Bachelorarbeit, 2009
67 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Konsum und Abhängigkeit
2.1 Substanzgebundener Konsum illegaler Drogen
2.2 Drogenabhängigkeit - Krankheit oder selbstbestimmter Lebensstil!?
2.3 Konsument/innen als Inhaber/innen der Menschenwürde
3. Abstinenzorientierte Drogenpolitik vs. Akzeptierende Drogenarbeit!?
3.1 Abstinenzorientierte Drogenpolitik und Gesetzgebung in Deutschland
3.2. Akzeptierende Drogenarbeit
3.2.1 Die Anfänge des Ansatzes akzeptierender Drogenarbeit
3.2.2 Prinzipien, Ziele und Methoden akzeptierender Drogenarbeit
4. Handlungstheoretische Grundlagen und praktische Umsetzung akzeptierender Drogenarbeit
4.1 Hermeneutisches Paradigma und lebensweltorientierte Soziale Arbeit
4.2 Verantwortungsethik und die Bedeutung für akzeptierende Drogenarbeit
4.3 Befähigung von Drogenkonsument/innen durch Empowerment
4.4 Beispiele praktischer Umsetzung akzeptierender Drogenarbeit
4.4.1 Konsumräume
4.4.2 Drugchecking
4.4.3 Aufsuchende Arbeit
5. Resümee
Die Arbeit untersucht den praktischen Ansatz der akzeptierenden Drogenarbeit, um der oftmals unterstellten Willkürlichkeit entgegenzuwirken. Durch die Verknüpfung von Prinzipien, Zielen und Methoden mit sozialwissenschaftlichen Theorien und ethischen Perspektiven wird die Notwendigkeit dieses Ansatzes in einer abstinenzorientierten Drogenpolitik kritisch analysiert und die Praxistauglichkeit anhand ausgewählter Angebote beleuchtet.
4.4.1 Konsumräume
Bereits vor der rechtlichen Implementierung im §10a des BtMG (siehe Punkt 3) gab es Anfang der 90er Jahre erste Ansätze von Konsumräumen in Frankfurt am Main und in Hamburg. Auf internationaler Ebene entstanden die ersten Konsumräume in der Schweiz (seit 1986) und den Niederlanden (seit 1996). (vgl. akzept e.V. u.a., 2000, 5 / Michels, 2000, 6ff / Klee, ³2005, 364) Die Überführung der bisher nur geduldeten Institutionen in geltendes Recht erleichterte einerseits deren Ausbau und förderte die Entstehung neuer Konsumräume16, andererseits wurde ein umfassendes Regelwerk erstellt, an welchem sich die Träger der Konsumräume seitdem orientieren müssen. Auf Bundesebene wurden zehn Mindeststandards festgelegt, die alle Bundesländer bei Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen haben, weitere Ausgestaltungen (z.B. Standortwahl, Öffnungszeiten, Zugangsvoraussetzungen und -beschränkungen) obliegen den Ländern. (vgl. Klee, ³2005, 364 / Schneider, 2004, 15f)
Die zehn Mindeststandards - festgeschrieben in §10a BtMG - lauten: (1) “Zweckdienliche sachliche Ausstattung der Räumlichkeiten, die als Drogenkonsumraum dienen sollen; (2) Gewährleistung einer sofort einsatzfähigen medizinischen Notfallversorgung; (3) medizinische Beratung und Hilfe zum Zwecke der Risikominderung beim Verbrauch der von Abhängigen mitgeführten Betäubungsmittel; (4) Vermittlung von weiterführenden und ausstiegsorientierten Angeboten der Beratung und Therapie; (5) Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten nach diesem Gesetz in Drogenkonsumräumen, abgesehen vom Besitz von Betäubungsmitteln nach §29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 zum Eigenverbrauch in geringer Menge;
1. Einleitung: Die Einleitung benennt die Kritikpunkte an der akzeptierenden Drogenarbeit, insbesondere den Vorwurf der Unprofessionalität und Willkür, und setzt das Ziel, diesen durch eine wissenschaftliche Fundierung des Ansatzes zu begegnen.
