Masterarbeit, 2012
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
3. Zur Theorie der erlernten Hilflosigkeit
3.1. Zu Seligmans Theorie der erlernten Hilflosigkeit
3.1.1. Erste experimentelle Untersuchungen Seligmans an Hunden
3.1.2. Zu Folgen erlernter Hilflosigkeit
3.1.3. Zu Grundannahmen Seligmans
3.1.4. Zu weiteren Erkenntnissen Seligmans aus Hilflosigkeitsexperimenten bei Menschen
3.1.4.1. Hilflosigkeit führt zu verringerter Aggression
3.1.4.2. Zur Generalisierung von Hilflosigkeit
3.1.5. Grenzen der Hilflosigkeit nach Seligman
3.1.6. Zur Kritik an der ursprünglichen Hilflosigkeitstheorie nach Seligman
3.2. Zu Erweiterungen der Theorie der erlernten Hilflosigkeit
3.2.1. Zu attributionalen Erklärungen der erlernten Hilflosigkeit
3.2.1.1 Attributionstheoretische Reformulierung der Theorie der erlernten Hilflosigkeit nach Abramson, Seligman und Teasdale
3.2.1.2 Reformulierung der attributionalen Hilflosigkeitstheorie nach Abramson, Alloy und Metalsky
3.2.2. Zur Integration von Reaktanz und Hilflosigkeit
3.2.2.1 Zum Drei-Phasen-Modell der Entstehung und Bewältigung von erlernter Hilflosigkeit
3.3. Zu alternativen Ansätzen zur Theorie der erlernten Hilflosigkeit
3.3.1. Zur Erklärung von Leistungsdefiziten mithilfe des Konzepts der Lageorientierung nach Kuhl
3.3.2. Zur erlernten Hilflosigkeit und der Theorie der kognitiven Interferenz
4. Zu weiteren Forschungsergebnissen zur Theorie der erlernten Hilflosigkeit
4.1. Zu erlernter Hilflosigkeit und Depression
4.1.1. Zu Parallelen zwischen Störungen durch Hilflosigkeit und Symptomen der Depression
4.1.2. Unkontrollierbarkeit als Ursache von Depressionen und erlernter Hilflosigkeit
4.1.3. Physiologische Erklärungen zur Entstehung von Depressionen und Hilflosigkeit
4.2. Zur Entstehung gelernter Hilflosigkeit
4.2.1. Zu Merkmalen der Interaktion zwischen Mutter und Kind im Zusammenhang mit erlernter Hilflosigkeit
4.2.2. Zu Kontingenzerfahrungen und erlernter Hilflosigkeit
4.3. Zu motivationalen Auswirkungen von allgemeinem und spezifischem Lob bei erlernter Hilflosigkeit
4.4. Zu Geschlechterunterschieden und Geschlechtsrollenidentifikation bei erlernter Hilflosigkeit
5. Erlernte Hilflosigkeit in der Schule
5.1. Zu Attributionen und Reaktionen nach Misserfolgserlebnissen bei hilflosen und beharrlichen Kindern
5.2. Zu Reaktionen hilfloser und beharrlicher Kinder nach Erfolgsrückmeldungen
5.3. Zu Effekten des sozialen Vergleichs bei hilflosen und beharrlichen Kindern
5.4. Zu schulbezogenen Risikofaktoren im Zusammenhang mit erlernter Hilflosigkeit
5.5. Zum Einfluss der Selbstbewertung auf erbrachte Schulleistungen
5.6. Zu Merkmalen des Klassenklimas in Bezug auf schulbezogene Hilflosigkeit
5.7. Zum Zusammenhang von Prüfungsangst und erlernter Hilflosigkeit
6. Zusammenfassung
7. Schlussfolgerungen
8. Weiterführende Fragen
Die Arbeit untersucht das psychologische Phänomen der erlernten Hilflosigkeit, beginnend mit der klassischen Theorie von Seligman über deren attributionale Erweiterungen bis hin zu alternativen Erklärungsansätzen wie der kognitiven Interferenz. Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis der Mechanismen von Hilflosigkeit zu entwickeln, um daraus fundierte Schlussfolgerungen für pädagogisches Handeln im Schulkontext abzuleiten.
3.1.2 Zu Folgen erlernter Hilflosigkeit
Im Folgenden wird auf die von Seligman beschriebenen Folgen erlernter Hilflosigkeit eingegangen, dazu werden die motivationalen, kognitiven und emotionalen Defizite, die mit Hilflosigkeit einher gehen, beschrieben.
