Bachelorarbeit, 2011
32 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der Weg der Edda in Humanismus und Romantik
3. Mythos und Wissenschaft: Nationales Germanentum im 19. und 20. Jahrhundert
4. Gruppen, Gesellschaften, Bündnisse: Eddische Religionen für den Nationalsozialismus
5. Die Edda im Spiegel nationalsozialitischer Mythen
5.1. Die Runenkunde: Mythisches Wissen als Erkenntnis der Herrschaft
5.2. Rechtsextremismus und heidnisches Neugermanentum in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
6. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption und den ideologischen Missbrauch der Edda sowie nordischer Mythen im 19. und 20. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf deren Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus und rechtsextreme Gruppierungen. Es wird analysiert, wie diese ursprünglich literarischen und mythologischen Quellen zu einem politischen und rassentheoretischen Konstrukt umgeformt wurden, um Herrschaftsansprüche zu legitimieren.
3. Mythos und Wissenschaft: Nationales Germanentum im 19. und 20. Jahrhundert
Wie im vorherigen Kapitel bereits betont, wandelten sich die Wertmaßstäbe ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erheblich, d.h. Gedanken, die sich auf den Begriff des Germanen bezogen, wurden vordergründig auf rassentheoretische Modelle projiziert. Als Hauptaugenmerk wurde der Untergang der lateinisch-romanischen Rasse gegenüber der germanischen hervorgehoben. Dies entwickelte sich zum zentralen Leitsatz, der sich auf verschiedenartigste Forschungsgebiete übertrug. Sie wurden anfänglich beeinflusst auf Grundlage biologistischer und naturwissenschaftlicher Sichtweisen, die zum Beispiel dem Gedankengut des Arthur Comte de Gobineaus (1816- 1882) entsprangen.
In seiner Schrift Essai sur l‘ inegalite des races humaines (1853- 1855) behandelte er im vierten Band die ursprünglichen Erbanlagen der germanischen Rasse. Gobineau berief sich auf die so genannte Rassenanthropologie, die seit langer Zeit den Anspruch erhoben hatte, eine Wissenschaft zu sein. Diese stützte sich vor allem auf die Klärung der Frage, wie die vorgebliche germanische Urheimat aufgebaut gewesen sein soll und wie sie sich in Deutschland verbreiten konnte. In allgemeiner Hinsicht sah sich die Anthropologie als wichtigen Bestandteil der Biologie, aber wie die vorherige Benennung bereits erkennen lies, waren für diesen wissenschaftlichen Bereich auch die kulturgeschichtlichen Fragen entscheidend. Von zentraler Bedeutung musste dafür vor allem ihre physische Einteilung sein, d.h. es erfolgte eine Betrachtung auf einer Ebene, die sich noch unterhalb der körperlichen Entwicklung befand.
Es galten charakteristische Merkmalsbestände des Menschen, welche man versuchte, aufgrund archäologischer Funde und statistischer Bevölkerungserhebungen zu ermitteln. Untermauernd hierfür waren weiterhin die Fragen nach der Zusammensetzung prähistorischer Bevölkerungen, um ihre Rassensystematik aufzugliedern. Dies führte zu einem Germanenbegriff der vormerklich an körperlichen Merkmalen gemessen wurde und anhand derer der Nachweis des germanischen Einflusses aus Nord- und Westeuropa auf die Welt als zeitlose Geltung anzusehen war.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die heutige Konfrontation mit germanischen Begriffen und Mythen, deren Ursprung und Bedeutung in der römischen Antike sowie in mittelalterlichen Quellen wie der Älteren und Jüngeren Edda analysiert werden.
2. Der Weg der Edda in Humanismus und Romantik: Dieses Kapitel zeigt auf, wie die Edda im Zuge eines neuen geschichtlichen Verständnisses von einer oberflächlich behandelten Sammlung zu einem Symbol nationaler Identität und eines deutsch-germanischen Selbstbildes wurde.
3. Mythos und Wissenschaft: Nationales Germanentum im 19. und 20. Jahrhundert: Es wird die Transformation des Germanenbegriffs hin zu einem rassentheoretischen Modell beschrieben, das durch pseudowissenschaftliche Ansätze und Evolutionstheorien die Grundlage für die spätere NS-Ideologie schuf.
4. Gruppen, Gesellschaften, Bündnisse: Eddische Religionen für den Nationalsozialismus: Hier werden okkultistische Strömungen wie die Theosophen und Ariosophen vorgestellt, die eine ideologische Vorarbeit für den Nationalsozialismus leisteten, indem sie Runen und Mythen willkürlich umdeuteten.
5. Die Edda im Spiegel nationalsozialitischer Mythen: Dieses Kapitel analysiert die systematische Instrumentalisierung der Edda und des Germanenbildes durch die NS-Diktatur zur emotionalen Beeinflussung der Bevölkerung und zur Legitimierung von Herrschaft.
5.1. Die Runenkunde: Mythisches Wissen als Erkenntnis der Herrschaft: Die Runenkunde wird als Beispiel für die bewusste Umdeutung und den Missbrauch von Symbolen zur pseudowissenschaftlichen Untermauerung eines "arteigenen" Kulturbegriffs im Dritten Reich dargestellt.
5.2. Rechtsextremismus und heidnisches Neugermanentum in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Der Fokus liegt auf der Kontinuität und dem Missbrauch germanischer Mythen in rechtsextremen und neuheidnischen Kreisen nach 1945.
6. Schlussbemerkungen: Die Zusammenfassung bilanziert die radikale Entwicklung und den anhaltenden Missbrauch der Edda, wobei die Notwendigkeit betont wird, das echte wissenschaftliche Erbe von ideologischen Konstrukten zu trennen.
Edda, Nationalsozialismus, Germanentum, Nordische Mythologie, Rassenlehre, Ariosophie, Runenkunde, Rechtsextremismus, Identität, Ideologie, Instrumentalisierung, Geschichte, Neugermanentum, Mythen, Mythos
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen Rezeption der Edda und nordischer Mythen sowie deren zunehmender ideologischer Verklärung, insbesondere durch den Nationalsozialismus und moderne rechtsextreme Gruppierungen.
Die zentralen Themen sind die historisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Edda, der Aufstieg völkisch-rassistischer Ideologien sowie die Analyse von Symbolen und Mythen als Werkzeuge politischer Instrumentalisierung.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie ursprüngliche mythologische Inhalte systematisch entfremdet und in den Dienst radikaler politischer Ideologien gestellt wurden, um eine vermeintliche Überlegenheit zu begründen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, die den Wandel der Deutungsmuster von der Antike über die Romantik bis hin zur Moderne nachzeichnet.
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen der Germanen-Rezeption, die Rolle okkulter Gruppierungen, die systematische Vereinnahmung durch den NS-Staat sowie aktuelle Tendenzen in neugermanischen und rechtsextremen Szenen.
Zu den prägenden Begriffen zählen Edda, Nationalsozialismus, Rassenideologie, Germanentum, Runen und Instrumentalisierung.
Die Runenkunde wurde von den Nationalsozialisten als "Urschrift" umgedeutet, um eine vermeintliche kulturelle Kontinuität und Überlegenheit der germanischen Rasse pseudowissenschaftlich zu legitimieren.
Sie nutzen fragmentierte, aus dem Kontext gerissene Aspekte der Edda und nordischer Symbole als Identitätsstifter und "Deckmantel", um eigene radikale Weltanschauungen und rechtsextreme Ziele zu verbreiten.
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