Bachelorarbeit, 2010
50 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Überlegungen zu Nation und Staat
2.1 Die Entstehung der Nation
2.2 Der Nationalismus
2.3 Die Nation
2.4 Der palästinensische Nationalismus
2.5 Die palästinensische Nation
2.6 Besonderheiten des Zionismus und der jüdischen Nation
3. Theoretische Überlegungen zum Staat
3.1 Der Staat im Völkerrecht nach Georg Jellinek
3.2 Die Staatslehre nach Max Weber
3.3 Der palästinensische Staat
3.4 Besonderheiten des jüdischen Staates Israel
4. Zwischenfazit: Ist Palästina ein Nationalstaat?
5. Die Möglichen Konfliktlösungen
5.1 Zwei getrennte Staaten – Die Zwei‐Staaten‐Lösung
5.1.2 Probleme in zwei getrennten Staaten
5.1.3 Zwischenfazit – Zwei‐Staaten‐Lösung
5.2 Ein gemeinsamer Staat – Die Ein Staaten‐Lösung
5.2.1 Probleme in einem gemeinsamen Staat
5.2.2 Zwischenfazit – Ein‐Staaten‐Lösung
6. Schlussfazit
Die Arbeit untersucht, ob die Palästinenser als Nation im Sinne der Nationalismus- und Staatstheorien gelten können und inwieweit die Voraussetzungen für einen palästinensischen Nationalstaat erfüllt sind. Vor diesem Hintergrund werden die zwei zentralen Lösungsansätze des Nahostkonflikts – die Zwei-Staaten-Lösung und die Ein-Staaten-Lösung – kritisch auf ihre Durchführbarkeit und Zukunftsfähigkeit hin analysiert.
2.1 Die Entstehung der Nation
Die Nation gilt heute als alternativlose Form gemeinschaftlicher Organisation, ein Mensch ohne Zugehörigkeit zu einer Nation ist nur schwer vorstellbar (vgl. Gellner 1991, 77) und „das Nation-Sein [...] der am universellsten legitimierte Wert im politischen Leben unserer Zeit“ geworden (Anderson 1996, 12f).
Weder der Nationalismus noch die Nation sind jedoch naturgegebene Phänomene, sondern erst im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts entstanden. Den Mythos, dass „Nationen als natürliche, gottgegebene Art der Klassifizierung von Menschen gelten“ (Gellner 1991, 77) versuchen vor allem Benedict Anderson und Ernest Gellner zu widerlegen und stellen in ihren Werken „Die Erfindung der Nation“ und „Nationalismus und Moderne“ die Entstehung der Nation und ihren Durchbruch im 19. Jahrhundert dar.
Die Entstehung der Nation lässt sich im Zeitalter des Umbruchs von der Agrargesellschaft zur Industriegesellschaft verorten. Während in der vorindustriellen Agrargesellschaft die Mehrheit der Bevölkerung aus landwirtschaftlichen Produzenten bestand, entstand im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts eine Tendenz zur Industrialisierung. Alphabetisierung, Individualisierung und politische Zentralisierung gingen mit der Industrialisierung einher. Phänomene wie die Entstehung meist begrenzter Hochkulturen und Hochsprachen, einer politischen Zentralisierung und der Ausbreitung des Kapitalismus legten den Grundstein für Gemeinschaften, die sich als Nationen verstanden (vgl. Gellner 1991, 163).
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Hintergrund des Nahostkonflikts und leitet die Forschungsfrage nach der nationalen Identität der Palästinenser und der Realisierbarkeit eines eigenen Staates her.
2 Theoretische Überlegungen zu Nation und Staat: In diesem Kapitel werden grundlegende Theorien zum Nationalismus und zur Nation diskutiert sowie deren Anwendung auf das palästinensische Volk geprüft.
3. Theoretische Überlegungen zum Staat: Es erfolgt eine Analyse der staatlichen Definitionsmerkmale nach Georg Jellinek und Max Weber mit Blick auf die palästinensische Situation.
4. Zwischenfazit: Ist Palästina ein Nationalstaat?: Dieses Kapitel zieht ein Fazit aus den theoretischen Analysen und stellt fest, dass dem derzeitigen Palästina wesentliche Voraussetzungen für einen eigenständigen Staat fehlen.
5. Die Möglichen Konfliktlösungen: Die verschiedenen Lösungsmodelle des Konflikts, insbesondere die Zwei-Staaten-Lösung und die Ein-Staaten-Lösung, werden hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und der damit verbundenen Probleme analysiert.
6. Schlussfazit: Das abschließende Fazit resümiert die Analyseergebnisse und hinterfragt kritisch die Realisierbarkeit der untersuchten Lösungsmodelle unter Berücksichtigung des bestehenden Status quo.
Nahostkonflikt, Israel, Palästina, Nation, Nationalismus, Staat, Zwei-Staaten-Lösung, Ein-Staaten-Lösung, Palästinensische Befreiungsorganisation, PLO, Souveränität, Staatsgebiet, Staatsvolk, Siedlungspolitik, Zionismus.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung der palästinensischen Nationalbewegung und der Frage, inwieweit die Voraussetzungen für die Gründung eines palästinensischen Nationalstaates erfüllt sind.
Zentrale Felder sind die Definition von Nation und Staat, die Anwendung dieser Begriffe auf den Nahostkonflikt sowie eine kritische Bewertung politischer Lösungsansätze.
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Palästinenser als Nation bezeichnet werden können und welche strukturellen Probleme einer tatsächlichen Staatsgründung unter Berücksichtigung der vorliegenden Theorien entgegenstehen.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte politikwissenschaftliche Analyse, die einschlägige Theorien (u.a. von Jellinek, Weber, Gellner und Anderson) auf den aktuellen Nahostkonflikt anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsanalyse von Nation und Staat sowie die praktische Anwendung auf den palästinensischen Fall, gefolgt von der Evaluierung der Zwei- und Ein-Staaten-Lösung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalismus, Staatlichkeit, Souveränität, Nahostkonflikt und politische Selbstbestimmung charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass die israelische Siedlungspolitik und die damit einhergehende Fragmentierung des Territoriums die Grundlage für einen zusammenhängenden palästinensischen Staat faktisch untergraben.
Ihre Staatstheorien dienen als methodischer Maßstab, um zu prüfen, inwieweit die Palästinenser die völkerrechtlichen und soziologischen Kriterien eines souveränen Staates aktuell erfüllen.
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