Examensarbeit, 2011
47 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Die Geschichte der Goten bis 382
2.1. Herkunft der Goten und Beziehungen zum Römischen Reich bis 376
2.2. Die gotische Einwanderung in das Römische Reich und die Schlacht von Adrianopel
2.3. Der Friedensvertrag mit Theodosius
3. Die gescheiterte Integration von Alarichs Goten
3.1. Die Loslösung vom Foedus von 382
3.2. Alarich zwischen den Fronten der kaiserlichen Höfe
3.3. Alarich wendet sich nach Italien
4. Alarichs Italienfeldzug und die Plünderung Roms
4.1. Der Italienfeldzug und die dreifache Belagerung Roms
4.2. „Manierlich“ oder „barbarisch“? – Hergang der Plünderung Roms im August 410
5. Die Plünderung im stadtgeschichtlichen Kontext
5.1. Rom in der Spätantike
5.2. Die Auswirkungen der Belagerungen und der Plünderung auf die Stadt
6. Die politischen Folgen
6.1. Die militärisch-taktischen Auswirkungen der gotischen Invasion in Italien
6.2. Die Ethnogenese der Westgoten unter Alarich
7. Die Plünderung Roms im Diskurs der Kirchenväter
7.1. Die Briefe des Hieronymus
7.2. Die Plünderung Roms bei Augustinus – Die Theodizee-Problematik in De civitate dei
8. Zusammenfassung
9. Literatur- und Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Plünderung Roms im Jahr 410 durch Alarichs Goten, wobei die zentralen Forschungsfragen die Ursachen, den Hergang des Ereignisses, die Auswirkungen auf die Stadt Rom selbst sowie die langfristigen politischen Konsequenzen und die literarische Verarbeitung bei zeitgenössischen Kirchenvätern umfassen.
4.2. „Manierlich“ oder „barbarisch“? Hergang der Plünderung Roms im August 410
„The king of the Goths, who no longer dissembled his appetite for plunder and revenge, appeared in arms under the walls of the capital; and the trembling senate, without any hopes of relief, prepared by a desperate resistance to delay the ruin of their country. […] At the hour of midnight the Salarian gate was silently opened, and the inhabitants were awakened by the tremendous sound of the Gothic trumpet. Eleven hundred and sixty-three years after the foundation of Rome, the Imperial city, which had subdued and civilised so considerable a part of mankind, was delivered to the licentious fury of the tribes of Germany and Scythia.“
Dieses wortgewaltige Urteil des großen englischen Historikers Edward Gibbon aus dem 18. Jahrhundert fällt für die Goten nicht gerade gnädig aus, denn Ausdrücke wie „Hunger nach Beute und Rache“, „das Verderben ihres Landes“, „der schreckliche Klang der gotischen Trompeten“ oder „die zügellose Wut der Völker Deutschlands“ sind dazu angetan, die Eroberer als eine unbändige Horde grausamer Barbaren erscheinen zu lassen.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Bedeutung des Jahres 410 als Zäsur der Völkerwanderung und formuliert das Erkenntnisinteresse hinsichtlich der Integration der Goten und der Folgen der Plünderung.
2. Die Geschichte der Goten bis 382: Dieses Kapitel behandelt die Herkunft der gotischen Stämme sowie deren schwierige Beziehungen zum Römischen Reich, gipfelnd in der Schlacht von Adrianopel und dem Friedensvertrag von 382.
3. Die gescheiterte Integration von Alarichs Goten: Es wird analysiert, wie die instabile Lage an den kaiserlichen Höfen und der wachsende Druck durch Alarich zur Aufkündigung des Foedus und zum Italienfeldzug führten.
4. Alarichs Italienfeldzug und die Plünderung Roms: Dieser Abschnitt beschreibt den Verlauf der Belagerungen, die Einnahme der Stadt und diskutiert kritisch die Quellenlage zur Art und Weise der Plünderung.
5. Die Plünderung im stadtgeschichtlichen Kontext: Hier wird der Einfluss des Ereignisses auf die demografische und bauliche Entwicklung Roms in der Spätantike untersucht.
6. Die politischen Folgen: Dieses Kapitel beleuchtet die militärische Lähmung des Westreiches durch den Mehrfrontenkrieg und die Rolle der Plünderung für die Ethnogenese der Westgoten.
7. Die Plünderung Roms im Diskurs der Kirchenväter: Es wird analysiert, wie Hieronymus und Augustinus die Katastrophe theologisch verarbeiteten und für ihre apologetischen Zwecke instrumentalisierten.
8. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die zentralen Ergebnisse zur gescheiterten Integration, dem stadtgeschichtlichen Befund und der identitätsstiftenden Bedeutung des Ereignisses für die Westgoten sowie die christliche Theologie zusammen.
Plünderung Roms, Alarich, Westgoten, Spätantike, Völkerwanderung, Weströmisches Reich, Foedus, Hieronymus, Augustinus, De civitate dei, Ethnogenese, Migration, Integration, Kaiser Honorius, Konstantinopel.
Die Arbeit analysiert die Plünderung Roms durch Alarichs Goten im Jahr 410 als historisches Ereignis und dessen vielschichtige Auswirkungen auf das Weströmische Reich und die zeitgenössischen Diskurse.
Die Schwerpunkte liegen auf der gotischen Migrationsgeschichte, der politischen Integration, der Stadtgeschichte Roms, der militärstrategischen Gesamtlage des Reiches und der religiösen Verarbeitung durch Kirchenväter.
Ziel ist es, das Ereignis der Plünderung in seinen Kontext einzubetten, um zu prüfen, ob es sich um ein isoliertes Unglück handelte oder um einen symptomatischen Wendepunkt für den Zerfall des Westreichs.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die antike Quellen, chronikalische Aufzeichnungen und moderne Forschungsliteratur vergleichend auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte der Goten, die Analyse des Italienfeldzugs, die Auswirkungen auf die Stadt Rom, die politischen Folgen für das Imperium und die diskursive Deutung bei Hieronymus und Augustinus.
Die zentralen Begriffe sind Alarich, Plünderung Roms, Ethnogenese der Westgoten, Spätantike, Theodizee-Problematik und christliches Imperium.
Sie fungierte als verbindendes Ereignis und symbolischer Höhepunkt, der die verschiedenen gotischen und nicht-gotischen Gruppen unter einer Führungseinheit festigte und so den Weg zum späteren Westgotenreich ebnete.
Für Kirchenväter wie Hieronymus und Augustinus stellte die Plünderung eine ideelle Erschütterung dar, da die Unverwundbarkeit des christlichen Roms als Schutzraum für die Ausbreitung des Glaubens als infrage gestellt erschien.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

