Examensarbeit, 2011
106 Seiten
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Einleitung
1. Das Untersuchungsdesign
1.1. Allgemeines zur Untersuchung
1.2. Kriterien der Begriffsauswahl
1.3. Die Begriffsermittlung
1.3.1. „Familie“
1.3.2. „Vater“
1.3.3. „Mutter“
1.3.4. „Liebe“
1.3.5. „Glaube“
1.3.6. „Gott“
1.3.7. „Treue“
1.3.8. „Tod“
1.4. Die Auswahl der Probanden
1.5. Die Methode der Befragung
1.6. Die Durchführung der Befragung
2. Der sprachwissenschaftliche Hintergrund der Studie
2.1. Begriffsklärung
2.2. Die Semantik
2.3. Die Wort- und Satzsemantik
3. Der kulturelle Faktor der Studie
3.1. Kultur und Sprache
3.2. Die interkulturelle Semantik
3.3. Kulturelle Aspekte der Sprache
4. Der Wortschatzerwerb von Kindern
4.1. Ein Einblick in das mentale Lexikon
4.1.1. Die Strukturierung des mentalen Lexikons
4.2. Der Erstspracherwerb von Kindern
4.2.1. Der frühe Erstspracherwerb von Kindern
4.2.2. Die Begriffsbildung und Aneignung von Begriffen
4.3. Sprache und Kognition von Kindern
4.4. Der Zweitspracherwerb von Kindern
4.5. Unterschiede beim Spracherwerb
5. Hypothesen
6. Kriterien zur Auswertung der Studie
6.1. Der Kriterienkatalog
7. Die Auswertung der Studie
7.1. Das erste Kriterium
7.1.1. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Familie“
7.1.2. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Vater“
7.1.3. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Mutter“
7.1.4. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Liebe“
7.1.5. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Glaube“
7.1.6. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Gott“
7.1.7. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Treue“
7.1.8. Die Auswertung der Paraphrasen zu „Tod“
7.2. Das zweite Kriterium
7.3. Das dritte Kriterium
7.4. Das vierte Kriterium
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich kindliche Paraphrasen zu moralisch und kulturell determinierten Begriffen zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der Migrationshintergrund und der damit verbundene Wortschatzerwerb einen messbaren Einfluss auf die Art und Weise der Begriffsbeschreibung haben.
1.3.1. „Familie“
Als erstes soll der Begriff der „Familie“ näher betrachtet werden. Bei diesem Substantiv handelt es sich um ein Konkretum, es beschreibt einen Gegenstand. Grundsätzlich kann angenommen werden, dass das Wort „Familie“ in jeder in der Studie vorkommenden Ethnie vorhanden ist. Dies begründet sich dadurch, dass in diesen Gesellschaften die Menschen in einem Familienverbund aufwachsen. Natürlich variiert die Art des Familienclans, allerdings existiert er in einer gewissen Form. Der Begriff der Familie ist ein Begriff mit einer sehr alten Herkunft. Bereits im Lateinischen findet sich der Begriff „famulus“ - Diener, der das Kollektiv „familia“, der Gesamtheit der Dienerschaft, bildet. Damals wurde unter diesem Begriff die gesamte Hausgenossenschaft mit Sklaven und Freien verstanden, die unter dem Schutz eines so genannten „pater familiās“ stand. Bis ins 16. Jahrhundert wurde der Begriff genutzt und dann mit den Begriffen „Weib und Kind“ oder „Haus“ ersetzt. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich der Begriff im Französischen zu „familier“, vom älteren „familiar“, das auf den alten lateinischen Begriff „familiāris“ zurückgeht.(Duden Herkunftswörterbuch 1963: 155) Durch diese lange Tradition scheint eine Garantie gegeben zu sein, dass die Probanden den Begriff kennen und ihn beschreiben können.
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz kindlicher Paraphrasen ein und formuliert die Ziele der Studie bezüglich der Untersuchung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund.
1. Das Untersuchungsdesign: Hier werden die explorative Studie und die Kriterien für die Auswahl der Begriffe und Probanden an Karlsruher Grundschulen dargelegt.
2. Der sprachwissenschaftliche Hintergrund der Studie: Dieses Kapitel erläutert linguistische Grundlagen von Sprache, Morphologie und Semantik, um die Basis für die Analyse zu schaffen.
3. Der kulturelle Faktor der Studie: Es wird die Verbindung zwischen Kultur und Sprache beleuchtet, insbesondere im Kontext der interkulturellen Semantik und Bedeutungskonventionen.
4. Der Wortschatzerwerb von Kindern: Dieses Kapitel gibt Einblicke in das mentale Lexikon und die Prozesse der Begriffsbildung und des Spracherwerbs bei Kindern.
5. Hypothesen: Die vorab aufgestellten Vermutungen zum Einfluss des Migrationshintergrunds und des Wortschatzes auf die Paraphrasierfähigkeit werden theoretisch differenziert.
6. Kriterien zur Auswertung der Studie: Vorstellung des Kriterienkatalogs, der als Analyseinstrument zur Überprüfung der Hypothesen dient.
7. Die Auswertung der Studie: Detaillierte Darstellung und Analyse der gewonnenen Daten aus den Befragungen, unterteilt in die vier entwickelten Kriterien.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse, die zeigt, dass interkulturelle Kommunikation weniger problembelastet ist als vermutet.
Paraphrasen, Kindersprache, Migrationshintergrund, Wortschatzerwerb, Semantik, Mentales Lexikon, Interkulturelle Kommunikation, Grundschule, Sprachwissenschaft, Erstspracherwerb, Zweitsprache, Kulturelle Determination, Wortarten, Sprachliche Entwicklung, Bedeutungskonventionen
Die Arbeit analysiert, wie Grundschulkinder im Alter von 8 bis 10 Jahren Begriffe aus ihrem Alltag umschreiben (paraphrasieren) und ob dabei Unterschiede zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund feststellbar sind.
Die Arbeit verknüpft linguistische Konzepte wie Semantik und Wortschatzerwerb mit kulturellen Aspekten und der spezifischen Untersuchung kindlicher Sprachstrukturen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Kinder mit Migrationshintergrund Begriffe anders umschreiben als deutschsprachige Kinder und welche Rolle kulturelle oder moralische Prägungen bei diesen Erklärungen spielen.
Der Autor wendet ein exploratives, qualitatives Interviewverfahren an, bei dem Kinder Begriffe paraphrasieren, unterstützt durch eine thematische Rahmung mittels des Kinderbuchs "Die große Wörterfabrik".
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zum mentalen Lexikon und Spracherwerb sowie in eine empirische Auswertung der gesammelten Transkripte anhand definierter Kriterien.
Wortschatz, Paraphrasierung, kindlicher Spracherwerb, interkulturelle Semantik, mentale Modelle und Grundschule.
Die Auswertung zeigt, dass ein Migrationshintergrund per se kein Hindernis für die Objektivität darstellt; die Kinder sind meist in der Lage, Begriffe sachlich oder durch persönliche Beispiele adäquat zu beschreiben.
Diese von Peter Kühn geprägten Situationen sollten bei kulturell sensiblen Begriffen wie "Gott" auftreten, blieben jedoch in der durchgeführten Studie bei der untersuchten Altersgruppe nahezu vollständig aus.
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