Examensarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Forschungsstand
2.1 Jugendsprachforschung
2.2 Die Subkultur Hip-Hop
3 Hip-Hop
3.1 Die Anfänge
3.2 Hip-Hop in Deutschland
4 Linguistische Merkmale jugendsprachlicher Sprechweisen
5 Jugendsprache in Musiktexten
5.1 Die Fantastischen Vier „Die Da“
5.2 Fettes Brot „Hallo Hip Hop“
5.3 Freundeskreis „Esperanto“
5.4 Fünf Sterne Deluxe „Wir ham’s drauf“
5.5 Eko Fresh „König von Deutschland“
5.6 Sido „Mein Block“
5.7 Bushido „Alles Gute kommt von unten“
6 Auswertung
7 Zusammenfassung
Diese Arbeit analysiert die Verwendung jugendsprachlicher Sprechweisen in ausgewählten deutschsprachigen Hip-Hop-Texten. Dabei wird untersucht, wie Künstler verschiedener Generationen und Stile linguistische Merkmale wie Wortschatz, Vulgarismen und Anglizismen einsetzen, um ihre Zielgruppe anzusprechen und sich von der Standardsprache abzugrenzen.
3.1 Die Anfänge
In dem Armenviertel von New York City, der Bronx, entwickelte sich in der Mitte der siebziger Jahre das, was heute allgemein als Hip-Hop verstanden wird (vgl. u.a. Krekow/Steiner/Taupitz 2003, S. 288). Als „eine Art Antibewegung zur flachen und leichten Discomusik, die zu jener Zeit international ihre Hochphase hatte“, wurden Blockpartys organisiert (Krekow/Steiner/Taupitz 2003, S. 11f.), die auf den Hinterhöfen stattfanden (Verlan/Loh 2000, S. 54). Diese waren anfangs „Soundsystem Battles“, welche Wettbewerbe der DJ’s um die beste Party mit der lautesten Musikanlage sind (vgl. Krekow/Steiner/Taupitz 2003, S. 11). Nach und nach wurde auch die Qualität wichtiger: „Plötzlich waren auch Talent und Ideenreichtum gefragt“ (Krekow/Steiner/Taupitz 2003, S. 12). Neue Techniken wurden entwickelt, so dass zum Beispiel der DJ Kool Herc zwei gleiche Platten auf unterschiedlichen Plattenspielern abspielte, um einen besonders beliebten Rhythmus endlos zu wiederholen (vgl. Krekow/Steiner/ Taupitz 2003, S. 11 und Verlan/Loh 2000, S. 54).
Weitere Errungenschaften waren beispielsweise das „Scratchen“ („das Hervorbringen bestimmter akustischer Effekte durch Manipulieren der laufenden Schallplatte“ (Baer 2001, S. 898)), „Punch Phrasing“ („das abrupte Anspielen eines Songs auf einem Plattenteller, während eine andere Platte weiterläuft“) und das „back spinning“ („das abwechselnde Vor- und Zurückbewegen beider Platten, um dieselbe Stelle immer wieder laufen zu lassen“) (George 2002, S. 40).
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, die Verwendung jugendsprachlicher Elemente in deutschen Raptexten zu untersuchen und in den Kontext der Hip-Hop-Kultur zu setzen.
2 Forschungsstand: Überblick über die Jugendsprachforschung und die soziolinguistischen Grundlagen, sowie eine theoretische Einordnung der Hip-Hop-Kultur als Subkultur.
3 Hip-Hop: Geschichtlicher Abriss der Ursprünge des Hip-Hop in den USA und der spezifischen Entwicklung der Szene in Deutschland.
4 Linguistische Merkmale jugendsprachlicher Sprechweisen: Detaillierte Darstellung theoretischer Ansätze zu Merkmalen wie Wortschatz, Vulgarismen, Anglizismen und Sprechstil-Besonderheiten.
5 Jugendsprache in Musiktexten: Empirische Analyse von sieben ausgewählten Liedtexten hinsichtlich der zuvor definierten linguistischen Kategorien.
6 Auswertung: Synthese der Analyseergebnisse und Kategorisierung der Interpreten basierend auf ihrem Sprachgebrauch und ihrer künstlerischen Zielsetzung.
7 Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der Hypothese, dass Sprachwahl und Kompromissbereitschaft in Raptexten eng mit der angestrebten Kommerzialisierung korrelieren.
Jugendsprache, Hip-Hop, Soziolinguistik, Raptexte, Vulgarismen, Anglizismen, Subkultur, Jugendsprachforschung, Wortbildung, Sprechsprache, Identitätskonstitution, Gangsta-Rap, Musikindustrie, Sprachwandel, Partikelgebrauch
Die Arbeit untersucht, wie jugendsprachliche Sprechweisen in deutschsprachigen Rap-Liedern verwendet werden und welche linguistischen Besonderheiten dabei auftreten.
Das Spektrum reicht von der soziolinguistischen Definition von Jugendsprache über die Geschichte der Hip-Hop-Kultur bis hin zur detaillierten linguistischen Analyse spezifischer Liedtexte.
Das Ziel ist es, die Verwendung jugendsprachlicher Merkmale zu systematisieren und zu prüfen, inwieweit unterschiedliche Interpreten diese Mittel zur Abgrenzung oder zur kommerziellen Unterhaltung nutzen.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine empirische Analyse, bei der sieben ausgewählte Liedtexte anhand linguistischer Kriterien (wie Wortbildung, Anglizismen, Lautwörter) untersucht werden.
Im Hauptteil werden sieben Liedtexte (u.a. von den Fantastischen Vier, Fettes Brot, Sido und Bushido) auf die Einhaltung theoretisch definierter sprachlicher Merkmale hin analysiert und miteinander verglichen.
Jugendsprache, Hip-Hop, Soziolinguistik, Raptexte, Sprachvariation und Subkultur sind die prägenden Begriffe.
Die Autorin stellt fest, dass kommerziell ausgerichtete Bands eher Standardsprache mit saloppen Elementen nutzen, während sogenannte "Gangsta-Rapper" gezielt vulgäre und diskriminierende Ausdrücke einsetzen, um Härte und eine "brutale" Lebensrealität darzustellen.
Anglizismen sind ein zentrales Element, das sowohl die Verbundenheit zum amerikanischen Ursprung der Kultur unterstreicht als auch als Fachvokabular dient, um eine fachkundige Zielgruppe direkt anzusprechen.
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