Masterarbeit, 2007
95 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Einführung in Franks Ontologie
2.1 Die empirische Wirklichkeit
2.2 Das ideale Sein
2.3 Die Realität des Subjekts und das geistige Leben
2.4 Die docta ignoratia
3. Der Begriff des Menschen bei Simon Frank
3.1 Die zwei Naturen des Menschen
3.2 Der Mensch als Vertriebener
3.3 Das Transzendieren nach außen
3.3.1 Das Erkennen
3.3.2 Ich und Du
3.4 Vom Transzendieren nach innen zum Begriff Gottes
3.5 Die Gottmenschlichkeit
3.6 Randbetrachtung zu Franks Sprache über den Menschen
3.7 Der sittliche Charakter des Menschen
3.8 Die zweifache Beziehung des Selbst zum Guten
3.9 Die Möglichkeit des Menschen zur Sünde
4. Die Gesellschaft
4.1 Die Realgeltung des Wir
4.2 Die ontologische Natur der Gesellschaft
4.2.1 Die zwei Aspekte der Gesellschaft
4.2.2 Die geistige Natur der Gesellschaft
4.2.3 Das Heilige in der Gesellschaft
4.2.4 Der sittliche Charakter der Gesellschaft
4.3 Das Prinzip des Dienstes
5. Franks Auseinandersetzung mit der Idee der Menschenrechte
5.1 Franks Blick auf die Menschenrechte
5.1.1 Die Hierarchie
5.1.2 Die Gleichheit
5.1.3 Die Freiheit
5.1.4 Die Glaubensfreiheit
5.2 Auseinandersetzung mit Franks Menschenrechtsbegriff
5.2.1 Der Staat
5.2.2 Die bürgerliche Gesellschaft
5.2.3 Das Recht
5.2.4 Der Staat und der einzelne Mensch
6. Franks Beitrag zur aktuellen Debatte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Auseinandersetzung des russischen Philosophen Simon Frank mit dem Konzept der Menschenrechte auf der Grundlage seiner Ontologie und Sozialphilosophie kritisch zu untersuchen und zu bewerten.
2.1 Die empirische Wirklichkeit
Was ist wirklich? Die erste und einfachste Antwort des normalen Bewusstseins ist wohl: Das, was mir draußen begegnet: Die Gegenstände der Umwelt, die wahrgenommen werden, die mir wörtlich ,entgegen-stehen’, an denen man sich stößt. Dazu gehört auch mein eigener Körper. Ich erkenne ihn als einen Gegenstand der Welt, wenn ich mich anblicke, oder auch, wenn ich in einen Spiegel schaue. In diesem Sinne ist der Begriff „draußen“ vielleicht irreführend, aber er bezeichnet alles, auf das ich in irgendeiner Form zeigen kann, und von dem ich sagen kann „Das da“, und sei es mit Hilfe eines Spiegels.
Sicher gab und gibt es wohl immer noch philosophische Richtungen, die versuchen, dies als reine Illusion, als Schein zu betrachten. Mit Filmen wie „The Matrix“ ist die Denkmöglichkeit einer solchen Philosophie auch im allgemeinen Bewusstsein präsenter geworden, dennoch ist den meisten klar, dass es nur das ist: Eine Denkmöglichkeit, aber nicht die Wirklichkeit.
Die erste Unterscheidung zwischen Meinungen, Gedanken und Vorstellungen auf der einen Seite und der Wirklichkeit auf der anderen, ist das „Es ist eben“. Es trägt den „Charakter unabweisbarer Faktizität“.
Wir können die Wirklichkeit zwar verändern, aber nicht wie eine eigene Meinung einfach ignorieren. Sie drängt sich uns auf und zeigt uns in diesem Aufdrängen, wie sehr sie sich von unserer subjektiven Welt in uns, wie uns die Wirklichkeit auf den ersten Blick erscheint, unterscheidet.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die kritische Sichtweise Simon Franks auf die Menschenrechte ein und legt das Ziel fest, seine Ontologie als Basis für diese Position zu untersuchen.
2. Einführung in Franks Ontologie: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge von Franks Ontologie, insbesondere die empirische Wirklichkeit, das ideale Sein, das geistige Leben und die docta ignoratia.
3. Der Begriff des Menschen bei Simon Frank: Der Mensch wird als transzendierendes Wesen mit zwei Naturen beschrieben, wobei seine Verwurzelung im Göttlichen und die Beziehung zu Gott und dem Nächsten zentral sind.
4. Die Gesellschaft: Hier wird die ontologische Struktur der Gesellschaft als Einheit von Ich und Du analysiert, geprägt durch das Prinzip des Dienstes an der Wahrheit.
5. Franks Auseinandersetzung mit der Idee der Menschenrechte: Dieses Hauptkapitel kritisiert den liberalen Menschenrechtsbegriff und stellt ihm Franks Konzept des Dienstes an der Wahrheit und die Bedeutung von Hierarchie und Ordnung gegenüber.
6. Franks Beitrag zur aktuellen Debatte: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Relevanz von Franks Denken für das Verständnis von Rechten und Staat in der modernen Gesellschaft.
Simon Frank, Ontologie, Menschenrechte, Gesellschaftstheorie, Transzendenz, Gottmenschlichkeit, Prinzip des Dienstes, Gemeinschaft, Subjektivität, Metaphysik, Sozialphilosophie, Wahrheit, Freiheit, Identität, Differenz
Die Arbeit analysiert die philosophische Auseinandersetzung des russischen Denkers Simon Frank mit dem Konzept der Menschenrechte auf der Basis seines ontologischen Systems.
Die zentralen Themen umfassen die Struktur der Wirklichkeit (Ontologie), den Begriff des Menschen, die ontologische Natur der Gesellschaft sowie die kritische Reflexion politischer Rechtsbegriffe.
Das Ziel ist es, Franks Kritik an modernen Menschenrechten durch seine eigene Sozialphilosophie und sein Verständnis von Dienst an der Wahrheit zu begründen und zu kontextualisieren.
Es wird eine phänomenologische und philosophisch-analytische Methode verwendet, die Franks Werke textnah interpretiert und in Bezug zu anderen Rechtstraditionen setzt.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Herleitung des Menschenbildes bei Frank und der daraus resultierenden Kritik an individualistischen Gesellschaftsmodellen.
Zu den Kernbegriffen zählen Ontologie, Transzendenz, Menschenrechte, Dienst an der Wahrheit, Gottmenschlichkeit und Gesellschaftsstruktur.
Frank differenziert zwischen dem inneren, geistigen Kern der Gemeinschaft und der äußeren, mechanischen Organisation der Gesellschaft.
Die Ablehnung basiert auf seiner Sicht, dass der Fokus auf isolierte individuelle Rechte das grundlegendere Prinzip des „Dienstes an der Wahrheit“ und die ontologische Verwurzelung des Menschen verkennt.
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