Bachelorarbeit, 2011
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Theorie vom sozialen Kapital
2.1 Begriffsentwicklung und theoretischer Ursprung
2.2 Putnams Konzept vom Sozialkapital
2.2.1 Die Bildung sozialen Kapitals
2.2.2 Die Wirkung sozialen Kapitals
2.3 Dimensionen des Sozialkapitals
2.3.1 Formelles und informelles Sozialkapital
2.3.2 Sozialkapital mit hoher oder geringer Dichte
2.3.3 Innenorientiertes und außenorientiertes Sozialkapital
2.3.4 Brückenbildendes und bindendes Sozialkapital
2.4 Kritik an Putnams Sozialkapitalkonzept
3. Das Untersuchungsdesign
3.1 Fragestellungen und Vergleichsobjekte
3.2 Zusammenhangshypothesen
3.3 Fallkonstruktion und Fallauswahl
3.4 Datengrundlage
3.5 Operationalisierungen
3.5.1 Staatsschuldenkrise
3.5.1 Betroffenheit von der Staatsschuldenkrise
3.5.2 Vertrauen in das politische System
3.5.4 Soziales Kapital
3.6 Anmerkungen zum explorativen Charakter
4. Politisches Vertrauen und Staatsschuldenkrise
4.1 Politisches Vertrauen im Verlauf der Staatsschuldenkrise
4.2 Politisches Vertrauen und Art der Krisenbetroffenheit
4.3 Politisches Vertrauen und Stärke der Krisenbetroffenheit
4.4 Zwischenbetrachtung
5. Politisches Vertrauen und soziales Kapital
5.1 Generalisiertes Vertrauen und politisches Vertrauen
5.2 Soziale Netzwerke und politisches Vertrauen
5.2.1 Einbindung in informelle Netzwerke
5.2.2 Einbindung in formelle horizontale Netzwerke
5.2.1 Einbindung in formelle vertikale Netzwerke
5.3 Zwischenbetrachtung
6. Fazit
Die Arbeit untersucht im Rahmen einer vergleichenden Studie, ob die Staatsschuldenkrise zu einem Rückgang des Vertrauens in das politische System sowie zu Veränderungen bei den Sozialkapitalbeständen in ausgewählten Eurostaaten geführt hat. Dabei wird analysiert, ob eine Korrelation zwischen der Betroffenheit eines Staates von der Krise und dem Vertrauensverlust besteht.
2.2.1 Die Bildung sozialen Kapitals
Anknüpfend an Coleman, liegt der Ursprung sozialen Kapitals für Putnam in privaten Assoziationen, in die Akteure aus rationalem Nutzenkalkül eintreten. Mit Hilfe anderer möchten sie dadurch Ziele erreichen, die ohne derartige Beziehungsstrukturen gar nicht oder nur schwer erreichbar wären. Damit ein Akteur jedoch auf die Unterstützung eines anderen Akteurs zurückgreifen kann, muss in der Regel einer der beiden in Vorleistung treten. Im Sinne der Reziprozität verpflichtet eine solche Vorleistung den anderen Akteur idealer Weise zu einer ausgleichenden Gegenleistung. Die kann häufig jedoch erst im Nachhinein erbracht werden. Deshalb ist das Erbringen einer Vorleistung individuell nur rational, wenn sich die Akteure sicher sein können, für ihre Leistungen später auch entsprechende Gegenleistungen zu erhalten.27
Wie die Spieltheorie vielfach gezeigt hat, ist derartige Sicherheit für Akteure innerhalb einmaliger dyadischer Beziehungen jedoch ausgeschlossen. Schließlich wäre es für jeden Akteur individuell rational, eine Vorleistung zu erhalten, ohne selbst eine Gegenleistung dafür zu erbringen. Gleichzeitig schadet es jedoch allen Akteuren, wenn es aufgrund solcher Unsicherheiten gar nicht erst zu Kooperationen kommt. Die Reduktion von Unsicherheit ist für Putnam daher der große Mehrwert sozialer Netzwerke. Durch die regelmäßige Interaktion und Kommunikation zwischen den Netzwerkmitgliedern, werden Informationen über die Vertrauenswürdigkeit von Personen ausgetauscht. Dadurch steigen einerseits die Kosten für all jene Akteure, die eine erhaltene Vorleistung nicht mit einer entsprechenden Gegenleistung ausgleichen wollen. Sie werden durch die Netzwerkmitglieder entweder dazu gebracht die Reziprozitätsnormen einzuhalten oder aber aus dem Netzwerk ausgeschlossen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Übergang der Finanzkrise zur Staatsschuldenkrise und leitet die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich des Vertrauensverlusts in die Politik und der Rolle des Sozialkapitals her.
