Bachelorarbeit, 2011
70 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie
1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
1.3 Literatur- und Quellenlage
1.4 Begrifflichkeiten
1.4.1 Vorhersage oder Szenario, Prognose oder Projektion?
1.4.2 Vulnerabilität
1.4.3 Urbane Klimavulnerabilität
1.4.4 Anpassung
1.4.5 Anpassungs- und Bewältigungskapazität
2. Klimawandel und Vulnerabilität in Vietnam und Ho Chi Minh City
2.1 Herausforderungen des Klimawandels für Vietnam und Ho Chi Minh City
2.2 Klima-Projektionen für Vietnam und Ho Chi Minh City
2.3 Überschwemmungen in Ho Chi Minh City – Folgen des Klimawandels?
3. Anpassung in Vietnam und Ho Chi Minh City
3.1 Öffentliche Anpassungsmaßnahmen in Vietnam
3.2 Öffentliche Anpassungsmaßnahmen in Ho Chi Minh City
3.3 Autonome, kollektive Anpassungsmaßnahmen in Vietnam und Ho Chi Minh City
3.4 Autonome, individuelle Anpassungsmaßnahmen in Ho Chi Minh City
3.4.1 Methodisches Vorgehen
3.4.2 Das Untersuchungsgebiet: Distrikt 6 und 8 in Ho Chi Minh City
3.4.3 Dokumentation und Beobachtungen
3.4.4 Leitfragen (Fragebogen)
3.4.5 Durchführung der Befragung
3.4.6 Ergebnisse
4. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie lokale Anpassung an Überschwemmungsereignisse in einkommensschwachen Distrikten von Ho Chi Minh City vor dem Hintergrund des Klimawandels stattfindet, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel zwischen staatlichen Defiziten und privaten Strategien liegt.
1.4.3 Urbane Klimavulnerabilität
Stadtregionen weisen im Vergleich zu ländlichen Gebieten komplexere Strukturen auf und werden daher räumlich differenzierter von den Auswirkungen des Klimawandels beeinflusst. Diese spielen beim Klimawandel einerseits eine aktive Rolle, da Stadtregionen in hohem Maße CO2 emittieren, andererseits eine passive, da sie durch ihre Komplexität in der Regel stärker durch den Klimawandel beeinflusst werden als andere Raumtypen und sich daher schneller den Veränderungen anpassen müssen. „Dieses eher reaktive Verständnis lässt sich als urbane Klimavulnerabilität zusammenfassen, die vom Temperaturanstieg, der Häufung von Extremereignissen sowie unmittelbar aus Überflutungen, Versorgungsengpässen und Veränderungen der Bevölkerungszusammensetzung durch umweltbedingte Migration beeinflusst wird.“ (BÖHNER ET AL 2010: 97).
Der sogenannte „Heat Island Effect“ ist beispielsweise ein Phänomen, dass ausschließlich in urbanen Gebieten vorkommt. Häufig wird dieser durch Defizite in der Stadtplanung verursacht: „Buildings, roads, and other infrastructure replace open land and vegetation. Surfaces that were once permeable and moist become impermeable and dry.“ (EPA 2011). Aufgrund zunehmender Versiegelung von Retentionsflächen, einer dichten Bebauung und einem Mangel an Grünflächen wird ein Ansteigen der Temperaturen verursacht. Der Heat Island Effect ist in extrem dicht bebauten Innenstadtgebieten deutlich messbar. Dabei werden Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Umland von bis zu 10° C gemessen (ECKERT ET AL 2008: 113). Verglichen mit der umliegenden Gesamtregion des Mekong-Deltas ist die Durchschnittstemperatur in Ho Chi Minh City in den vergangen Jahren sogar in zweifacher Geschwindigkeit gestiegen. Im Jahr 2007 betrug die Durchschnittstemperatur bereits zwischen 26–27°Celsius.
Wetterereignisse wie Hitzewellen werden damit im Raum Ho Chi Minh City noch verstärkt und führen unter anderem zu einer „erhöhten Sterberate vor allem unter alten und kranken Menschen und zu einem erhöhten Energieverbrauch als Folge des zusätzlichen Kühlbedarfes.“ (vgl. ECKERT ET AL 2008, ECKERT/WAIBEL 2009).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik Klimawandel, Vulnerabilität und Anpassung mit der zentralen Forschungsfrage zur lokalen Anpassung in Ho Chi Minh City.
2. Klimawandel und Vulnerabilität in Vietnam und Ho Chi Minh City: Analyse der Bedrohungslage durch den Klimawandel sowie Darstellung der stadtplanerischen Defizite, die die Vulnerabilität in Ho Chi Minh City verschärfen.
3. Anpassung in Vietnam und Ho Chi Minh City: Diskussion öffentlicher und autonomer Anpassungsmaßnahmen inklusive einer empirischen Untersuchung in den einkommensschwachen Distrikten 6 und 8.
4. Fazit: Kritische Bewertung der Ergebnisse und Zusammenfassung der Notwendigkeit einer sozial inklusiven, nachhaltigen Stadtentwicklung unter Einbeziehung lokaler Anpassungsbedarfe.
Klimawandel, Vulnerabilität, Anpassung, Ho Chi Minh City, Vietnam, Überschwemmungen, Stadtplanung, Urbane Klimavulnerabilität, Anpassungsfähigkeit, Bewältigungskapazität, Marginalsiedlungen, Stadtentwicklung, Soziales Kapital, Klimafolgen, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht das komplexe Gefüge aus Klimawandel, sozialer Vulnerabilität und Anpassungsstrategien am Beispiel der vietnamesischen Wirtschaftsmetropole Ho Chi Minh City.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der urbanen Klimavulnerabilität, den Auswirkungen von Überschwemmungen und der Rolle der Stadtplanung im Kontext der lokalen Anpassung.
Das Hauptziel besteht darin, zu analysieren, wie in einkommensschwachen Distrikten von Ho Chi Minh City Anpassung an Überschwemmungen stattfindet und welche Rolle dabei staatliche versus private Maßnahmen spielen.
Es wird ein methodischer Mix aus Literaturanalyse, Dokumentation/Beobachtung und einer standardisierten mündlichen Befragung mittels teilstrukturiertem Fragebogen eingesetzt.
Der Hauptteil analysiert die klimabedingten Herausforderungen für Vietnam, die stadtinternen Ursachen für die hohe Vulnerabilität in Ho Chi Minh City sowie eine empirische Befragung der Lokalbevölkerung.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Klimawandel, Vulnerabilität, Anpassung, Ho Chi Minh City, urbane Planung und soziale Disparitäten beschreiben.
Diese Distrikte weisen eine besonders hohe Vulnerabilität auf, da die Bewohner dort aufgrund prekärer wirtschaftlicher Verhältnisse kaum über Ressourcen für formelle Anpassungsmaßnahmen verfügen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass staatliche Maßnahmen bisher nicht ausreichen, da sie oft top-down organisiert sind und die spezifischen Bedürfnisse der ärmeren Bevölkerungsteile zu wenig berücksichtigen.
In Ermangelung staatlicher Unterstützung bilden informelle Verwandtschaftsnetzwerke und kollektives Handeln in den Gemeinschaften eine wesentliche Stütze für die Bewältigung von Notfällen.
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