Bachelorarbeit, 2011
62 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
Wurzeln der SPÖ. Die Arbeiterbewegung 1830-1945
Problemstellung und Relevanz des Themas
Forschungsleitende Fragestellung und ergänzende Fragen.
Hypothese
Abgrenzung der Forschung
Vorgehensweise
2. Hauptteil
Theorie und zentrale Begriffe – Gesellschaftlicher Wandel
Theorie und zentrale Begriffe – Parteiinterne Wandlungsprozesse
3. SPÖ – elektorale Verluste in Gegenwart gesellschaftlicher und parteiinterner Wandlungsprozesse.
Phase 1 – konsensualer Aufstieg 1945-1970
Phase 2 – Das goldene Zeitalter 1970-1983
Phase 3 – Krise und Selbstzweifel. 80er/ 90er
Phase 4 – ab 2000: Resümee zu Iststand und Reformtendenzen.
Zusammenfassung – Nachkriegsentwicklung der SPÖ in 4 Phasen
4. Beantwortung der Fragestellung
Hypothese
Die Arbeit untersucht die Ursachen für den anhaltenden Abwärtstrend des Wählerzuspruchs zur SPÖ seit den 1970er Jahren und analysiert, inwieweit Anpassungsversuche der Partei zu einer Entfremdung von ihrer Kernklientel geführt haben.
CATCH ALL PARTY/ ABGRENZUNG
Um die SPÖ und ihr Verhältnis zum CAP Parteitypus ausreichend diskutieren und den Entwicklungen bzw. Veränderungen zu vorhergehenden Epochen deutlich machen zu können, sehe ich den dringenden Bedarf einer klaren begrifflichen Abgrenzung.
So wird oft die Bezeichnung „Volkspartei“ und seltener „Massenintegrationspartei“ als Synonym für die CAP verwendet, was mitunter zu Verwechslungen führen kann.
Definition „Massenintegrationspartei“: Parteien dieses Typus bieten der Bevölkerung an, im Austausch gegen Loyalität ihre spezifischen (Klassen-) Interessen hörbar zu machen. Der auch mit „MIP“ abgekürzte Parteitypus, stand der Bevölkerung sehr nahe und gab konkrete zu erreichende gesellschaftliche Ziele vor (Wahlrecht, Arbeitszeitverkürzung, Arbeitnehmerrechte, gesellschaftliche Visionen). Ihre Aufgabe war es, die Menschen in ein politisches System zu integrieren bzw. ein alternatives System zu erreichen. Für die SPÖ trifft dieser Typus für die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg zu (vgl. Müller 1992, 193f).
Definition „Volkspartei“: Meinem Verständnis des Begriffes „Volkspartei“ nach, stellt diese eine Weiterentwicklung der MIP dar. Die Partei beginnt sich gegenüber anderen gesellschaftlichen Schichten zu öffnen, weniger dogmatisch und schwarz/ weiß zu denken und ist generell für Kompromisslösungen zum Wohle aller – nämlich zum Wohle des „Volkes“ zugänglich. Die Ideologie spielt für die Volkspartei jedoch nach wie vor eine wichtige Rolle und leitet sie grundsätzlich in ihrem Streben an. Dementsprechend sind alle eingegangenen Kompromisse, ein Ausdruck eines – unter den jeweils gegebenen Umständen – maximal erreichbaren Grades der Verwirklichung ideologischer Ziele.
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Forschungsfrage nach den Ursachen der Wahlniederlagen der SPÖ in einem historischen Kontext und legt die Vorgehensweise der Arbeit dar.
2. Hauptteil: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie Cleavage-Theorien und der Wandel zur „Catch All Party“ (CAP) definiert, um das methodische Rüstzeug für die Analyse zu schaffen.
3. SPÖ – elektorale Verluste in Gegenwart gesellschaftlicher und parteiinterner Wandlungsprozesse: In diesem umfangreichen Kapitel wird die Entwicklung der SPÖ in vier Phasen seit 1945 detailliert nachgezeichnet und die Transformation der Partei kritisch hinterfragt.
4. Beantwortung der Fragestellung: Das Fazit synthetisiert die Erkenntnisse und bestätigt die Hypothese, dass der Ideologieverlust und mangelnde Resource Mobilization zentrale Gründe für den Niedergang sind.
SPÖ, Sozialdemokratie, Parteienwandel, Catch All Party, Ideologieverlust, Wählerzuspruch, Gesellschaftswandel, Cleavage, Bruno Kreisky, Ressourcenmobilisierung, Volkspartei, Wahlergebnisse, politische Strategie, Wertewandel, Arbeiterbewegung.
Die Arbeit analysiert den langfristigen Wandel der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) und die Gründe für ihre sinkenden Wahlergebnisse seit den 1970er Jahren.
Die Arbeit befasst sich primär mit Parteienwandel, der Transformation zur „Catch All Party“, gesellschaftlichen Wertewandlungen und der strategischen Neuausrichtung der SPÖ.
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum die SPÖ trotz verschiedener Anpassungsstrategien an Attraktivität verloren hat und ob sie sich zu einer Partei entwickelt hat, die nur noch zum Selbstzweck existiert.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis bestehender Literatur zu Parteiensystemen, ergänzt durch die Auswertung von Wahlergebnissen und dem „Third Way Score“.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie eine chronologische Analyse der SPÖ in vier Phasen, von ihrem Aufstieg in der Nachkriegszeit bis hin zur aktuellen Situation nach der Jahrtausendwende.
Wichtige Begriffe sind SPÖ, Catch All Party, Ideologie, Cleavage, Wertewandel und Wählerzuspruch.
Kreisky wird als Symbolfigur des „goldenen Zeitalters“ dargestellt, dessen pragmatischer Kurs jedoch gleichzeitig den Beginn der Entideologisierung und der späteren Entfremdung der Partei von ihrer Basis einleitete.
Der Autor sieht darin einen Erneuerungsversuch mit reideologisierenden Zügen, dessen tatsächliche Wirkung auf die Wähler jedoch erst in zukünftigen Wahlen messbar sein wird.
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