Bachelorarbeit, 2011
47 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Begriffe
2.1 „Ausländer_innen“:
2.2 Bildungsausländer_innen
2.3 Migrant_innen
2.4 Regime
3. Kulturelles Kapital und der Kampf um Anerkennung
3.1 Axel Honneths „Konzept der Anerkennung“
3.2 Pierre Bourdieus Kulturtheorie
3.2.1 Ökonomisches Kapital
3.2.2 Kulturelles Kapital
3.2.3 Soziales Kapital:
3.2.4 Symbolisches Kapital
4. Situation in Deutschland
4.1 Anzahl der Einwander_innen
4.2 Das deutsche Zuwanderungsgesetz
4.3 Aufenthaltsgesetz
4.3.1 Niederlassungserlaubnis
4.3.2 Aufenthaltserlaubnis
5. Situation in Kanada
5.1 Anzahl der Einwander_innen
5.2 Das kanadische Migrationsregime im Wandel der Zeit
5.3 Das kanadische Punktesystem
5.4 Integrationsprogramme als Erleichterung des Einstiegs in den Arbeitsmarkt
5.5 Probleme des kanadischen Modells
6. Schwierigkeiten der Übertragung
7. Kanadische Grenze vs. Schengen-Raum
8. Fazit
Die Arbeit untersucht vergleichend die Migrationsregime Kanadas und Deutschlands, um zu analysieren, inwieweit das kanadische Modell – insbesondere das Punktesystem – als Vorbild für die deutsche Migrationspolitik dienen kann, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und integrationspolitischen Konzepte.
3. Kulturelles Kapital und der Kampf um Anerkennung
Die gezielte Anwerbung hochqualifizierter ausländischer Arbeitnehmer_innen in Kanada ist klar auf den maximalen sozioökonomischen Nutzen ausgerichtet. Es gilt also, so Schmidtke, „die Einwanderung und den Arbeitsmarkt so effektiv wie möglich aufeinander abzustimmen“ 26. Dabei kann ein Auswahlverfahren, das die fachlichen Qualifikationen, beruflichen Erfahrungen und praktischen Kenntnisse derart in den Fokus rückt, wie es beispielsweise das in Kanada praktizierte und in Deutschland mehrfach zur Nachahmung empfohlene Punktesystem tut, nur den ersten Schritt einer logischen und einander bedingenden Abfolge von Maßnahmen zur Integration darstellen. So geht es nicht nur darum, Hochqualifizierte aus anderen Ländern anzuwerben, vielmehr muss mittels der Vergabe von entsprechenden Aufenthaltsstatus, der Anerkennung von Bildungstiteln sowie der Integration in den Arbeitsmarkt als eine der wichtigsten zentralen Institutionen zur Generierung sozialer Wertschätzung und damit gesellschaftlicher Anerkennung, zur Identitätsbildung im Sinne der individuellen Autonomie beigetragen werden.27 Neben der Anerkennung der Individuen an sich, gilt der Blick jedoch auch der Generierung und Anerkennung des von Bildungsausländer_innen autochthon erworbenen kulturellen Kapitals.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um Zuwanderung und Fachkräftemangel in Deutschland und führt in die Fragestellung einer möglichen Vorbildfunktion Kanadas ein.
2. Begriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Arbeit, wie „Ausländer_innen“, „Bildungsausländer_innen“, „Migrant_innen“ und „Regime“, um eine einheitliche Grundlage für die Analyse zu schaffen.
3. Kulturelles Kapital und der Kampf um Anerkennung: Hier werden theoretische Ansätze von Axel Honneth und Pierre Bourdieu genutzt, um die Bedeutung von Anerkennung und kulturellem Kapital für die Integration von Migrant_innen zu erörtern.
4. Situation in Deutschland: Es wird die aktuelle Lage der Einwanderung in Deutschland sowie das Zuwanderungs- und Aufenthaltsgesetz detailliert analysiert.
5. Situation in Kanada: Dieses Kapitel betrachtet das kanadische Einwanderungssystem, das Punktesystem, Integrationsprogramme sowie bestehende Herausforderungen des kanadischen Modells.
6. Schwierigkeiten der Übertragung: Es werden die Hürden und Gründe diskutiert, die gegen eine direkte Übertragbarkeit des kanadischen Punktesystems auf Deutschland sprechen.
7. Kanadische Grenze vs. Schengen-Raum: Der Vergleich beleuchtet die unterschiedlichen Ausgangslagen der Grenzregulierung in Kanada und im europäischen Schengen-Raum.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass eine bloße Übertragung des Modells aufgrund der spezifischen historischen und gesellschaftlichen Kontexte in Deutschland problematisch ist.
Migration, Migrationsregime, Kanada, Deutschland, Punktesystem, Integration, Kulturelles Kapital, Pierre Bourdieu, Axel Honneth, Anerkennung, Fachkräftemangel, Aufenthaltsgesetz, Multikulturalismus, Arbeitsmarkt, Hochqualifizierte
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem rechtsvergleichenden Blick auf die Einwanderungspolitik von Deutschland und Kanada, um zu prüfen, ob Kanada als Vorbild für eine effektivere deutsche Migrationspolitik dienen kann.
Die zentralen Felder sind Migrationssteuerung, die Anerkennung kulturellen Kapitals, theoretische Konzepte zur sozialen Anerkennung sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie das Aufenthaltsgesetz.
Das primäre Ziel ist es, die Übertragbarkeit des kanadischen Punktesystems auf die Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung von Strukturunterschieden zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die sowohl statistische Daten als auch theoretische soziologische Konzepte (Bourdieu, Honneth) zur Interpretation der Migrationspraxis heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Anerkennung), die detaillierte Analyse der Migrationsregime beider Länder und eine kritische Auseinandersetzung mit der Übertragbarkeit und den Grenzregimen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Migration, Migrationsregime, Punktesystem, Kulturelles Kapital, Integration und Anerkennung.
Die Arbeit argumentiert, dass erfolgreiche Integration nicht nur den rechtlichen Zugang zum Arbeitsmarkt erfordert, sondern auch die soziale Wertschätzung und Anerkennung der mitgebrachten Bildungsabschlüsse und Kompetenzen.
Sie beschreibt die Schwierigkeit starrer Regulierungssysteme, zeitnah auf aktuelle ökonomische Bedarfe am Arbeitsmarkt zu reagieren, da zwischen Quotenfestlegung und deren Auswirkung eine Zeitverzögerung liegt.
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