Masterarbeit, 2011
116 Seiten, Note: 2
I. Grundlegendes
1. Vorwort und einleitende Worte
2. Alleinsein, Einsamkeit und soziale Isolation
2.1 Das soziale Netz
2.2 Alleinsein und/oder Einsamsein?
2.2.1 Positives Alleinsein
2.2.2 Negatives Einsamsein
2.2.2.1 Soziale Isolation
2.2.2.1.1 Gründe und Gefahren, in soziale Isolation zu geraten
2.2.2.1.2 Auswirkungen sozialer Isolation
2.2.2.1.2.1 Reaktionen sozial isolierter Personen
2.2.2.1.2.2 Suizidalität
2.3 Zusammenfassend: Unterscheidung nach objektiven und subjektiven Kriterien
II. Alleinsein, Einsamkeit und soziale Isolation literarischer Figuren
1. Ausgangssituationen
2. Auswirkungen des Alleinseins
2.1 Der Verlust
2.1.1 Suchdrang und Reaktionen auf den erlittenen Verlust
2.1.1.1 Aufsuchen von bekannten und vertrauten Orten
2.2 Positives Alleinsein oder negatives Einsamsein?
2.3 Reaktionen
2.3.1 Furcht, Angst, Panik und Paranoia
2.3.2 Hoffnungslosigkeit, Resignation und Suizidalität
2.3.3 Veränderungen der Figuren
3. Das Leben mit dem Alleinsein: (Über-)Lebensstrategien
3.1 Bekämpfen der Schutzlosigkeit
3.1.1 Bewaffnung
3.1.2 Aufrechterhalten und Herstellen von Strukturen
3.1.2.1 Festhalten an Datum und Zeit
3.2 Selbstversorgungsstrategien
3.2.1 Körperliche Beschwerden
3.3 Füllen der ‚leeren‘ Zeit
3.3.1 Schreiben
3.3.2 Lesen
3.3.3 Nachdenken und die Funktion von Erinnerungen
3.3.4 Musik
3.3.5 Kartenspiel
3.3.6 Zielvorgaben und selbstauferlegte Aufgaben
3.3.7 Religiosität und Glaube
3.3.8 Sorge um Lebewesen
3.4 Interaktion und Kommunikation im ‚leeren‘ Feld
3.4.1 Vermischung von Realität und Fantasie
3.4.2 Die Natur als Lebewesen und Gegenüber
3.4.3 Selbstbeobachtung und -analyse
3.4.4 Auftreten einer zweiten Figur
3.4.5 Tiere als soziales Netz
3.4.5.1 Ein treuer Begleiter: Der Jagdhund Luchs
3.4.5.2 Eine Nährmutter: Die Kuh Bella
3.4.5.3 Eine Partnerin: Die Katze
4. Ergebnisse eines Lebens in Isolation: Resignation oder Neuanfang
4.1 Hoffnungslosigkeit, Selbstaufgabe und Suizidhandlung
4.2 Befreiung aus der Einsamkeit: Der Weg zum (positiven) Alleinsein
III. Fazit und Abschluss
Die Masterarbeit analysiert die Darstellung von Alleinsein, Einsamkeit und sozialer Isolation in ausgewählten literarischen Werken nach 1945. Ziel ist es, die individuellen Strategien literarischer Figuren zu untersuchen, mit denen sie in einer durch Katastrophen oder soziale Abspaltung geprägten Welt zurechtkommen oder an dieser scheitern, und dabei zwischen positivem Alleinsein und negativer, existenzieller Vereinsamung zu differenzieren.
3.1.1 Bewaffnung
Ohne Gewehr fühlte er sich schutzlos.
Bei den Figuren Glavinics, Schmidts, Rosendorfers und Haushofers ist eine Bewaffnung zu beobachten. Dieses Verhalten zeigt die Angst vor dem Unbekannten und die Furcht vor anderem und fremdem Lebendigen.
