Diplomarbeit, 2010
121 Seiten, Note: Sehr gut
1. Die Handelsschule im österreichischen Bildungssystem
1.1 Schnittstelle 8. Schulstufe
1.2 Die Entwicklung und Schülerzahlen der Handelsschule
1.3 Probleme an Handelsschulen
1.3.1 Motive für die Wahl der Handelsschule
1.3.2 Soziodemografische Merkmale der Handelsschüler
1.4 Inwieweit sind Schüler mit Migrationshintergrund benachteiligt?
1.4.1 Individuelle Determinanten
1.4.2 Familiäre Determinanten
1.4.3 Schulische Determinanten der Lern- und Leistungsfähigkeit
2. Reformkonzepte und Projekte - für eine Fortentwicklung der Handelsschule
2.1 Allgemeine Reformimpulse
2.1.1 Curriculare Reformoptionen
2.1.2 Strukturelle Reformoptionen
2.1.3 Resümee
2.2 Schulautonome Reformkonzepte
2.2.1 „Einstiegsphase“ (HAK/HAS Perg)
2.2.2 „COOL“ (HAK/HAS Steyr)
2.2.3 „Übergangsstufe“ (HAK/HAS Linz - Rudigierstraße)
2.3 Pilotprojekt HAS+ Oberösterreich
2.4 ESF-Projekt Oberösterreich
3. Untersuchung von Problemen und Maßnahmen in ersten HAS-Klassen aus Lehrersicht
3.1 Problemdefinition und Ziele der Untersuchung
3.2 Hypothesen und theoretisches Modell
3.3 Forschungsdesign und Methodik
3.3.1 Untersuchungsdesign
3.3.2 Erhebungsmethode und Durchführung der Untersuchung
3.3.3 Stichprobe
3.3.4 Auswertungsmethode
3.4 Darstellung und Interpretation der Untersuchungsergebnisse
3.4.1 Berufserfahrung und Einschätzung der Probleme
3.4.2 Unterrichtsgegenstand und Einschätzung der Probleme
3.4.3 Schüler mit Migrationshintergrund und sprachliche Defizite
3.4.4 Schüler mit Migrationshintergrund und Verhaltensauffälligkeit
3.4.5 Schüler mit Migrationshintergrund und schulische Lern- und Leistungsfähigkeit
3.4.6 Schüler mit Migrationshintergrund und Anteil der Leistungsschwachen
3.4.7 Berufserfahrung und Motivation der Lehrer
3.4.8 Wichtigkeit und Erfolgsaussichten bestimmter Maßnahmen
3.4.9 Unterrichtete Schulstufe und Anteil der Leistungsschwachen
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit hat das Ziel, die bedeutendsten Herausforderungen sowie die Erfolgsaussichten verschiedener pädagogischer Maßnahmen in den ersten Klassen der Handelsschule (HAS) zu identifizieren, wobei ein besonderer Fokus auf die Situation von Schülern mit Migrationshintergrund aus der Perspektive der unterrichtenden Lehrkräfte gelegt wird.
Die Bridgingfunktion der HAS zwischen der 1. und 2. Schwelle
Die Handelsschule ist aber nicht nur ein Überbrückungssystem mit Wartesaalfunktion, sondern schafft Lebens- und Beschäftigungsperspektiven. 58 % der HAS Absolventen gehen nach der Schulausbildung sofort arbeiten (vgl. Rechberger, 2009, S. 17).
Damit lässt sich abschließend sagen, dass die HAS mit einer Bandbreite an Schülererwartungen konfrontiert wird. Einerseits bildet sie ein „Auffangbecken für Jugendliche ohne Perspektive“, andererseits stellt sie eine Vorbereitung für den Aufbaulehrgang mit Matura da (vgl. Aff & Rechberger, 2008b, S. 1). Da die HAS aber für viele Schüler nur eine Übergangslösung darstellt, kann das zu verschiedenen Problemen im Unterricht, wie beispielsweise mangelnde Motivation, führen.
1. Die Handelsschule im österreichischen Bildungssystem: Dieses Kapitel erläutert die Strukturen, Entwicklungstrends der Schülerzahlen sowie soziodemografische Determinanten und Benachteiligungsfaktoren für Schüler mit Migrationshintergrund.
2. Reformkonzepte und Projekte - für eine Fortentwicklung der Handelsschule: Hier werden aktuelle curriculare und strukturelle Reformimpulse sowie spezifische schulautonome Modelle und Pilotprojekte wie HAS+ zur Verbesserung der Qualität vorgestellt.
3. Untersuchung von Problemen und Maßnahmen in ersten HAS-Klassen aus Lehrersicht: Dieser Teil widmet sich der empirischen Erhebung, in der Lehrkräfte die dringlichsten Probleme sowie die Erfolgsaussichten von Fördermaßnahmen bewerten und interpretieren.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Abschlusskapitel resümiert die wesentlichen theoretischen Erkenntnisse sowie empirischen Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsansätze.
Handelsschule, Migrationshintergrund, Schulleistung, Reformkonzepte, Lehrerbefragung, Sprachliche Defizite, Verhaltensauffälligkeiten, Unterrichtsqualität, Berufserfahrung, Bildungsbenachteiligung, Schulversuch HAS+, Erwartungs-Wert Theorie, Leistungsfähigkeit, Lernmotivation, Schulentwicklung.
Die Arbeit untersucht aus der Perspektive von Lehrkräften die zentralen Probleme in den ersten Klassen der österreichischen Handelsschule und evaluiert dabei verschiedene pädagogische Lösungsansätze.
Die zentralen Felder sind die Situation von Schülern mit Migrationshintergrund, die schulischen Leistungsdeterminanten sowie die Evaluation von Reformprojekten zur Schulentwicklung.
Das Hauptziel ist die Identifizierung der bedeutendsten Herausforderungen im Unterrichtsalltag der ersten Handelsschulklassen sowie die Einschätzung der Erfolgsaussichten spezifischer Fördermaßnahmen.
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign in Form einer schriftlichen Befragung von Lehrkräften an 12 Handelsschulen in Oberösterreich angewandt, deren Daten mittels statistischer Verfahren (SPSS) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Bildungsbenachteiligung und Reformkonzepten sowie eine umfangreiche empirische Untersuchung zur Einschätzung von Problemen wie Sprachdefiziten oder mangelnder Motivation.
Begriffe wie Handelsschule, Migrationshintergrund, Schulleistung, Reformkonzepte und Lehrerbefragung sind für das Verständnis der Arbeit maßgeblich.
Die Untersuchung zeigt, dass Lehrkräfte mit kürzerer Berufserfahrung auftretende Unterrichtsprobleme tendenziell schwerwiegender einschätzen als ihre Kollegen mit längerer Erfahrung.
Befragte Lehrkräfte bewerten insbesondere Intensivkurse (z.B. Deutsch, Mathematik) sowie Eignungsprüfungen als besonders wichtig und erfolgsversprechend für die Verbesserung der schulischen Situation.
Das Projekt HAS+ wird als Pilotversuch vorgestellt, das durch gezielte Förderung und strukturelle Anpassungen, wie z.B. zusätzliche Unterrichtseinheiten, den spezifischen Anforderungen von Handelsschülern begegnen soll.
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