Hausarbeit, 2011
30 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. im Spiegel von 1672/79
2.1 Die Bühne
2.2 Zwecke und Ziele
2.3 Mittel und Wege
2.3.1 Malerei und Druckerzeugnisse
2.3.2 Statuen und Architektur
2.3.3 Medaillen
2.3.4 Dichtkunst und Prosa
2.3.5 Festkultur
3 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. im Kontext des niederländisch-französischen Krieges von 1672 bis 1679. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse verschiedener Medien, die dazu dienten, den Herrscher als unangefochtene Autorität zu etablieren und sein Image gezielt zu formen.
2.3.1 Malerei und Druckerzeugnisse
Da „alle menschlichen Äußerungen gleichsam als Bilder“56zu sehen sind, soll mit diesen die Aufzählung der diversen Medien begonnen werden, zumal von Ludwig XIV. erstaunliche 480 offizielle Portraits57 existieren. In Frankreich gelang es, die Person des Herrschers mit den ihn präsentierenden Objekten unauflösbar zu verbinden und unter der Prämisse der Ikonizität als staatstragende Denkform zu etablieren58: Dem Bild des Königs wurde stellvertretend für den Monarchen selbst Ehre und Respekt erwiesen, so war es zum Beispiel verboten, einem königlichen Portrait den Rücken zuzukehren59. Es besteht zwischen allen Abbildern und den Betrachtern eine face-to-face Interaktion60, ein direkter Informationsaustausch findet statt: Ein Bildnis des Königs ist der König selbst in seiner sakralen Form, es repräsentiert ihn also als Person, ohne die eine Abbildung höchstens in abstrakter Form möglich gewesen wäre, und davon unabhängig aber parallel, als überhöhtes, visuell erfassbares Amt61. Was ist damit gemeint?
[Der König] ist ein Königsportrait, allein das macht ihn zum König, und außerdem ist er auch ein Mensch.62
Der menschliche Aspekt ist, von Marins Prämisse ausgegangen, zum Bild notwendig. Das Höhere aber, nicht der König, sondern die Krone, das Zentrum des Reiches soll vergegenwärtigt werden. Aus diesem Grund ist eine Darstellung des Herrschers, die in „den Gesichtszügen nicht dem Vorbild entsprechen“63 laut André des Avaux64 grundsätzlich abzulehnen. Aus denselben Gedanken heraus ist aber eine wahre Abbildung des Souveräns an sich nicht möglich, weswegen durch die Ausdrucksmittel der Kunst eine gleichberechtigte Substitution geschaffen werden muss65. Ludwig XIV. ist insofern eine Besonderheit in seiner Inszenierung, als dass er aus freien Stücken eins wurde mit seiner Rolle und seine Person faktisch rund um die Uhr der Öffentlichkeit preisgab66. Entgegen der Theorie Goffmans schaffte er es, seine Rollendistanz komplett abzubauen und eins mit dem offiziellen Selbst zu werden67.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. ein und begründet die Auswahl des niederländisch-französischen Krieges als Untersuchungszeitraum sowie die theoretische Herangehensweise nach Goffman.
2 Die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. im Spiegel von 1672/79: Das Hauptkapitel widmet sich der konkreten Untersuchung, beginnend bei der historischen Bühne des Krieges, den Zielen der königlichen Machtdarstellung und der detaillierten Betrachtung der eingesetzten Medien von Malerei bis zur Festkultur.
2.1 Die Bühne: Hier wird der historische Kontext des niederländisch-französischen Krieges beleuchtet, wobei dieser als Rahmenbedingung für die Selbstinszenierung des Monarchen fungiert.
2.2 Zwecke und Ziele: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Ziele Ludwigs XIV., insbesondere die Notwendigkeit, den Krieg propagandistisch als Erfolg zu verkaufen und die Absolutheitsidee zu festigen.
2.3 Mittel und Wege: Dieser Abschnitt dient als Einleitung für die Analyse der konkreten propagandistischen Instrumente, die dem König zur Verfügung standen.
2.3.1 Malerei und Druckerzeugnisse: Untersucht die Funktion von Portraits, Schlachtenbildern und Druckgrafiken als Mittel zur Konstruktion eines sakralen, überhöhten Königsbildes.
2.3.2 Statuen und Architektur: Analysiert die Wirkung monumentaler Denkmäler und Bauten wie Triumphbögen und Reiterstandbilder als Symbole einer zeitlosen, präsenten Monarchie.
2.3.3 Medaillen: Betrachtet Medaillen als institutionalisiertes Gedenkmedium, das den Ruhm des Königs dauerhaft mit seiner Person und Herrschaft verknüpfen sollte.
2.3.4 Dichtkunst und Prosa: Untersucht die Rolle des geschriebenen Wortes als "sichtbares" Kunstwerk, das den Ruhm des Königs durch erhabene Sprache preisen sollte.
2.3.5 Festkultur: Beschreibt öffentliche Spektakel und Feste als Fortsetzung von Politik und Diplomatie, die den König als Mittelpunkt eines theatralen Inszenierungsapparates zeigen.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Inszenierungsstrategie Ludwigs XIV. als medienübergreifend, effizient und bis in die Gegenwart wirkungsvoll.
Ludwig XIV., Sonnenkönig, Absolutismus, Propaganda, Inszenierung, Macht, Repräsentation, Bildsprache, Goffman, Petite Académie, Frankreich, Niederländisch-französischer Krieg, Kulturgeschichte, Ikonologie, Selbstdarstellung.
Die Arbeit analysiert die Strategien, mit denen der französische König Ludwig XIV. während des niederländisch-französischen Krieges (1672–1679) seine Macht und Person öffentlich inszenierte.
Im Zentrum stehen die Konzepte des Absolutismus, die Rolle der Propaganda, die symbolische Darstellung von Herrschaft sowie die theoretische Verknüpfung von Politik und Theaterbühne.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Ludwig XIV. durch eine medienübergreifende Strategie sein Image als absolutistischer Herrscher aufbaute und welche Rolle die visuelle und literarische Repräsentation dabei einnahm.
Die Arbeit nutzt das theoretische Fundament von Erving Goffman, insbesondere dessen Vergleich von Politik mit einer Theaterbühne, um die Interaktion zwischen dem Monarchen und der Öffentlichkeit zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Krieges sowie eine medienbezogene Detailanalyse, die Malerei, Druckerzeugnisse, Architektur, Medaillen, Literatur und Festkultur umfasst.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sonnenkönig, Inszenierungsstrategie, Ikonologie, Repräsentation, Petite Académie und politische Öffentlichkeitsarbeit.
Dieser Zeitraum bietet sich an, da er den niederländisch-französischen Krieg umfasst, eine Phase, in der die Repräsentation bereits etabliert war, aber die Herausforderungen an die Propaganda durch militärische und politische Konflikte besonders deutlich wurden.
Das Fazit bewertet die Strategie als äußerst erfolgreich und "modern", weist jedoch darauf hin, dass innere Widerstände teilweise mit Gewalt unterdrückt werden mussten und die Propaganda bei zu starker Übertreibung Gefahr lief, ihre Wirkung zu verlieren.
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