Charakter von Selbstregulation.
Das Modell nennt drei Phasen selbstregulierten Lernens (Abbildung 3): Planung (Forethought), Handlung oder volitionale Kontrolle (Performance or Volitional Control) und Selbstreflexion (Self-Reflection). In der Planungsphase wird das Lernen vorbereitet, indem im Rahmen einer Aufgabenanalyse Ziele festgelegt und Strategien geplant und selbstbezogene motivationale Überlegungen getroffen werden. Dabei spielen die kurz- und langfristig wirksamen Motivationsbedingungen wie Selbstwirksamkeitserwartung, Interesse und Zielorientierung eine wichtige Rolle.
In der Handlungsphase unterscheidet Zimmerman die jeweils volitionalen Prozesse der Selbstkontrolle und der Selbstbeobachtung. Prozesse der Selbstkontrolle umfassen z.B. Selbstinstruktionen und die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die Aufgabe. Außerdem ordnet Zimmerman hier den Einsatz aufgabenspezifischer Strategien (task strategies) ein, mit denen die Aufgabe auf ihre wesentlichen Aspekte reduziert und nach den eigenen Bedürfnissen reorganisiert wird. Prozesse der Selbstbeobachtung beziehen sich dagegen auf die Perzeption der Bedingungen und Effekte der eigenen Leistung und können z.B. durch die Aufzeichnung lernrelevanter Informationen (Zimmerman spricht von „self-recording“) unterstützt werden.
1 Selbstreguliertes Lernen (SRL): Einführung in das Konstrukt des selbstregulierten Lernens unter Vorstellung führender theoretischer Modelle und deren Bedeutung für das Fernstudium.
2 Lernstrategien: Theoretische Einordnung verschiedener Lern- und Motivationsstrategien sowie Vorstellung der wissenschaftlichen Inventare, die als Grundlage für die eigene Untersuchung dienen.
3 Zielsetzungen und Fragestellungen: Darlegung der Forschungsziele, insbesondere der Entwicklung eines Kategorisierungsschemas zur Analyse von Lernmustern im Fernstudium.
4 Methodische Vorgehensweise: Beschreibung der empirischen Untersuchung, der Konstruktion des Fragebogens sowie der qualitativen und quantitativen Auswertungsmethoden.
5 Interpretation und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, Diskussion der Befunde im Kontext der Fachliteratur und Aufzeigen von weiterem Forschungsbedarf.
Selbstreguliertes Lernen, Fernstudium, Lernstrategien, E-Learning, Clusteranalyse, Qualitative Inhaltsanalyse, Volition, Selbststeuerung, Medienkompetenz, Motivation, Zeitmanagement, Studienleistung, Metakognition, Lernverhalten, Wissensmanagement.
Die Bachelorarbeit untersucht das Lernverhalten von Fernstudierenden im Hinblick auf das selbstregulierte Lernen und die Anwendung verschiedener Lernstrategien bei der Erstellung von Hausarbeiten.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Selbstregulation, die Kategorisierung von Lernstrategien und deren praktische Anwendung durch Studierende in anspruchsvollen Lernsituationen.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines Kategorisierungsschemas, das zur Identifikation von Mustern strategischen Lernens bei Fernstudenten genutzt wird, um deren Lernprozesse besser zu verstehen.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Umfrage und nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Entwicklung des Kategorisierungsschemas sowie eine Clusteranalyse zur Identifikation unterschiedlicher Strategietypen.
Neben dem theoretischen Rahmen werden die Methodik der Fragebogenkonstruktion und die Ergebnisse der explorativen Analysen detailliert dargestellt, einschließlich einer Clusterbildung der Teilnehmer.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie selbstreguliertes Lernen, Fernstudium, Lernstrategien, E-Learning und Clusteranalyse maßgeblich charakterisiert.
Die vier Cluster unterscheiden sich primär in der Häufigkeit und Kombination der angewandten Ressourcen-, Kognitions- und Motivationsstrategien bei der Bewältigung von Lernaufgaben.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Potenziale von E-Learning im Bereich der interaktiven Kommunikation und der Nutzung von Online-Lernplattformen aktuell noch nicht vollständig ausgeschöpft werden.
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