2. Die Theorie vom sozialen Kapital: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Sozialkapitals, insbesondere basierend auf dem Konzept von Robert D. Putnam, und beleuchtet dessen theoretische Grundlagen, Dimensionen sowie akademische Kritikpunkte.
3. Das Untersuchungsdesign: Hier wird der methodische Rahmen der Arbeit abgesteckt, inklusive der Fallauswahl (PIIGS- vs. Triple-A-Staaten), der Operationalisierung zentraler Begriffe und der Datengrundlage basierend auf dem Eurobarometer.
4. Politisches Vertrauen und Staatsschuldenkrise: Der Hauptteil analysiert empirisch, wie das politische Vertrauen in den untersuchten Ländern im Zeitverlauf abgenommen hat und setzt dies in Beziehung zur Art und Stärke der jeweiligen Krisenbetroffenheit.
5. Politisches Vertrauen und soziales Kapital: Dieses Kapitel prüft den theoretisch postulierten Zusammenhang zwischen der Einbindung in soziale Netzwerke (informell, formell horizontal, formell vertikal) und dem Vertrauen in das politische System.
6. Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, hinterfragt die theoretischen Annahmen kritisch und diskutiert die Grenzen der Aussagekraft der Studie aufgrund der Datenlage.
Staatsschuldenkrise, Sozialkapital, politisches Vertrauen, Robert D. Putnam, Eurobarometer, Krisenbetroffenheit, PIIGS-Staaten, Triple-A-Staaten, Netzwerke, Demokratieforschung, institutionelles Vertrauen, Reziprozität, empirische Analyse, politische Kultur, Finanzkrise
Die Arbeit analysiert, inwiefern sich die Staatsschuldenkrise auf das Vertrauen der Bürger in ihre nationalen politischen Systeme ausgewirkt hat und ob dieser Prozess mit einem Rückgang von Sozialkapital korreliert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Politikwissenschaft, der Demokratietheorie, der Sozialkapitalforschung und der vergleichenden Analyse von europäischen Krisenstaaten.
Die zentrale Frage ist, ob die Staatsschuldenkrise zu einem messbaren Vertrauensverlust in das politische System geführt hat und ob dies nach der Theorie von Robert Putnam mit einer Veränderung der gesellschaftlichen Netzwerkstrukturen einhergeht.
Die Arbeit nutzt ein Most-Similar-Systems-Design für die Fallauswahl und führt eine quantitative Sekundärdatenanalyse basierend auf Eurobarometer-Umfragen und Kredit-Ratings von Fitch Ratings durch.
Im Hauptteil werden zunächst der Vertrauensverlust der Bevölkerung im Verlauf der Krise und danach die empirischen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Dimensionen sozialen Kapitals und dem politischen Vertrauen untersucht.
Die wichtigsten Begriffe sind Staatsschuldenkrise, Sozialkapital, politisches Vertrauen, Krisenbetroffenheit und Demokratieforschung.
Der Autor unterscheidet zwischen den sogenannten PIIGS-Staaten (direkt und stark betroffen) und den Triple-A-Staaten (indirekt und schwächer betroffen), basierend auf deren Kredit-Ratings durch Fitch Ratings.
Ein unerwartetes Ergebnis war, dass sich die theoretische Annahme Putnams, wonach ein Vertrauensverlust zwangsläufig mit einem Rückgang an Sozialkapital einhergehen muss, empirisch in dieser Form nicht durchgängig belegen ließ.
Der Autor weist darauf hin, dass die eingeschränkte Verfügbarkeit valider Daten zu Sozialkapitalindikatoren im Eurobarometer die Aussagekraft der Studie auf einen explorativen Charakter begrenzt.
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