Diplomarbeit, 2003
106 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1 Allgemeine Einführung in die Themenstellung (Historischer und Funktionaler Ansatz)
1.2 Fragestellung, Zielsetzung und Vorgehensweise
2. „Modell Deutschland“: Theoretische Grundlagen und Charakteristika
2.1 Formaler Aufbau von Kapitalgesellschaften
2.2 Mitbestimmung
2.3 Anteilsbesitzverflechtungen und die Rolle der Banken
2.4 Planungs- und Entscheidungsstil von Unternehmensführung
2.5 Zwischenergebnis
3. Interdependenzen zwischen Politik und Wirtschaft: Veränderungsdruck durch wirtschaftliche Internationalisierung
3.1 Charakterisierung von wirtschaftlicher Internationalisierung
3.2 Mitbestimmung: Veränderungen im Mitbestimmungsgesetz und das neue Betriebsverfassungsgesetz
3.3 Banken: Von der Hausbank zum globalen Unternehmen
3.4 Machtpotential Anteilsbesitz: Nationale Verantwortung und internationaler Anspruch
3.5 Unternehmensführung: Wandel von der Stakeholder- zur Shareholder-Orientierung
3.6 Zwischenergebnis und Hinführung zu Problemfeldern
4. Darstellung aktueller Fälle und Lösungsansätze
4.1 Fusion Mannesmann AG und Vodafone Airtouch
4.2 Krise der Philipp Holzmann AG
4.3 Zusammenfassung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fallbeispiele
5. „Corporate Governance“: Transparenz und Kontrolle
5.1 Allgemeine begriffliche und theoretische Grundlagen von Corporate Governance
5.2 Maßnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance
5.2.1 Empfehlungen des Centre for European Policy Studies (CEPS)
5.2.2 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
5.2.3 OECD-Prinzipien für Corporate Governance
5.2.4 Herzog-Tietmeyer-Kommission
5.2.5 Berliner Initiativkreis German Code of Corporate Governance (GCCG)
5.2.6 Grundsatzkommission Corporate Governance (German Panel on CG)
5.2.7 Regierungskommission I „Corporate Governance“
5.2.8 Regierungskommission II „Corporate Governance“
5.2.9 Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPuG)
5.3 Zusammenfassung und Bewertung der Maßnahmen
6. Zusammenfassung und Ausblick – Das System der Corporate Governance
6.1 Interpretation und Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Weiterführende Fragestellungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Interdependenz zwischen Staat und Wirtschaft in Deutschland, ausgelöst durch die wirtschaftliche Internationalisierung. Das primäre Ziel ist es, den Transformationsprozess vom traditionellen „Modell Deutschland“ hin zu einem „System der Corporate Governance“ zu analysieren, wobei die Veränderung zentraler ökonomischer und politischer Steuerungselemente im Fokus steht.
2.3 Anteilsbesitzverflechtungen und die Rolle der Banken
Die Banken in Deutschland sind sowohl in Bezug auf ihre Rechtsform, in öffentlich-rechtliche Banken und private Geschäftsbanken getrennt, als auch innerhalb dieser Unterteilung weiter diversifiziert. Die Sparkassen sind dabei als selbständige Körperschaften mit ihrer Gewährträgerhaftung dem öffentlich-rechtlichen Bereich zuzurechnen. Die Großbanken, Privatbanken, Regionalbanken, Auslandsbanken und Genossenschaftsbanken repräsentieren den privatrechtlichen Bereich.
Die Großbanken in Deutschland sind durch ihre Stellung als Universalbanken in der Lage, alle Arten von Bankgeschäften anzubieten. Dies umfaßt sowohl Einlagen- und Kreditgeschäft, als auch den Bereich des Wertpapiergeschäfts. „Dieses Universalbankensystem bildet daher eine Voraussetzung für dauerhafte Beziehungen zwischen einer einzigen Bank und ihrem (Industrie-) Kunden. [...] In Deutschland konnte sich so das Hausbanken-Prinzip, welches diese stabile und umfassende Beziehung des Kreditnehmers zu „seiner“ Bank beschreibt, als fester Bestandteil der Unternehmens- bzw. Wirtschaftskultur erhalten“.
