Diplomarbeit, 2010
122 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
2 Ökonomie und Finanzmärkte
2.1 Wachstumstheorien
2.2 Das Harrod-Domar-Modell
2.3 Das neoklassische Wachstumsmodell
2.3.1 Das Solow Modell
2.3.2 Das Güterangebot
2.3.3 Die Güternachfrage
2.3.4 Das Wachstumsgleichgewicht
2.3.5 „Golden Rule“ des Kapitalstock
2.3.6 Bevölkerungswachstum und technischer Fortschritt
2.3.7 Schlussfolgerung
2.4 Endogene Wachstumstheorie
2.4.1 Das AK-Modell
2.5 Zur Interdependenz von Finanz- und Realwirtschaft
2.5.1 Zum Einfluss der Finanzmärkte auf das Wirtschaftswachstum
2.5.2 Einbindung des Finanzsystems in das Theoriegebäude der endogenen Wachstumstheorie nach King & Levine
2.6 Kritik am Finanzsystem
2.6.1 Die Hypothese der Instabilität von Finanzmärkten
2.6.2 Fazit
2.6.3 Weitere Nachteile effizienter Finanzsysteme
2.6.4 Empirische Ergebnisse des Finance-Growth-Nexus
2.7 Der “Stock-Market-Growth-nexus”
2.8 Fazit
3 Empirischer Teil zur Entwicklung von Aktienmärkten und Realwirtschaft
3.1 Mein Vorgehen
3.2 Analyse auf Basis von GDP und “Share Price Index“
3.3 Analyse auf Basis von GDP und S&P 500 Total Return Index
3.4 Fazit
4 Bubbles im Gegensatz zur „Efficient Market Hypothesis“
4.1 Behavioral Finance
4.2 Noise Trader Modell
4.2.1 Fazit
5 Warum wachsen die Aktienmärkte stärker als die Realwirtschaft?
5.1 Sustainable Bubble
5.1.1 Kreditausweitung/Geldmengenausweitung und Financial Hoarding
5.1.2 Fazit
5.2 Gesunkene Risikoprämie
5.2.1 Kritische Würdigung
5.3 Veränderungen in der Besteuerung von Dividenden und Kapitalgewinnen
5.3.1 Kritische Würdigung
6 Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Entwicklung an den Finanz- und Aktienmärkten sowie der Realwirtschaft. Dabei steht insbesondere die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum die Performance der Aktienmärkte die Wachstumsraten der Realwirtschaft über längere Zeiträume hinweg deutlich übersteigt.
4.2 Noise Trader Modell
De Long et al. (1990) entwickelten ein überlappendes Zwei-Generationen-Modell in dem neben rationalen Investoren auch Noise-Trader (irrationale Investoren) agieren. Dabei versuchen alle Investoren, die Assets an die nachfolgende Generation wieder zu verkaufen. Die Unberechenbarkeit von Noise-Tradern hält rationale Investoren davon ab, die Preise wieder auf das fundamental gerechtfertigte Niveau zu treiben. Nach Black (1986) reagieren solche Trader ohne Insiderkenntnisse auf verzerrte Informationen. Nach Fama und Friedmann verschwinden Noise-Trader automatisch wieder vom Markt, weil sie zu hohen Preisen einkaufen und zu niedrigen wieder Kursen verkaufen (vgl. Friedmann 1953, S.175). Dieses Noise-Trader Modell untersucht, inwieweit irrationale Händler, durch rationale Akteure mit Insiderwissen, ausgenutzt werden können. In weiterer Folge erweitert Binswanger (1999) dieses Modell um die Auswirkungen Irrationaler Verhaltensweisen auf die Kursentwicklung hin zu untersuchen.
Die Annahme einer Risikoaversion der „Arbitrageure“ (rationale Akteure) bewirkt, dass das „Noise-Trader-Risk“ und das Fundamentalrisiko die rational handelnden Investoren mit Insiderwissen davon abhält, eine konträre Position am Aktienmarkt einzunehmen. Je länger diese beiden Risikoarten andauern, desto länger können Kapitalmarktanomalien bestehen bleiben (vgl. De Long et. al. 1990 S. 705).
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfragen zum Zusammenhang zwischen Finanz- und Realwirtschaft sowie den theoretischen und empirischen Untersuchungsmethoden.
2 Ökonomie und Finanzmärkte: Theoretischer Überblick von klassischen über neoklassische bis hin zu endogenen Wachstumstheorien und deren Bezug zum Finanzsystem.
3 Empirischer Teil zur Entwicklung von Aktienmärkten und Realwirtschaft: Durchführung einer empirischen Zeitreihenanalyse zur Vorhersagekraft von Aktienmarktentwicklungen auf das GDP der USA.
4 Bubbles im Gegensatz zur „Efficient Market Hypothesis“: Diskussion von Marktineffizienzen und Kursanomalien unter Einbeziehung verhaltensökonomischer Konzepte wie des Noise-Trader-Modells.
5 Warum wachsen die Aktienmärkte stärker als die Realwirtschaft?: Analyse der Ursachen für die Entkoppelung durch Hypothesen wie "Sustainable Bubbles", gesunkene Risikoprämien und steuerliche Veränderungen.
6 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Aktienmarkt, Realwirtschaft, Wirtschaftswachstum, Finance-Growth-Nexus, Effiziente Markthypothese, Noise-Trader-Modell, Behavioral Finance, Sustainable Bubble, Risikoprämie, Dividendenbesteuerung, Kapitalakkumulation, Finanzkrise, Instabilitätshypothese, Finanzsystem, Asset Pricing.
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Finanz- und Aktienmärkte und der Realwirtschaft sowie die Ursachen für das überproportionale Wachstum der Aktienmärkte.
Die Themenfelder umfassen Wachstumstheorien, empirische Korrelationsanalysen, Finanzmarktkritik (Minsky) und Verhaltensökonomie (Behavioral Finance).
Die Forschungsfrage ist, ob ein Zusammenhang zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft besteht und warum der Aktienmarkt in manchen Perioden stärker wächst als die Realwirtschaft.
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Überblick mit einer empirischen Zeitreihenanalyse (Regressionen) von US-Daten und Modellsimulationen von De Long et al. und Binswanger.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine umfangreiche empirische Studie zur Performance der US-Aktienmärkte und eine detaillierte Analyse von Marktanomalien und Blasenbildung.
Zu den zentralen Begriffen zählen Aktienmarkt, Realwirtschaft, Finance-Growth-Nexus, Behavioral Finance und Sustainable Bubble.
Während die klassische Theorie von fundamental gerechtfertigten Preisen ausgeht, postuliert die "Sustainable Bubble"-Hypothese, dass Märkte durch Kreditausweitung und Finanzierungspraktiken dauerhaft von Fundamentalwerten abweichen können.
Die Zentralbank fungiert als "lender of last resort" und beeinflusst durch ihre Liquiditätspolitik in Krisenzeiten maßgeblich das Vertrauen in die Kapitalmärkte.
Die Arbeit zeigt, dass eine Reduktion der effektiven Steuerlast auf Dividenden und Kapitalgewinne das Bewertungsniveau der Aktienmärkte maßgeblich nach oben verschieben kann.
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