Examensarbeit, 2011
105 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Motive für den Perserkrieg
2.1 Motive für den Perserkrieg unter Philipp II.
2.2 Hintergrund des Kriegsmotivs Befreiung
2.3 Friedensbündnis und Korinthischer Bund
2.4 Hintergründe des Kriegsmotivs Rache
2.4.1 Zerstörung der griechischen Heiligtümer durch Xerxes
2.4.2 Religiöse Legitimation des Rachekrieges
2.4.3 Konstruierte Identität und gemeinsame Rechts- und Moralvorstellungen
2.4.4 Mythische Dimension eines panhellenischen Feldzuges unter Alexander
2.4.5 Feindschaft zwischen Griechen und Persern
3. Kritische Betrachtung der propagierten Kriegsmotive Rache und Befreiung
3.1 Alexander und die antike Geschichtsschreibung
3.2 Erklärungsmodell des Polybios zur Analyse und Kritik der Kriegsmotive
3.2.1 Unterscheidung zwischen Anfängen, Ursachen und Vorwänden nach Polybios
3.2.2 Ergebnisse der Analyse der Kriegsursachen des Perserfeldzuges nach Polybios
3.2.3 Zur Bewertung der von Polybios ermittelten Kriegsursachen
4. Zur Bewertung der Kriegsmotive Rache und Befreiung
4.1 Motiv der Befreiung als Vorwand
4.1.1 Geringe Bereitschaft der Griechen zu einem Perserkrieg
4.1.2 Eroberungskrieg in Kleinasien
4.2 Motiv der Rache - ein Vorwand?
4.2.1 Alexanders Flucht nach vorn
4.2.2 Schock nach dem Fall Thebens
4.2.3 Alexanders Abhängigkeit von Griechenland
4.2.4 Brand von Persepolis
4.2.5 Nachfolge der Achaimeniden
4.3 Pothos als Motiv
4.3.1 Alexanders Antrieb
4.3.2 Alexanders Ehrgeiz und die damit verbundene Motivation
5. Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die Motive des makedonischen Königs Alexander des Großen für den Zug nach Asien. Dabei wird hinterfragt, inwieweit die offiziellen Begründungen „Rache“ und „Befreiung“ als politische Vorwände dienten, um hegemoniale Interessen im griechischen Mutterland zu sichern und das Streben nach persönlicher Macht und Ruhm zu legitimieren.
2.4.1 Zerstörung der griechischen Heiligtümer durch Xerxes
Bei einer kriegerischen Auseinandersetzung richtete sich die Feindschaft der Griechen in der Antike im Allgemeinen gegen denjenigen, welcher angefangen hatte den Frieden zu brechen. Die Kriegsbegründung Rache war demnach gebunden an die Schuldfrage, „wer von den Gegnern mit bösen Anschlägen oder Thaten [sic!] angefangen hat.“ Der darauf folgende Sanktionsmechanismus entsprach damit der Rechtsvorstellung, „Gleiches mit Gleichem zu vergelten“.
Dies erscheint im Kontext der antiken griechischen Normvorstellung als schuldlose Erwiderung des zuvor verübten Unrechts, also der ersten Friedensbrechung oder Gewaltausübung. Rache als Kriegsmotiv, um die Zerstörung der griechischen Heiligtümer zu vergelten, war daher auf den ersten Blick gegenüber jeglicher Opposition und Gegenstimme erhaben. Die Untaten, welche seitens Philipps und Alexanders den Persern vorgeworfen wurden, gingen der Kriegserklärung des Korinthischen Bundes ca. 150 Jahre voraus und spielten sich zur Zeit des Perserkrieges des 5. Jh. v. Chr. ab. Herodot, welcher über den Perserkrieg des 5 Jh. v. Chr. berichtet, sieht jedoch den Ursprung der Feindschaft zwischen Hellenen und Persern im Kampf um Troja - und damit in einer noch weiter zurückliegenden Zeit und zudem in einer mythologischen Sphäre. Man muss bei der folgenden Schilderung der Ereignisse, die das Motiv Rache rechtfertigen sollen, beachten, dass die Darstellung auf einer einseitigen griechischen Perspektive beruht.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob die Motive Philipps und Alexanders für den Perserzug propagandistisch konstruiert oder reale Beweggründe waren.
2. Motive für den Perserkrieg: Dieses Kapitel erläutert die historischen Voraussetzungen wie den Korinthischen Bund und die offizielle Begründung des Krieges als Rache für Tempelzerstörungen und als Befreiung der kleinasiatischen Griechen.
3. Kritische Betrachtung der propagierten Kriegsmotive Rache und Befreiung: Hier erfolgt eine kritische Analyse der antiken Quellen und die Vorstellung des Erklärungsmodells von Polybios als methodisches Werkzeug.
4. Zur Bewertung der Kriegsmotive Rache und Befreiung: Das Hauptkapitel hinterfragt die Motive Befreiung, Rache, Pothos und Ehrgeiz unter dem Aspekt, dass sie als Vorwand für persönliche Machtansprüche und imperiale Eroberungen dienten.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Alexanders Handeln primär durch persönliche Machtambitionen und den Zwang zur Stabilisierung seiner Herrschaft geprägt war, wobei die offiziellen Motive als mythisch-religiöse Inszenierung zur Einigung Griechenlands dienten.
Alexander der Große, Perserkrieg, Rachemotiv, Befreiung, Propaganda, Polybios, Hegemonie, Korinthischer Bund, antike Geschichtsschreibung, Pothos, Ehrgeiz, Identitätsstiftung, griechische Poliswelt, Achaimeniden, Kriegslegitimation.
Die Arbeit untersucht die wahren Motive hinter dem Alexanderzug nach Asien und analysiert das Spannungsfeld zwischen offizieller Propaganda und realen Machtinteressen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kriegsmotive Rache und Befreiung, deren historische Legitimation durch antike Autoren und deren Funktion als politisches Instrument.
Ziel ist es, die offiziellen Begründungen für den Feldzug kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob Alexander tatsächlich nur ein Erbe der Ziele seines Vaters war.
Die Arbeit nutzt ein historisch-kritisches Analysemodell, insbesondere das von Polybios entwickelte Schema von Ursachen, Vorwänden und Anfängen, um propagandistische Aussagen zu dekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung von Religion, Mythen (wie der Ilias) und Werten zur Legitimierung des Krieges und beleuchtet Alexanders persönlichen Ehrgeiz (Pothos).
Zentrale Begriffe sind Hegemonie, Pothos, antike Kriegslegitimation, panhellenische Ideologie und die kritische Quellenanalyse der antiken Geschichtsschreiber.
Das Rachemotiv erlaubte es Alexander, den Feldzug als religiös legitimierten und panhellenischen Akt zu präsentieren, was zur Einigung der zerstrittenen griechischen Poleis unter seiner Führung beitrug.
Der Pothos wird als tiefer innerer Drang oder Sehnsucht nach Ruhm interpretiert, der Alexander antrieb, seine mythischen Vorfahren zu übertreffen und als unumstrittener Herrscher zu agieren.
Der Autor ordnet dies als politisches Manöver ein, um die makedonische Öffentlichkeit und Bündnispartner auf einen Krieg gegen Persien einzuschwören.
Anfangs agierte Alexander im Rahmen der Zielsetzungen seines Vaters, um seine prekäre Machtstellung zu sichern; später entwickelte er durch den Erfolg eigene, weitergehende imperiale Ziele, die über das ursprüngliche Programm hinausgingen.
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