Magisterarbeit, 2001
134 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kommunikation als Grundlage menschlicher Zusammenarbeit
2.1 Kommunikationsmodelle
2.1.1 Kommunikation als Transportmodell
2.1.2 Kommunikation als Zeichenmodell
2.1.3 Kommunikation als Verhaltensmodell
2.1.4 Kommunikation als Handlungsmodell
2.1.5 Kommunikation als Gesprächsmodell
2.2 Kommunikationskanäle
3. Medial vermittelte Kommunikation
3.1 Oralität und Literalität
3.2 Die zerdehnte Sprechsituation als Ausgangspunkt medial vermittelter Kommunikation
3.3 Theorien zur Medienwahl und -verwendung
3.3.1 Interaktion als regelgeleitetes Geschehen
3.3.2 Theorie der sozialen Präsenz
3.3.3 Media Symbolism und Media Richness Theorie
3.3.4 Modell der aufgabenorientierten Medienwahl
4. Collaborative Augmented Reality
4.1 Virtual Reality und Collaborative Augmented Reality
4.2 Collaborative Augmented Reality in der Instandhaltung
4.3 Linguistische und medienspezifische Einordnung von Collaborative Augmented Reality
4.3.1 Oralität und Literalität
4.3.2 Theorien zur Medienwahl und -verwendung
4.3.3 Fachsprache
4.3.4 Text, Textmuster und Textsorte
5. Deixis als Mittel der Verständigung
5.1 Verständigung als Ziel der Kommunikation
5.2 Mentale Modelle und räumliche Repräsentationen als Ausgangspunkt von Verstehensleistungen in Instruktionen
5.3 Deiktische Elemente als Grundlage adäquater räumlicher Repräsentationen
5.3.1 Verbale deiktische Zeigehandlungen
5.3.2 Nonverbale deiktische Zeigehandlungen
5.3.3 Computer-unterstützte Deixis
6. Untersuchungsteil
6.1 Einführung
6.2 Beschreibung der Remote-Unterstützungsmedien
6.3 Untersuchte Kriterien
6.4 Zusätzliche Untersuchungen
6.5 Störvariablen
6.5.1 Individuelle Störvariablen
6.5.2 Umgebungsbedingte Störvariablen
6.6 Versuchspersonen
6.7 Versuchsbeschreibung
6.7.1 Versuchsaufbau
6.7.2 Versuchsaufgabe
6.7.3 Versuchsablauf
6.8 Auswertungsmethode
6.9 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
6.10 Darstellung und Auswertung der zusätzlichen Untersuchungen
6.11 Diskussion der Ergebnisse
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle deiktischer (auf Objekte verweisender) Elemente in mündlichen Instruktionsprozessen bei der Instandhaltung, insbesondere im Kontext von Collaborative Augmented Reality-Systemen (CAR). Ziel ist es zu explorieren, ob und wie der Einsatz dieser Systeme – durch die Kombination verbaler und nonverbaler Zeigehandlungen – die Verständigung sowie die Bildung mentaler räumlicher Modelle bei der Problemlösung beeinflusst und inwieweit dadurch die Effizienz der Interaktion gesteigert werden kann.
3.2 Die zerdehnte Sprechsituation als Ausgangspunkt medial vermittelter Kommunikation
Für eine textlinguistisch ausgerichtete Arbeit ist es unerlässlich, den Begriff des „Textes“ näher zu erläutern. Vor allem ist zu klären, was unter dem Textbegriff zu verstehen ist und ob mündliche Kommunikationsformen ebenfalls als Text bezeichnet werden können oder diese Bezeichnung schriftlichen Kommunikationsformen vorbehalten ist.
Es fällt auf, dass der Textbegriff in der gegenwärtigen Diskussion nicht eindeutig geklärt ist. Dies gilt vor allem für die Frage, ob es sich bei mündlichen Äußerungen (in Abgrenzung zu schriftlichen) ebenfalls um einen Text handelt oder nicht. So betont beispielsweise Püschel die Dynamik und „relationale Größe“ von Texten, „die immer nur aus der Perspektive der Handlungsbeteiligten bestimmt werden kann“ (vgl. Püschel 1997: 40). Dies bedeutet, dass die Frage „Was ist der Text“ in die Frage „Wer versteht etwas als Text?“ (ebd.: 40) umformuliert werden muss, denn „der Produzent [kann] eine andere Sichtweise auf sein Sprachprodukt haben [...] als der Rezipient und verschiedene Rezipienten [können] wiederum unterschiedliche Verständnisse von einem sprachlichen Phänomen haben“ (ebd.: 40). Daraus folgt, dass „wir uns damit abfinden [müssen], daß wir auf die Frage nach dem Text unterschiedliche Antworten bekommen können“ (ebd.: 40). So weisen für Rolf Gespräche etc. zwar textuelle Eigenschaften auf, sie sind jedoch keine (als solche) intendierten Texte; zumindest sind sie keine Handlungsmittel. Gespräche könnten statt dessen als Kommunikationsarten oder als Kommunikationsformen bezeichnet werden (Rolf 1993: 31).
