Examensarbeit, 2011
106 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Wissen und Inhalten in der frühen politischen Bildung
2.1. Die Kontroverse um den Einfluss des Konstruktivismus in der politischen Bildung
3. Der Pisa-Schock und sein Echo
3.1. Der Auslöser –die PISA-Studie
3.2. Reaktionen
3.3. Bildungsstandards und Kompetenzmodell der GPJE
4. Die Diskussion um Basiskonzepte
4.1. Exkurs: Basiskonzepte naturwissenschaftlichen Fächern
4.2. Die erste Phase: Die Entwicklung erster Modelle in der politischen Bildung
4.2.1. Kernkonzepte der Politik (Georg Weißeno)
4.2.2. Modell von Basiskonzepten nach den unterschiedlichen Typen gesellschaftlichen Handelns (Peter Massing)
4.2.3. Verfassungspolitische Grundsätze als Ausgangspunkt für die Entwicklung von Basiskonzepten (Joachim Detjen)
4.2.4.Basiskonzepte politischer Bildung (Wolfgang Sander)
4.2.5.Kategoriale Bildung (Peter Henkenborg)
4.2.6. Die Identifikation von Kernkonzepten der politischen Bildung aus Schlüsselkategorien (Dirk Lange)
4.2.7. Die Definition von Fachkonzepten am Beispiel der Außenpolitik (Ingo Juchler)
4.2.8. Basiskonzepte unter Einbeziehung der Lebenswelt und der Politik (Andreas Petrik)
4.3. Versuch einer Einigung
5. Die aktuelle Kontroverse
5.1. Kompetenzmodell der Gruppe Weißeno et al.
5.2. Basiskonzeptemodell der Autorengruppe Fachdidaktik
5.3. Vergleich der Strukturen
5.3.1.Politikbegriff
5.3.2.Philosophie des Faches
5.3.3. Verständnis von Kompetenzen und der Stellenwert von Wissen innerhalb der Diskussion
5.3.4.Theorietradition
5.3.5. Medien- und Materialeinsatz
5.4. Schlussbetrachtung
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die aktuelle Kontroverse um "Basiskonzepte" in der politischen Bildung, die als Reaktion auf die PISA-Studie und die Einführung von Bildungsstandards entstand. Ziel ist es, die unvereinbar erscheinenden Positionen zweier Autorengruppen – der "5er Gruppe" um Georg Weißeno und der "Autorengruppe Fachdidaktik" – vergleichend herauszuarbeiten, Gemeinsamkeiten zu identifizieren und die historische Entwicklung der inhaltlichen Debatte in der Politikdidaktik aufzuzeigen.
Die aktuelle Kontroverse um Basiskonzepte in der politischen Bildung
Herausforderungen nicht aus. Mit einer solchen, aktuellen Kontroverse beschäftigt sich die hier vorliegende Arbeit. Gerade in jüngster Zeit haben sich, sozusagen als Spätfolge der PISA-Studie und der Diskussion um Bildungsstandards, zwei sehr unterschiedliche Vorstellungen über den Stellenwert von Wissen in der politischen Bildung herauskristallisiert. Unter der gleichen Bezeichnung ‚Basiskonzepte‘ wurden diese verschiedenen Ansätze in zwei unterschiedlichen Modellen nacheinander publiziert. Nach der Veröffentlichung der ersten Gruppe, bestehend aus den Fachdidaktikern Georg Weißeno, Joachim Detjen, Ingo Juchler, Peter Massing und Dagmar Richter, im Jahr 2010 wurde vehement Kritik an deren Modell durch andere Fachdidaktiker geübt. Die Unvereinbarkeit ihrer Vorstellungen mit den Vorschlägen von Georg Weißeno et al. führte zur Veröffentlichung einer Streitschrift durch die Autorengruppe Fachdidaktik bestehend aus Anja Besand, Tilman Grammes, Reinhold Hedtke, Peter Henkenborg, Dirk Lange, Andreas Petrik, Sybille Reinhardt und Wolfgang Sander. Dieser Band sollte neben der Kritik am Kompetenzmodell der ‚5er Gruppe‘ auch eigene Ansätze sowie ein gemeinsam erarbeitest Gegenmodell enthalten.
