Diplomarbeit, 2002
79 Seiten, Note: 1,3
1 ASSET ALLOCATION
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Strategische Asset Allocation
1.3 Taktische Asset Allocation
1.4 Zusammenfassung
2 CAPITAL ASSET PRICING MODELL (CAPM)
2.1 Einordnung
2.2 Modelldarstellung
2.3 Strategische Asset Allocation mit dem CAPM
2.4 Anwendungsprobleme in der Praxis
3 BEHAVIORAL FINANCE
3.1 Irrationalität auf Kapitalmärkten
3.2 Verhaltensmuster bei irrationalem Handeln
4 ÜBERBLICK ÜBER DAS ASSET ALLOCATION MODELL
4.1 Modellannahmen
4.2 Modelldarstellung
5 DER INDIKATOR-POOL
5.1 Double-Moving-Average-System
5.2 Der Fundamental Indikator
5.3 Das Fed-Modell
6 QUANTITATIVE ANALYSE
6.1 Testergebnisse
6.2 Interpretation der Testergebnisse
7 EXOGENE EREIGNISSE UND DER FONDSMANAGER
8 KONKLUSION UND AUSBLICK
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Asset Allocation Modells, das unter Einbeziehung technischer, makro- und mikroökonomischer Indikatoren Anlegern eine taktische Gewichtung von Aktien und Anleihen ermöglicht, um gegenüber einem passiven Management eine Outperformance zu erzielen.
3.1 Irrationalität auf Kapitalmärkten
Newton erkannte bereits in den Anfängen der Börsengeschichte, dass Entscheidungen auf dem Handelsparkett nicht allein auf fundamentale Daten zurückgeführt werden können.
Auf ein Grundphänomen des Behavioral Finance wies Keynes bereits im Jahr 1936 hin. In seiner „General Theory of Employment, Interest and Money“ vertrat er die Überzeugung, dass das Verhalten auf dem Aktienmarkt eher auf die Psychologie der Investoren als auf die Analyse von Fundamentalwerten zurückzuführen sei und unterstellte hierbei Irrationalität beim Handeln auf Kapitalmärkten.
Die einprägsamste Passage aus Keynes Werk ist die Schönheitskonkurrenz-Geschichte. Er verglich darin den Aktienmarkt mit einem Preisausschreiben in einer Zeitung, bei welchem die Kandidaten die sechs hübschesten Gesichter aus 100 Fotos aussuchen mussten. Sieger durfte sich derjenige Kandidat nennen, dessen Wahl am Nähesten beim durchschnittlichen Geschmack lag.
Offensichtlich wird der Leser in einem solchen Wettbewerb nicht die Gesichter wählen, die ihm persönlich am besten gefallen, sondern diejenigen, von denen er glaubt, dass sie die anderen am schönsten finden. Eine bessere Strategie wäre gar, diejenigen Gesichter zu wählen, von denen angenommen wird, dass die anderen Kandidaten meinen, die anderen fänden sie am schönsten. Diese Geschichte kann als Metapher für das irrationale Verhalten von Investoren auf Aktienmärkten angesehen werden.
1 Asset Allocation: Definition und Abgrenzung zwischen strategischer und taktischer Asset Allocation sowie Erläuterung der Zielsetzungen.
2 Capital Asset Pricing Modell (CAPM): Darstellung der theoretischen Grundlagen des CAPM, der Annahmen und der Anwendungsprobleme in der Praxis.
3 Behavioral Finance: Einführung in die verhaltensökonomische Theorie zur Erklärung irrationaler Marktmuster wie dem Dispositionseffekt und Overconfidence.
4 Überblick über das Asset Allocation Modell: Beschreibung des Modellaufbaus und der Einflussfaktoren wie Indikatoren, exogene Ereignisse und Fondsmanager-Erfahrung.
5 Der Indikator-Pool: Detaillierte Vorstellung der drei verwendeten Indikator-Ansätze (Double-Moving-Average, Fundamental Indikator, Fed-Modell) und deren Methodik.
6 Quantitative Analyse: Präsentation und Interpretation der Backtest-Ergebnisse sowie Sensitivitätsanalysen für die verschiedenen Kapitalmärkte.
7 Exogene Ereignisse und der Fondsmanager: Analyse der Auswirkungen nicht-ökonomischer Schockereignisse auf die Marktentwicklung und die notwendige menschliche Steuerung.
8 Konklusion und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Modellergebnisse und Diskussion von Potenzialen für zukünftige Erweiterungen.
Asset Allocation, Taktische Gewichtung, Outperformance, CAPM, Behavioral Finance, Double-Moving-Average, Fundamental Indikator, Fed-Modell, Marktanomalien, Kapitalmärkte, Risikomanagement, Performanceanalyse, Aktien, Anleihen, Quantitative Analyse.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines aktiven Asset Allocation Modells, um durch taktische Umschichtungen von Aktien und Anleihen eine Outperformance gegenüber dem Markt zu generieren.
Die zentralen Felder sind moderne Portfoliotheorie, Behavioral Finance zur Erklärung von Marktanomalien sowie die technische und fundamentale Marktanalyse.
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen Modells, das auf Basis systematischer Indikatoren kurzfristige Renditechancen identifiziert und Fondsmanagern bei der Allokationsentscheidung stützt.
Es wird eine empirische Studie durchgeführt, die Backtests für vier große Kapitalmärkte nutzt, um durch quantitative Analysen (Tracking Error, Information Ratio) die Wirksamkeit verschiedener Handelsstrategien zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des Indikator-Pools (Double-Moving-Average, Fundamental Indikator, Fed-Modell) und die quantitative Auswertung dieser Strategien.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Asset Allocation, Outperformance, Behavioral Finance, Marktanomalien und quantitative Strategien charakterisiert.
Der Autor kritisiert am CAPM, dass es auf einem effizienten Kapitalmarkt und homogenen Erwartungen basiert, während das entwickelte Modell gerade die Ineffizienzen und irrationalen Verhaltensweisen von Anlegern ausnutzen will.
Exogene Ereignisse wie politische Krisen oder Terroranschläge entziehen sich quantitativen Modellen; sie erfordern die zusätzliche, subjektive Bewertung durch den Fondsmanager, um kurzfristige Schocks effektiv zu handhaben.
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