Nach der Auffassung Vaters schließlich wird der Text „als Kommunikationsbestandteil gesehen und gerät dadurch in die Nähe zum Sprechakt“ (Vater 1994: 16).
1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Begründung der Relevanz von deiktischen Elementen für effiziente Instruktionsprozesse in der Instandhaltung.
2. Kommunikation als Grundlage menschlicher Zusammenarbeit: Darstellung verschiedener Kommunikationsmodelle und -kanäle als Basis für das Verständnis interaktiver Prozesse.
3. Medial vermittelte Kommunikation: Untersuchung der Grundlagen medialer Kommunikation, insbesondere der Bedeutung der zerdehnten Sprechsituation und von Medientheorien.
4. Collaborative Augmented Reality: Beschreibung von CAR-Systemen sowie deren Einordnung in medientheoretische und linguistische Kontexte.
5. Deixis als Mittel der Verständigung: Theoretische Herleitung der Bedeutung von Deiktika für das Verständnis und die Bildung mentaler Modelle bei räumlichen Problemen.
6. Untersuchungsteil: Detaillierte Beschreibung der explorativen Studie, der verwendeten Methoden, Versuchsaufbauten und der Auswertung der empirischen Daten.
7. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und kritische Bewertung der Rolle von CAR-Systemen im Hinblick auf ihre Effizienz.
Collaborative Augmented Reality, CAR, Deixis, Instruktionsprozesse, Instandhaltung, Medienwahl, Kommunikation, mentale Modelle, nonverbale Kommunikation, Zeigegesten, Verbale Deiktika, Medieneffizienz, Sprachwissenschaft, Textsorte, Instruktion.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung deiktischer (zeigender) Elemente in mündlichen Anweisungen, um zu verstehen, wie diese die Qualität und Effizienz der Zusammenarbeit zwischen zwei Personen beeinflussen, wenn diese räumlich voneinander getrennt sind und moderne Kommunikationsmedien nutzen.
Zentrale Themen sind die Kommunikationstheorie, die Linguistik von Instruktionen (Textsorten), die Psychologie mentaler Modelle bei räumlichen Aufgaben sowie die technische Evaluation von Augmented-Reality-Systemen.
Die Forschungsfrage ist, ob und wie der Einsatz von Collaborative Augmented Reality-Systemen durch die Kombination von Sprache und visuellen Zeigegesten die Verständigung bei Reparaturaufgaben verbessert und welche Rolle sprachliche Deiktika dabei spielen.
Die Autorin führt eine explorative empirische Vergleichsstudie durch, bei der Probanden unter drei verschiedenen Medienbedingungen (Telefon, Video, CAR) Montageaufgaben an einer Kfz-Tür durchführen, wobei verschiedene Parameter wie Bearbeitungszeit, Fehlerquote und Deiktika-Häufigkeit quantitativ erfasst werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Kommunikationsmodelle, Medientheorien, Deixis und mentale Modelle fundiert, sowie einen praktischen Untersuchungsteil, in dem das CAR-System im Vergleich zu Telefon und Video evaluiert wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Collaborative Augmented Reality, Deixis, Instruktionsprozesse, Instandhaltung, mentale Modelle, Medieneffizienz und die Analyse von Zeigegesten charakterisiert.
Im Gegensatz zur Videokonferenz ermöglicht ein CAR-System nicht nur dem Monteur vor Ort, sondern auch dem Remote-Instrukteur, mittels virtueller Markierungen (wie Pfeilen oder Kreisen) direkt auf die Bauteile im Sichtfeld des Monteurs zu zeigen, was die Kommunikation präziser gestalten sollte.
Die Autorin stellt fest, dass das aktuelle CAR-System aufgrund technischer Einschränkungen – wie verzögerter Bildgebung und der Notwendigkeit spezieller Kopfhaltungen für die korrekte Einblendung virtueller Marker – zu einer erhöhten Beanspruchung und teilweise zu einer höheren Uneindeutigkeit im Vergleich zu einfacheren Medien führt.
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