Die hier vorliegende Arbeit macht es sich zum Ziel die unterschiedlichen Vorstellungen der Gruppen herauszuarbeiten und Gemeinsamkeiten, falls sie vorhanden sind, zu belegen. Ebenso soll gezeigt werden, dass die Diskussion um Inhalte so alt ist wie die politikdidaktische Wissenschaft selbst. Die Motivation diese Arbeit zu schreiben, ergab sich aus einem Interesse am aktuellen Geschehen. Selten werden innerhalb von Wissenschaften Kontroversen so öffentlich und schlagkräftig ausgetragen. Von außen gesehen, scheinen die sich gegenüberstehenden Positionen unvereinbar und es droht die Spaltung der Fachdidaktik in zwei Lager. Doch sind die Vorstellungen wirklich so weit voneinander entfernt? Hat sich die Politikdidaktik in ihrer Geschichte nicht bereits vorher auf Kompromisse einigen können, obwohl es weit auseinanderliegende Ansichten gab? Zudem ist das Thema ‚Bildung‘ und vor allem die Debatte um die zu vermittelnden Inhalte und ihre Stellung in einem vornehmlich kompetenzorientierten Unterricht, gerade sehr aktuell und für zukünftige Lehrer von großer Bedeutung, da hierbei Richtlinien geformt werden, nach denen sie ihre Lehre gestalten sollen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um den Stellenwert von Schulwissen in der Öffentlichkeit und in der Politikdidaktik, eingebettet in den historischen Kontext der bildungspolitischen Veränderungen nach PISA.
2. Die Bedeutung von Wissen und Inhalten in der frühen politischen Bildung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Politikdidaktik als Fachdisziplin nach und analysiert die Anfänge der Debatte um elementare Inhalte.
2.1. Die Kontroverse um den Einfluss des Konstruktivismus in der politischen Bildung: Hier wird der Einfluss konstruktivistischer Lerntheorien auf das Verständnis von Wissen und die Gestaltung von Lernumgebungen in der politischen Bildung kritisch reflektiert.
3. Der Pisa-Schock und sein Echo: Das Kapitel erläutert die Auswirkungen der PISA-Ergebnisse auf die deutsche Bildungspolitik und den daraus resultierenden Druck zur Einführung von Bildungsstandards.
3.1. Der Auslöser –die PISA-Studie: Eine detaillierte Betrachtung des PISA-Tests, der psychologischen Kompetenztheorie dahinter und der ernüchternden Ergebnisse für Deutschland.
3.2. Reaktionen: Dieses Kapitel beschreibt die emotionalen Reaktionen in Deutschland und die Forderung nach einer "ergebnisorientierten" Bildungsberichterstattung.
3.3. Bildungsstandards und Kompetenzmodell der GPJE: Die Autorengruppe der GPJE entwickelt unter Zeitdruck ein Kompetenzmodell, das als Basis für zukünftige Standards in der politischen Bildung dienen soll.
4. Die Diskussion um Basiskonzepte: Hier steht die inhaltliche Dimension der politischen Bildung im Zentrum, insbesondere die Suche nach "konzeptuellem Deutungswissen" zur Strukturierung des Faches.
4.1. Exkurs: Basiskonzepte naturwissenschaftlichen Fächern: Ein Vergleich mit naturwissenschaftlichen Fächern, die bereits Basiskonzepte zur Reduktion von Stofffülle und zur Strukturierung von Lernprozessen etabliert haben.
4.2. Die erste Phase: Die Entwicklung erster Modelle in der politischen Bildung: Darstellung verschiedener fachdidaktischer Ansätze von Weißeno, Massing, Detjen, Sander, Henkenborg, Lange, Juchler und Petrik zur Modellierung von Basiskonzepten.
4.3. Versuch einer Einigung: Analyse der Bemühungen um einen Konsens innerhalb der Politikdidaktik und die Feststellung gemeinsamer Grundannahmen trotz unterschiedlicher Detailpositionen.
