Examensarbeit, 2008
72 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Historischer Kontext: Zeitalter der Reformbewegung
2.1 Die American Renaissance
2.2 Die Situation der Frau im 19. Jahrhundert in den USA
2.3 Das Ideal einer Frau: True Womanhood
2.3.1 Erste Tugend: Piety
2.3.2 Zweite Tugend: Purity
2.3.3 Dritte Tugend: Submissiveness
2.3.4 Vierte Tugend: Domesticity
2.3.5 Gesamtbild einer True Woman
3. Literatur als Gegenkultur: Der Geist der Erneuerung
3.1 Transzendentalismus
3.2 Poe und die Schauerromantik
3.3 Poes literaturtheoretische Aufsätze
3.3.1 The Philosophy of Composition
3.3.2 The Poetic Principle
4. Inhalt und Analyse der Kurzgeschichten
4.1 Erzählsituation
4.2 Berenice
4.3 Morella
4.4 Ligeia
4.5 The Fall of the House of Usher
4.6 Gemeinsamkeiten der Erzähler
5. Inszenierung von Weiblichkeit
5.1 Gemeinsamkeiten
5.2 Berenice
5.3 Morella
5.4 Ligeia
5.5 Madeline Usher
5.6 Zentrales Motiv
6. Schluss
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, herauszuarbeiten, dass Edgar Allan Poe in seinen Kurzgeschichten der Tales of the Grotesque and Arabesque eine kritische, feministisch angehauchte Haltung einnimmt. Dabei soll untersucht werden, wie der Autor durch die Inszenierung weiblicher Figuren und deren Instrumentalisierung durch die männlichen Ich-Erzähler die soziale Unterdrückung von Frauen in der patriarchalischen Gesellschaft der USA des 19. Jahrhunderts thematisiert und satirisch hinterfragt.
4.4 Ligeia
Die Kurzgeschichte Ligeia wurde erstmals im September 1838 in einer Ausgabe der Zeitschrift des Baltimore American Museum veröffentlicht.
In der Kurzgeschichte geht es um die Beziehung zwischen einem namenlosen Ich-Erzähler und seiner schönen und intelligenten Ehefrau Ligeia. Nachdem der Erzähler Ligeia das Gedicht The Conqueror Worm vorträgt, stirbt sie an einer nicht identifizierbaren Krankheit. Bevor sie stirbt, sagt sie, dass eine starke Willenskraft stärker sei als der Tod und deshalb über das Leben hinausgehe. Nach Ligeias Tod heiratet der Erzähler Lady Rowena. Auch Lady Rowena erkrankt und stirbt kurz darauf. Während der nun zerstreut und geistesabwesend wirkende Erzähler bei Lady Rowenas Leiche verweilt, erwacht Lady Rowenas Körper wieder zum Leben. Es stellt sich jedoch heraus, dass nicht Lady Rowena vom Tod zurückkehrt, sondern Ligeia, die erste Ehefrau des Erzählers.
In der Kurzgeschichte Ligeia kombiniert Edgar Allan Poe drei Themen, die in seiner Literatur – in den Kurzgeschichten sowie in seiner Prosa – an zahlreichen Stellen wiederholt auftreten: Eine außerordentlich schöne, aber mysteriöse Frau stirbt, ein hinterbliebener, leidtragender Ich-Erzähler, der am Rande des Wahnsinns wandelt, und die verstorbene Geliebte, die durch ihren starken Lebenswillen eine derartige Kraft entwickelt, dass sie in der Lage ist, den Tod zu überwinden und ins Leben zurückzukehren.
1. Einleitung: Einführung in das Thema sterbender Frauen bei Poe und die Ablehnung der rein psychoanalytischen Interpretation als bloße Vergangenheitsbewältigung.
2. Historischer Kontext: Zeitalter der Reformbewegung: Darstellung der US-amerikanischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert, geprägt durch die "American Renaissance" und das Weiblichkeitsideal der "True Womanhood".
3. Literatur als Gegenkultur: Der Geist der Erneuerung: Analyse von Poes Rolle als kritischer Außenseiter gegenüber den Transzendentalisten und Erläuterung seiner ästhetischen Theorien.
4. Inhalt und Analyse der Kurzgeschichten: Untersuchung der Erzählperspektive und detaillierte Inhaltsangaben der ausgewählten Werke sowie deren Einordnung in Poes Œuvre.
5. Inszenierung von Weiblichkeit: Synthese der Analyseergebnisse, die aufzeigt, wie Poe weibliche Figuren als Symbole und Identitätsmodelle instrumentalisiert.
6. Schluss: Fazit, das Poes kritische Haltung gegenüber patriarchaler Unterdrückung bestätigt und das Scheitern der männlichen Erzähler an der weiblichen Identität betont.
Edgar Allan Poe, Weiblichkeit, True Womanhood, Schauerromantik, Patriarchat, Gender-Studien, Ligeia, Berenice, Morella, Isolation, Ästhetik, Literaturanalyse, Feminismus, Todesmotiv, Ich-Erzähler
Die Arbeit untersucht, wie Edgar Allan Poe in ausgewählten Kurzgeschichten das Ideal der Weiblichkeit einsetzt, um kritische soziale Zustände im Amerika des 19. Jahrhunderts zu hinterfragen.
Im Mittelpunkt stehen die Rolle der Frau (True Womanhood), die literarische Ästhetik Poes im Kontrast zum Transzendentalismus sowie die Analyse von Machtverhältnissen zwischen den männlichen Ich-Erzählern und den weiblichen Figuren.
Die zentrale Frage ist, inwieweit Poe weibliche Figuren instrumentalisiert, um auf die Unterdrückung der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft seiner Zeit aufmerksam zu machen.
Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung unter Einbeziehung des historischen Kontextes sowie literaturtheoretischer und feministischer Perspektiven.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Auseinandersetzung mit Poes Ästhetik und eine detaillierte Analyse der Kurzgeschichten Berenice, Morella, Ligeia und The Fall of the House of Usher.
Wichtige Begriffe sind unter anderem True Womanhood, Schauerromantik, instrumentalisierte Weiblichkeit, Wahnsinn und die männliche Ich-Erzähler-Perspektive.
Es dient als Referenzpunkt, um zu zeigen, wie Poe dieses Ideal in seinen Kurzgeschichten bewusst bricht oder durch das Verhalten seiner Erzähler als unterdrückerisch entlarvt.
Der Wahnsinn ermöglicht es den Erzählern, Tabuthemen anzusprechen und die Kontrolle über die weiblichen Figuren zu versuchen, wodurch Poe zugleich die Fragilität der männlichen Dominanz darstellt.
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