2. Konsum und Abhängigkeit: Dieses Kapitel erörtert die medizinischen und sozialwissenschaftlichen Perspektiven auf Drogenkonsum, unterscheidet zwischen Konsum und Abhängigkeit und betont den Autonomieanspruch sowie die Menschenwürde der Konsument/innen.
3. Abstinenzorientierte Drogenpolitik vs. Akzeptierende Drogenarbeit!?: Hier wird die aktuelle deutsche Drogenpolitik kritisch der akzeptierenden Drogenarbeit gegenübergestellt, wobei insbesondere repressive Maßnahmen im öffentlichen Raum sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Diskrepanz zur akzeptierenden Arbeit analysiert werden.
4. Handlungstheoretische Grundlagen und praktische Umsetzung akzeptierender Drogenarbeit: Das Kapitel verknüpft theoretische Konzepte wie das hermeneutische Paradigma, lebensweltorientierte Soziale Arbeit, Verantwortungsethik und Empowerment mit der konkreten Umsetzung in niedrigschwelligen Angeboten.
5. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die fachliche Professionalität akzeptierender Drogenarbeit und fordert eine stärkere Besinnung auf die ethischen und ideologischen Wurzeln im Sinne der Parteilichkeit für Konsument/innen.
Akzeptierende Drogenarbeit, Schadensminimierung, Empowerment, Lebensweltorientierung, Menschenwürde, Autonomie, Konsumräume, Drugchecking, aufsuchende Arbeit, Verantwortungsethik, Drogenpolitik, Sucht, Abstinenz, Parteilichkeit, Sozialarbeit.
Die Bachelor-Abschlussarbeit setzt sich mit dem fachlichen Konzept der akzeptierenden Drogenarbeit auseinander und belegt, dass es sich dabei um eine fundierte und professionelle Form der Sozialen Arbeit handelt, die entgegen gängiger Vorwürfe nicht willkürlich agiert.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen (ethisch und handlungstheoretisch), die rechtliche und politische Situation der Drogenhilfe in Deutschland sowie die konkrete praktische Ausgestaltung niedrigschwelliger Angebote.
Das primäre Ziel ist es, den Ansatz der akzeptierenden Drogenarbeit durch die Verknüpfung von Prinzipien, Zielen und Methoden mit sozialwissenschaftlichen Theorien zu legitimieren und der Annahme der Unprofessionalität entgegenzutreten.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch fundierte Analyse, die sich auf aktuelle Fachliteratur, sozialwissenschaftliche Theorien (z.B. Lebensweltorientierung nach Thiersch, Hermeneutik) sowie ethische Konzepte (Verantwortungsethik) stützt, ergänzt durch eigene Erfahrungen der Verfasserin.
Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung zur abstinenzorientierten Drogenpolitik, die ethischen Implikationen (Menschenwürde, Autonomie), die theoretischen Handlungsmaximen (Empowerment, Verantwortungsethik) sowie die Umsetzung in Konsumräumen, Drugchecking-Projekten und der aufsuchenden Arbeit.
Wichtige Begriffe sind Akzeptierende Drogenarbeit, Schadensminimierung, Empowerment, Menschenwürde, Autonomie, Konsumräume und Partizipation.
Die deutsche Drogenpolitik, die stark auf Repression und Abstinenz ausgerichtet ist, erschwert die Arbeit der akzeptierenden Drogenhilfe massiv, was häufig dazu führt, dass sich Einrichtungen im "Graubereich der Legalität" bewegen müssen.
Die Ergebnisse widerlegen den Vorwurf der Willkürlichkeit und zeigen auf, dass eine "absolute" akzeptierende Drogenarbeit in Deutschland aufgrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation kaum möglich ist, ohne sich in rechtlichen Graubereichen zu bewegen.
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