Jonas‘ „Wunsch, jemandem zu begegnen, verkehrt sich in Panik, dass eben dies geschehen könnte“, und aus diesem Grund rüstet sich der Held aus Die Arbeit der Nacht mit unterschiedlichen Gegenständen gegen einen Angriff. Als erste Waffe dient ihm eine Rohrzange, die er aus seinem Kellerabteil holt und mit welcher er sich Zugang zu verschlossenen Räumen verschafft. (Vgl. z.B. AdN, 18f.) Seine zweite Waffe ist nach Zerstörung der Rohrzange ein altes Kriegsmesser seines Vaters, (vgl. AdN, 27) das ihm bei seinen ersten Erkundungen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt: „In der tiefen Tasche seiner Jeans hielt seine Hand das Messer umspannt.“ (AdN, 29) Seine dritte Waffenwahl fällt auf eine Pumpgun, die er sich aus einem Waffengeschäft holt, denn „[m]it Waffen kannte er sich aus“ (AdN, 45) und seiner Meinung nach gab es Situationen, in denen der Besitz eines Gewehrs Vorteile bot. Nicht einer beliebigen Flinte. Das beste Gewehr der Welt, wenigstens vom psychologischen Standpunkt, war eine Pumpgun. Wer einmal gehört hatte, wie dieses Gewehr durchgeladen wurde, vergaß den Klang nicht. (AdN, 46)
I. Grundlegendes: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert die zentralen Begriffe Alleinsein, Einsamkeit sowie soziale Isolation und beleuchtet deren psychologische und soziologische Grundlagen.
II. Alleinsein, Einsamkeit und soziale Isolation literarischer Figuren: Hier werden die untersuchten literarischen Werke hinsichtlich der spezifischen Ausgangssituationen ihrer Figuren und der daraus resultierenden psychischen sowie verhaltensbezogenen Reaktionen analysiert.
III. Fazit und Abschluss: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Unmöglichkeit für die Figuren, sich ohne externe Einflüsse vollständig aus ihrer Isolation zu befreien, sowie über die Rolle von Arbeit, Natur und fiktiven Gegenübern als Bewältigungsmechanismen.
Alleinsein, Einsamkeit, soziale Isolation, literarische Figuren, Postapokalypse, Überlebensstrategien, Resignation, Suizidalität, psychische Gesundheit, Kommunikation, Natur, Bewaffnung, Selbstbeobachtung, Angstzustände, fiktive Gegenüber.
Die Arbeit untersucht vergleichend die Darstellung von Alleinsein, Einsamkeit und sozialer Isolation in sechs ausgewählten Romanen der neueren deutschsprachigen Literatur, in denen sich Figuren in einer isolierten, oft menschenleeren Umwelt wiederfinden.
Zu den Schwerpunkten zählen die psychischen Auswirkungen des Verlusts sozialer Netze, die Entwicklung von (Über-)Lebensstrategien, die Rolle von Sprache und Kommunikation sowie der Umgang mit der eigenen Existenz in einer extremen Ausnahmesituation.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie die Figuren in diesen Texten ihre Isolation bewältigen, welche Funktionen die Einsamkeit für die literarische Gestaltung einnimmt und ob Wege aus der (sozialen) Isolation heraus existieren oder ob diese unumkehrbar sind.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche, vergleichende Analyse, die theoretische Grundlagen aus der Einsamkeitsforschung mit der textnahen Interpretation der ausgewählten Werke verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ausgangssituationen, die Auswirkungen des Alleinseins (Verlust, psychische Reaktionen), die detaillierte Analyse von Überlebensstrategien (wie Bewaffnung, Strukturierung des Alltags, Interaktion mit der Natur oder Tieren) und die Reflexion über das jeweilige Schicksal der Figuren.
Wichtige Begriffe sind Alleinsein, Einsamkeit, soziale Isolation, Postapokalypse, Resignation, Suizidalität sowie verschiedene Bewältigungsstrategien wie Kommunikation, Selbstversorgungsstrategien und die Funktion von Tieren.
Das soziale Netz gilt als essenziell für die psychische und physische Gesundheit. Die Arbeit zeigt, wie dessen plötzlicher Ausfall die Figuren zur individuellen Neugestaltung ihres Lebens zwingt, wobei die Erfolgschancen dieser Neugestaltung stark variieren.
Tiere fungieren in vielen der Texte, insbesondere in Marlen Haushofers *Die Wand*, als entscheidendes soziales Ersatznetz, das den Figuren Struktur, emotionale Bindung und einen Sinn für das Weiterleben verleiht.
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