5. Die aktuelle Kontroverse: Dieses Kapitel widmet sich der direkten Auseinandersetzung zwischen den beiden Modellen von Weißeno et al. und der Autorengruppe Fachdidaktik nach 2010.
5.1. Kompetenzmodell der Gruppe Weißeno et al.: Detaillierte Vorstellung des Modells, das auf Politikwissenschaft als Kernbezugsdisziplin basiert und starke Anleihen bei naturwissenschaftlichen Modellen nimmt.
5.2. Basiskonzeptemodell der Autorengruppe Fachdidaktik: Vorstellung des Alternativmodells, das kritisch gegenüber der Verengung auf Wissensinhalte ist und eine stärkere Verknüpfung von Wissen und Können fordert.
5.3. Vergleich der Strukturen: Systematischer Vergleich der beiden Lager anhand von Kriterien wie Politikbegriff, Philosophie des Faches, Kompetenzverständnis und Medieneinsatz.
5.4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung der Kontroverse und der daraus resultierenden Folgen für die fachdidaktische Theoriebildung.
6. Fazit: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und diskutiert die schwierige, aber notwendige Suche nach einem fachdidaktischen Konsens zur Vereinheitlichung der Lehrpläne.
Politische Bildung, Basiskonzepte, Politikdidaktik, PISA-Studie, Kompetenzorientierung, GPJE, Fachdidaktik, politische Mündigkeit, Politikwissenschaft, Bildungsstandards, Konstruktivismus, konzeptuelles Deutungswissen, curriculare Reform, Lehrpläne, Unterrichtsqualität.
Die Arbeit analysiert die aktuelle fachdidaktische Kontroverse um die Definition und Implementierung von Basiskonzepten in der politischen Bildung, insbesondere im Kontext der nach dem "PISA-Schock" geforderten Kompetenzorientierung.
Zentral sind die Auseinandersetzung über den Stellenwert von Fachwissen versus Kompetenzentwicklung, die unterschiedlichen Politik- und Demokratieverständnisse in der Fachdidaktik sowie die Frage nach einer angemessenen Strukturierung von Unterrichtsinhalten.
Das Ziel ist es, die Positionen zweier konkurrierender Autorengruppen – Weißeno et al. einerseits und die Autorengruppe Fachdidaktik andererseits – vergleichend darzustellen, deren theoretische Wurzeln offenzulegen und auf Gemeinsamkeiten oder unüberbrückbare Differenzen zu prüfen.
Die Autorin nutzt eine historische Aufarbeitung der politikdidaktischen Entwicklung kombiniert mit einer vergleichenden Literaturanalyse der zentralen Streitschriften beider Parteien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Wissensdebatte, die Entwicklung erster Konzepte, die detaillierte Vorstellung der beiden aktuellen konkurrierenden Modelle und einen strukturierten Vergleich entlang definierter Vergleichskriterien.
Zentrale Begriffe sind Basiskonzepte, politische Mündigkeit, Kompetenzorientierung, GPJE, Politikdidaktik, Bildungsstandards und Konstruktivismus.
Die Gruppe orientiert sich stark am naturwissenschaftlichen Modell. Sie sehen in Basiskonzepten ein notwendiges Werkzeug, um den inhaltlichen Kern der Politikwissenschaft abzubilden und eine messbare "kognitive Politikkompetenz" bei Schülern zu fördern.
Die Gruppe kritisiert eine einseitige Fokussierung auf politikwissenschaftliches Faktenwissen, die Vernachlässigung soziologischer und lebensweltlicher Bezüge sowie ein "inputorientiertes" Lernverständnis, das hinter den Standard der Kompetenzorientierung zurückfalle.
Der Konsens wird als historisches Beispiel dafür herangezogen, dass die Fachdidaktik in der Lage ist, trotz kontroverser Ansichten gemeinsame Grundprinzipien für den Unterricht zu vereinbaren, was die Hoffnung auf eine ähnliche Lösung im aktuellen Streit nährt.
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