Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Ursprung und Grundlagen des Rassismus in Amerika
3. Legitimität und Rechtfertigung
3.1 Durch wissenschaftliche Studien und Thesen
3.2 Bezichtigung von kriminellen Handlungen
4. Methoden und Vorgehensweisen gegen die Afro-Amerikaner
4.1 Auf sozialer Ebene
4.2 Entmündigung per Gesetz
4.3 Lynching
5. Schluss
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Fortschrittsglauben und dem fortbestehenden systemischen Rassismus in den USA während der Reconstruction und der Progressive Era. Dabei wird analysiert, wie wissenschaftliche und rechtliche Instrumente genutzt wurden, um die Benachteiligung der afro-amerikanischen Bevölkerung zu legitimieren und zu institutionalisieren.
3.1 Durch wissenschaftliche Studien und Thesen
Wann eine These wissenschaftlich ist und wann nicht lässt sich nicht immer unterscheiden, aber um eine grobe Definition zu haben, halte ich mich an die Eingrenzung von Prof. Dr. Norbert Finzsch: „»Wissenschaftlicher Rassismus« meint solche Rassismen, zu deren Begründung Wissenschaften wie Biologie, Medizin oder Soziologie herangezogen werden, d.h. jeder Begründungszusammenhang, der von sich behauptet, empirisch nachprüfbar zu sein.“11
Diese wissenschaftliche Form des Rassismus fand im Jahr 1735 ihren Ursprung in der Einteilung der Menschheit in vier Gruppen durch den Naturwissenschaftler Carl von Linné (1707-1787).12 Er unterschied die Menschen primär an ihrer Hautfarbe: gelbe, rote, schwarze und weiße.13
Der Physiker James Cowles Prichard (1786-1848) und der Londoner Chirurg William Lawrence(1783-1867) stellten eine Art Hierarchie unter den verschiedenen races der Menschen auf, wobei sie aber von der Theorie des Monogenismus ausgingen.14 Die Unterschiede zwischen den Menschen erklärten sie durch die topografischen Begebenheiten wie Klima und Habitat. Ihrer Meinung nach war der Europäer der am besten entwickelte Mensch und der Afrikaner stand den Tieren am nächsten.15
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Widerspruch zwischen dem demokratischen Fortschrittsgedanken der USA und dem faktisch herrschenden Rassismus gegenüber der afro-amerikanischen Bevölkerung.
2. Ursprung und Grundlagen des Rassismus in Amerika: Dieses Kapitel erläutert die historische Sklavenhaltung in Amerika, die als materielles Eigentum (chattel slavery) die schwarze Bevölkerung unter die menschliche Stufe stellte.
3. Legitimität und Rechtfertigung: Hier wird analysiert, wie Wissenschaftler versuchten, rassistische Unterdrückung durch pseudowissenschaftliche Studien zu begründen und wie die Bezichtigung krimineller Handlungen als soziale Stigmatisierung genutzt wurde.
4. Methoden und Vorgehensweisen gegen die Afro-Amerikaner: Dieses Hauptkapitel beschreibt das komplexe System der Diskriminierung, von sozialer Exklusion über gesetzliche Entmündigung bis hin zur physischen Gewalt.
5. Schluss: Das Fazit resümiert den langwierigen und schwierigen Prozess der Emanzipation, der bis heute durch das Festhalten an Privilegien behindert wird.
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Die Arbeit behandelt die systematische Unterdrückung und Diskriminierung der afro-amerikanischen Bevölkerung in den USA während der Zeit der Reconstruction und der Progressive Era.
Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Rechtfertigung von Rassenunterschieden, die rechtliche Verankerung der Segregation und die Anwendung physischer Gewalt gegen die schwarze Bevölkerung.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die US-amerikanische Gesellschaft ihren Rassismus trotz eines Fortschritts- und Zivilisationsanspruchs institutionalisierte, anstatt diesen zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung zeitgenössischer Quellen basiert, um die diskursiven und praktischen Mittel der rassistischen Ausgrenzung darzustellen.
Der Hauptteil analysiert die pseudowissenschaftlichen Wurzeln des Rassismus, die Einführung der Jim-Crow-Gesetzgebung, die ökonomische Ausbeutung durch das Convict-Leasing-System und die Praxis der Lynchjustiz.
Wesentliche Begriffe sind Rassismus, Wissenschaftlicher Rassismus, Segregation, Jim Crow Laws und Emanzipation.
Wissenschaftliche Studien wurden dazu instrumentalisiert, die angebliche Unterlegenheit der schwarzen Bevölkerung als empirisch nachprüfbare Tatsache darzustellen, um so Herrschaftsverhältnisse zu legitimieren.
Das Convict Lease System war eine Praxis, bei der inhaftierte Afro-Amerikaner an private Unternehmen oder Plantagenbesitzer verliehen wurden, was faktisch eine Fortführung sklavereiähnlicher Ausbeutung unter miserabelsten Bedingungen bedeutete.
Die weiße Bevölkerung reagierte mit Verunsicherung und Furcht um ihren sozialen Status und Reichtum, was in eine forcierte Ausgrenzung und die Erschaffung einer Parallelgesellschaft mündete.
Der Ausschluss war ein symbolischer Akt, um das offizielle Bild der USA als zivilisierte, fortschrittliche Nation nicht durch die Präsenz der unterdrückten afro-amerikanischen Bevölkerung zu stören.
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