Die Rolle der Banken ist dabei traditionell wesentlich wichtiger als die des Kapitalmarktes, was zu stabilen Besitzverhältnissen und auch zu festen Beziehungen zwischen den Sozialpartnern beiträgt. Aus dieser Hausbanken-Funktion und der Verflechtung der verschiedenen Bankgeschäfte ergibt sich ein großes Einflußpotential auf einzelne Unternehmen – kumuliert aber auch für die gesamte Wirtschaft.
1. Einführung: Definition des Modells Deutschland anhand historischer und funktionaler Kriterien sowie Darstellung der Forschungsfrage.
2. „Modell Deutschland“: Theoretische Grundlagen und Charakteristika: Analyse der klassischen Säulen Mitbestimmung, Bankenrolle und Managementstruktur als stabiler Ordnungsrahmen.
3. Interdependenzen zwischen Politik und Wirtschaft: Veränderungsdruck durch wirtschaftliche Internationalisierung: Untersuchung der Auswirkungen globaler Märkte auf die traditionellen deutschen Strukturen.
4. Darstellung aktueller Fälle und Lösungsansätze: Praxisbeispiele zur Veranschaulichung der Systemveränderungen durch Krisen und Unternehmensübernahmen.
5. „Corporate Governance“: Transparenz und Kontrolle: Analyse der verschiedenen legislativen und korporativen Maßnahmen zur Anpassung der Unternehmensverfassung.
6. Zusammenfassung und Ausblick – Das System der Corporate Governance: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Interaktion von Staat und Wirtschaft.
Modell Deutschland, Corporate Governance, wirtschaftliche Internationalisierung, Mitbestimmung, Hausbanken-Prinzip, Stakeholder-Ansatz, Shareholder-Orientierung, KonTraG, TransPuG, Unternehmensverfassung, Kapitalgesellschaften, Globalisierung, Unternehmenskontrolle, Aufsichtsrat, Kapitalmarkt.
Die Arbeit analysiert den Wandel des Wirtschafts- und Politiksystems in Deutschland. Dabei wird der Übergang vom klassischen „Modell Deutschland“ mit seiner starken Konsenskultur und Bankenmacht hin zu einem durch Internationalisierung geprägten „System der Corporate Governance“ untersucht.
Die Schwerpunkte liegen auf den drei Säulen des Modells: der Mitbestimmung, der Macht der Banken durch Anteilsbesitz und Stimmrechte sowie dem Wandel des unternehmerischen Planungs- und Entscheidungsstils.
Das Ziel ist es festzustellen, inwieweit das traditionelle Modell noch existiert und wie sich das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft angesichts des ökonomischen Anpassungsdrucks neugestaltet hat.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Herleitung der Säulen sowie auf eine politikwissenschaftliche Analyse aktueller Praxisbeispiele und gesetzgeberischer Initiativen (wie KonTraG und TransPuG).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Säulen, eine Analyse der Auswirkungen der Internationalisierung auf diese Säulen, die Untersuchung zweier Fallbeispiele (Mannesmann-Vodafone und Holzmann) sowie eine detaillierte Darstellung der regulatorischen Maßnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Shareholder-Value, Stakeholder-Orientierung, Deutschland AG, Kontroll- und Transparenzgesetz sowie die Interdependenz zwischen Politik und Großunternehmen.
Der Fall Holzmann dient als markantes Beispiel für das Versagen des traditionellen Konsensmodells und zeigt auf, wie der Staat durch massive Interventionen versuchte, ein "Auslaufmodell" zu retten, was jedoch zu ordnungspolitischen Konflikten mit marktwirtschaftlichen Prinzipien führte.
Das KonTraG markiert einen Wendepunkt, da es die Prioritäten des Staates hin zu einer stärkeren Marktorientierung und Transparenz verschob und den Beginn einer gesetzgeberischen Aktivität einleitete, um das deutsche System moderner und konkurrenzfähiger zu machen.
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