Hausarbeit, 2011
15 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem
3. Berufskarrieren von Migranten
3.1. Von der Bildungs- zur Berufskarriere
3.2. Typische Beschäftigungsfelder und Erwerbsquote von Migranten
3.3. Überdurchschnittlich qualifizierte Migranten
3.4. Zusammenfassung
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob für Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und beim Übergang in den Arbeitsmarkt negative Karriereverläufe bereits vorprogrammiert sind. Dabei werden sowohl ethnische Kompetenzunterschiede als auch strukturelle Mechanismen im Bildungssystem analysiert, die zu Benachteiligungen führen oder diese begünstigen.
1. Einleitung
Im alltagsprachlichen Gebrauch beschreibt der Begriff der „Karriere“ oft lediglich den Aufstieg in einer bestimmten Profession (vgl. Goffman, 1961: 127). Doch auch die Soziologie verwendet diesen Begriff, allerdings wesentlich vielfältiger. So betont Goffman beispielsweise den moralischen Aspekt der Karriere, wenn er in seinem Werk „Asylum“ die Karriere Geisteskranker untersucht. Für ihn ist „Karriere“ etwas subjektives, sie beschreibt, wie ein Individuum sein Leben als Ganzes betrachtet und vor allem die darin befindlichen verschiedenen Merkmale, Vorkommnisse und alle Dinge, welche ihm zustoßen (vgl. Goffman, 1961: 137).
Auch auf die Bildungssoziologie lässt sich der Begriff „Karriere“ übertragen, wie es vor allem Cicourel und Kitsuse in ihrem Aufsatz „Die soziale Organisation der Schule und abweichende jugendliche Karrieren“ getan haben. Sie untersuchen dabei vor allem die Rolle der Institutionen und beschreiben negative Bildungskarrieren als Konstrukt zweiten Grades, da sie hauptsächlich auf Zuschreibung und Typisierungen zu beruhen scheinen (vgl. Cicourel/Kitsuse, 1974: 364). Demnach hat die Klassifizierung eine Schülers als „Problemfall“ weitreichende Folgen für seine weitere schulische Karriere (vgl. ebd.: 365).
In Zeiten der zunehmenden globalen Mobilität fallen auch Kinder mit Migrationshintergrund häufig in diese Kategorie. Offensichtlich haben sie bei der Eingliederung in das deutsche Bildungssystem größere Schwierigkeiten als Kinder ohne Migrationshintergrund. Bereits in der Schule als Institution zur Vermittlung geltender Normen und Werte und dem erforderlichen Wissen für das weitere Leben sollte somit Integration gefordert, aber gleichermaßen auch gefördert werden.
1. Einleitung: Einführung in den Karrierebegriff im soziologischen Kontext und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Benachteiligung von Migrantenkindern.
2. Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem: Analyse der Hürden im Vorschulalter und schulischen Verlauf, inklusive der Auswirkungen von Wohngebietssegregation und institutionellen Zuschreibungsprozessen.
3. Berufskarrieren von Migranten: Untersuchung der Übergangsproblematik von der Schule in den Beruf sowie der spezifischen Beschäftigungssituation von Migranten auf dem Arbeitsmarkt.
3.1. Von der Bildungs- zur Berufskarriere: Diskussion über den Stellenwert von Arbeit und die Rolle von Diskriminierungsmechanismen am Übergang zum Arbeitsmarkt.
3.2. Typische Beschäftigungsfelder und Erwerbsquote von Migranten: Differenzierte Betrachtung der Erwerbsbeteiligung nach Geschlecht und Generation.
3.3. Überdurchschnittlich qualifizierte Migranten: Analyse der Situation von hochqualifizierten Zuwanderern und der Schwierigkeit, Daten zu in Deutschland ausgebildeten Migranten in der universitären Bildung zu erheben.
3.4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur schwierigen Arbeitsmarktsituation und den Integrationsvorteilen der zweiten Generation.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Betonung der Bedeutung individueller Selbstplatzierung bei gleichzeitiger Notwendigkeit, systemische Diskriminierung zu bekämpfen.
Migrantenkinder, Bildungssystem, Arbeitsmarkt, Karriere, Integration, Diskriminierung, Bildungsabschluss, Erwerbsquote, Zweite Generation, soziale Mobilität, Segregation, Kompetenzunterschiede, Bildungssoziologie, Migrationshintergrund, Chancengleichheit
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungs- und Arbeitsmarkt aufgrund ihrer Herkunft systematisch benachteiligt sind und ob für sie negative Karriereverläufe vorprogrammiert sind.
Zentrale Themen sind die frühkindliche Bildung, die soziale Organisation der Schule, Mechanismen der Selektion und Diskriminierung am Übergang zum Arbeitsmarkt sowie der Vergleich der ersten und zweiten Einwanderergeneration.
Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für die Benachteiligung von Migrantenkindern zu identifizieren und zu klären, ob die als negativ wahrgenommenen Bildungskarrieren lediglich individuelle Startnachteile sind oder institutionell bedingt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte sowie der Auswertung aktueller Studien und Statistiken zum Bildungserfolg und zur Arbeitsmarktintegration von Migranten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Hürden im Bildungswesen auf Mikro-, Meso- und Makroebene sowie eine detaillierte Analyse der Arbeitsmarktchancen, unterteilt nach Geschlecht, Qualifikationsgrad und Generation.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Migrationshintergrund, Bildungssystem, soziale Selektion, Diskriminierung, Arbeitsmarktintegration und Generationenvergleich charakterisieren.
Die zweite Generation zeigt laut der Arbeit eine deutliche Angleichung an den deutschen Durchschnitt, was auf eine bessere Identifikation mit dem Aufnahmeland und eine höhere Sprachkompetenz zurückgeführt wird.
Die Autorin argumentiert, dass das postulierte Prinzip der Gleichbehandlung bestehende Nachteile nicht ausgleicht, sondern durch die Nicht-Berücksichtigung unterschiedlicher Startbedingungen sogar perpetuiert und legitimiert.
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