Bachelorarbeit, 2011
41 Seiten, Note: 1,0
1. Zur Lage der EU
2. Das Forschungsdesign
3. Steht die europäische Integration still?
4. Welche Auswirkungen hat die geringe Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich auf die europäische Integration?
5. Warum verhindern das repräsentativ-liberale und das deliberative Demokratiemodell die Erhöhung der Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich der europäischen Integration?
6. Kann eine Hybrid-Organisation durch die Anwendung von Public-Affairs-Management die Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich der europäischen Integration erhöhen?
7. Die Zukunft der europäischen Integration ist abhängig von den Europäern und Europäerinnen
Die Arbeit untersucht, warum die europäische Integration trotz bestehender Strukturen nur langsam voranschreitet und inwieweit das Fehlen einer europäischen Öffentlichkeit sowie die aktuelle Demokratie-Modellierung der EU dazu beitragen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sogenannte Hybrid-Organisationen durch den Einsatz von Public-Affairs-Methoden eine europäische Öffentlichkeit fördern und somit die für die Integration notwendige Konvergenz erhöhen können.
Was ist eine Hybrid-Organisation?
Der Organisationstypus der Hybrid-Organisation zeichnet sich durch die Kombination unterschiedlicher Organisationstypen aus. Klassische Mobilisierungselemente sozialer Bewegungen werden mit Instrumentarien von Interessensgruppen, Initiativen, Verbänden und Parteien kombiniert. Eine Hybrid-Organisation bedient sich, je nach Notwendigkeit, der Repertoires dieser verschiedenen Organisationstypen. Dadurch kann sie ihre Interessen und Ziele auf effektivste Weise verfolgen. Die Organisation wird einerseits äußerst flexibel in ihrer Struktur, andererseits aber auch flexibel in der Nutzung der in den verschiedenen Repertoires befindlichen Strategien.
Unter dem Begriff Repertoires versteht man die Werkzeuge und Strategien, die eine Organisation in ihrer kollektiven Identität definiert. Parteien zum Beispiel nutzen Repertoires, mit denen sie das Ziel erreichen können um eine Regierung zu bilden. Dazu gehört ein bestimmtes Verhalten, wie etwa die Akzeptanz und das Praktizieren parlamentarischer Regeln. Interessensvertretungen wiederum nutzen Repertoires, um auf nationale oder transnationale Eliten Druck auszuüben. Üblicherweise verzichten sie dabei auf Massenmobilisierung und nutzen eher Kanäle des Lobbyings und der Beratung, um auf bestimmte Policy-Inhalte einzuwirken. Soziale Bewegungen hingegen scheuen die hierarchischen Strukturen und nutzen die Mobilisierung der Massen, um ihre Ziele zu erreichen. Sie tun dies einerseits, weil sie aus den gängigen Kanälen der Partizipation ausgeschlossen sind, oder andererseits, weil sie nicht mit den etablierten Akteuren des politischen Systems kooperieren wollen oder können.
1. Zur Lage der EU: Einleitende Analyse der Krisensituation der Europäischen Union im Jahr 2011 und Darstellung der notwendigen Entscheidung zwischen loseren Zweckverbänden oder tieferer Integration.
2. Das Forschungsdesign: Definition der Forschungsfrage, Vorstellung der methodischen Literaturrecherche sowie Formulierung von sechs zentralen Hypothesen zur Integrationskonvergenz.
3. Steht die europäische Integration still?: Theoretische Einordnung der Integrationsbereiche nach Giering und Feststellung, dass trotz formaler Erfüllung der Kriterien eine vertiefende Konvergenz fehlt.
4. Welche Auswirkungen hat die geringe Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich auf die europäische Integration?: Untersuchung der legitimatorischen Defizite durch fehlende europäische Öffentlichkeit und Darstellung des „Elite-Public Gap“.
5. Warum verhindern das repräsentativ-liberale und das deliberative Demokratiemodell die Erhöhung der Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich der europäischen Integration?: Analyse, warum weder repräsentative Wahlen noch deliberative Foren die benötigte europäische Massenöffentlichkeit generieren können.
6. Kann eine Hybrid-Organisation durch die Anwendung von Public-Affairs-Management die Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich der europäischen Integration erhöhen?: Untersuchung des Potenzials von Hybrid-Organisationen, durch gezieltes Stakeholdermanagement eine europäische Bürgerbewegung zu formen.
7. Die Zukunft der europäischen Integration ist abhängig von den Europäern und Europäerinnen: Fazit zur Notwendigkeit einer aktiven Bürgerbeteiligung für die Identitätsbildung und erfolgreiche Weiterentwicklung der EU.
Europäische Integration, Konvergenztheorie, Hybrid-Organisation, Public-Affairs-Management, Europäische Öffentlichkeit, Demokratiemodell, Stakeholdermanagement, Massenmobilisierung, Intergouvernementalismus, Neofunktionalismus, Sozialkonstruktivismus, Identität, politische Partizipation, Lobbying.
Die Arbeit analysiert die Integrationskrise der EU, insbesondere das Defizit an Konvergenz im technisch-kommunikativen Bereich, und untersucht, wie neue Organisationsformen diese Lücke schließen können.
Die zentralen Themen sind Integrationstheorien, demokratische Legitimationsmodelle auf europäischer Ebene, die Rolle der Zivilgesellschaft sowie moderne Methoden des Public-Affairs-Managements.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Hybrid-Organisationen durch die Nutzung von Public-Affairs-Methoden eine europäische Öffentlichkeit schaffen und damit die Integration vorantreiben können.
Die Untersuchung stützt sich auf die Methode der Literaturrecherche und der Analyse ausgewählter Sekundärliteratur zu Integrationstheorien und Demokratiemodellen.
Im Hauptteil werden zunächst klassische Integrationstheorien diskutiert, das Konvergenzmodell nach Giering angewandt und die Unzulänglichkeit aktueller Demokratiemodelle für die Erzeugung einer europäischen Massenöffentlichkeit nachgewiesen.
Die wichtigsten Begriffe sind Europäische Integration, Konvergenz, Hybrid-Organisation, Public-Affairs-Management, Öffentlichkeit und Identität.
Das Modell fördert laut Autor die Durchsetzung nationaler Interessen innerhalb von 27 konkurrierenden Teilöffentlichkeiten, statt eine einheitliche europäische Massenöffentlichkeit zu etablieren.
Es handelt sich um einen Organisationstyp, der die Flexibilität und Mobilisierungskraft sozialer Bewegungen mit den Strategien von Verbänden und Interessensgruppen kombiniert, um aktiv politische Anliegen durchzusetzen.
Der Autor simuliert die Gründung einer Organisation namens „MYeuropeanVOICE“, um zu testen, wie durch professionelles Stakeholdermanagement und Kampagnen die europäische Integration gestärkt werden könnte.
Das Fazit lautet, dass die EU auf ihre Bürger angewiesen ist; nur wenn diese ihren Gestaltungsanspruch aktiv einfordern, kann Europa die notwendige kollektive Identität entwickeln.
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