In seinen Untersuchungen zeigte Seligman, dass gelernte Hilflosigkeit durch die Erwartung unkontrollierbarer Konsequenzen entsteht. Er postulierte, dass Hilflosigkeit mit drei Störungen einher geht.
Erlernte Hilflosigkeit führt zum einen dazu, dass die Motivation, Konsequenzen kontrollieren zu wollen, sinkt. Dabei spielt nach Seligman die Erwartung, dass eine Reaktion Erleichterung bringt eine wesentliche Rolle, ob das Individuum versucht die traumatische Situation zu überwinden oder nicht. Seligman definiert den Terminus der Erwartung als die kognitive Repräsentation einer Kontingenz zwischen Reaktion und Konsequenz. Den gleichen Sachverhalt bezeichnen nach Seligman andere Wissenschaftlern auch als „lernen“, „wahrnehmen“ oder „überzeugt sein“.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein und umreißt das Ziel der Arbeit, die Theorie der erlernten Hilflosigkeit sowie deren Erweiterungen und schulpraktische Relevanz darzustellen.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale theoretische Grundbegriffe wie Reaktionsunabhängigkeit, Kontingenz und Unkontrollierbarkeit.
3. Zur Theorie der erlernten Hilflosigkeit: Hier werden die tierexperimentellen Ursprünge und die darauf basierende Theorie nach Seligman erläutert, ergänzt durch diverse Erweiterungsmodelle.
4. Zu weiteren Forschungsergebnissen zur Theorie der erlernten Hilflosigkeit: Dieser Abschnitt beleuchtet den Zusammenhang zwischen erlernter Hilflosigkeit, Depression und Faktoren wie Kontingenzerfahrungen.
5. Erlernte Hilflosigkeit in der Schule: Es werden Studien zur schulischen Ausprägung des Phänomens und die Rolle von Lehrer-Schüler-Interaktionen thematisiert.
6. Zusammenfassung: Das Kapitel bietet eine systematische Rückschau auf die zentralen theoretischen Modelle und Kritikpunkte.
7. Schlussfolgerungen: Hier werden praxisorientierte Empfehlungen für den Schuldienst abgeleitet.
8. Weiterführende Fragen: Dieser Abschnitt diskutiert zukünftige Forschungsbedarfe, insbesondere im Hinblick auf Langzeitstudien.
Erlernte Hilflosigkeit, Unkontrollierbarkeit, Seligman, Attributionstheorie, Depression, Reaktanz, Kognitive Interferenz, Lageorientierung, schulische Leistung, Klassenklima, Motivation, Selbstwertgefühl, Geschlechtsrollenidentifikation, Misserfolgserlebnisse, Kontingenzerfahrung
Die Arbeit analysiert das psychologische Konstrukt der erlernten Hilflosigkeit und dessen Auswirkungen auf das menschliche Verhalten, insbesondere im schulischen Umfeld.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Hilflosigkeitstheorie, deren attributionale Reformulierungen, den Zusammenhang mit Depressionen sowie schulspezifische Risikofaktoren.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Mechanismen von Hilflosigkeit zu vermitteln und konkrete Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis und Lehrertätigkeit zu ziehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Darstellung empirischer Studien aus der psychologischen Forschung von den 1970er Jahren bis 2011.
Im Hauptteil werden neben Seligmans Ursprungstheorie auch Erweiterungen (Abramson et al.), alternative Erklärungsansätze (Kuhl, Mikulincer) sowie Studien zu Motivation und Leistung in der Schule präsentiert.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Erlernte Hilflosigkeit, Unkontrollierbarkeit, Attribution, Depression, Reaktanz und schulbezogene Leistungsdefizite.
Beharrliche Kinder schreiben Misserfolge eher ihrer Anstrengung zu und bleiben lösungsorientiert, während hilflose Kinder Misserfolge als stabil und unkontrollierbar bewerten, was zu Passivität führt.
Ein positives Klassenklima mit Lehrerengagement und gutem Zusammenhalt wirkt präventiv, während hoher Konkurrenzdruck und negative Lehrer-Schüler-Beziehungen das Risiko für schulbezogene Hilflosigkeit erhöhen.
Da unsere heutige Gesellschaft stark leistungsorientiert ist, erscheint die Erklärung, dass Prüfungsangst und aufgabenirrelevante Gedanken (Grübeln) die Aufmerksamkeit und Kapazität einschränken, als sehr praxisnah und plausibel.
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