Bachelorarbeit, 2011
69 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Fragestellung und Forschungsdesign
3. Theoretischer Analyserahmen
3.1 Der Akteurzentrierte Institutionalismus
3.2 Das Vetospielertheorem
4. Von der Verteidigungs- zur Einsatzarmee – Die Transformation der Bundeswehr
4.1 Die Ausgangslage der Bundeswehr
4.2 Reformvorhaben 2003/2004
4.3 Stand der Umsetzung 2010
4.4 Zwischenfazit
5. Institutionalistische Einflussfaktoren, Akteure und Vetospieler
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Reformprozesse der Bundeswehr, insbesondere basierend auf den Verteidigungspolitischen Richtlinien von 2003, um zu analysieren, welche Akteurskonstellationen und institutionellen Barrieren zu Reformlücken und nichtintendierten Sekundäreffekten geführt haben.
3.1 Der Akteurzentrierte Institutionalismus
Diese Arbeit konzentriert sich auf den Ansatz des Akteurzentrierten Institutionalismus nach der Soziologin Renate Mayntz und dem Politik- und Rechtswissenschaftler Fritz W. Scharpf. Er basiert auf den Elementen verschiedener Theorien, um komplexe Bedingungszusammenhänge erklären zu können und dient der „Untersuchung der Problematik von Steuerung und Selbstorganisation auf der Ebene ganzer gesellschaftlicher Teilbereiche“. Der Rückgriff auf die Elemente mehrerer Theorien beruht darauf, dass vorhandene Theorien nicht ausreichten, um verschiedene Phänomene als Zusammenhang zu erklären. Dementsprechend handelt es sich bei dem Akteurzentrierten Institutionalismus nicht um eine eigenständige Theorie, sondern um einen forschungsheuristischen Ansatz.
Der organisationssoziologisch orientierte Neo-Institutionalismus beispielsweise vernachlässigt die Betrachtung von Organisationsstrukturen und einem normativ orientierten Handeln. Wiederum andere Strömungen des Neu-Institutionalismus lassen eine organisatorische Sichtweise außer Acht. Der Ansatz von Mayntz und Scharpf knüpft zwar am Neo-Institutionalismus an, setzt sich aber in weiten Teilen von ihm ab. Er bedient sich eines engen Institutionenbegriffs, aber beschränkt sich auch nicht nur auf Diesen. Die Institutionen werden hierbei als abhängige und unabhängige Variablen betrachtet, denen der Ansatz keine determinierende Wirkung zuschreibt. Die Folge ist, dass Institutionen einen Handlungskontext für die Akteure bilden. Beide stellen aber auch klar, dass der Akteurzentrierte Institutionalismus zwar kein umfassendes Erklärungsmodell darstellt, jedoch das wissenschaftliche Interesse auf bestimmte Gesichtspunkte der Wirklichkeit dirigiert.
Bei der Betrachtung sektoraler Steuerung in staatsnahen Sektoren und den daraus resultierenden Ergebnissen beruht der Ansatz auf der Untersuchung der Interaktionen korporativer Akteure. Die Ursache hierfür liegt in der hochgradigen Organisation staatsnaher Sektoren. Korporative Akteure können in diesem Sinne als handlungsfähige Organisationen verstanden werden, denen eine Führung vorsteht. Gleichwohl können Handlungen von individuellen Akteuren ebenso für einzelne Sachverhalte bestimmend sein.
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext der Bundeswehr von der Gründung 1955 bis zum Wandel der sicherheitspolitischen Lage nach dem Kalten Krieg und der Notwendigkeit der Transformation.
2. Fragestellung und Forschungsdesign: Definiert die Forschungsfrage nach den Akteurskonstellationen und Barrieren, die zu den Lücken in der Personal- und Fähigkeitsplanung führten.
3. Theoretischer Analyserahmen: Erläutert den Akteurzentrierten Institutionalismus und das Vetospielertheorem als theoretisches Fundament zur Analyse politischer Entscheidungsprozesse.
4. Von der Verteidigungs- zur Einsatzarmee – Die Transformation der Bundeswehr: Zeichnet die Entwicklung von der Ausgangslage bis zur Umsetzung der Reformen 2003/2004 und dem Stand 2010 nach.
5. Institutionalistische Einflussfaktoren, Akteure und Vetospieler: Analysiert das BMVg sowie beteiligte Akteure und Gruppen in ihren institutionellen Kontexten anhand der gewählten Theorie.
6. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage: Reformen sind möglich, scheitern jedoch oft an spezifischen Akteurshandlungen und mangelnder institutioneller Anpassung.
Bundeswehr, Verteidigungspolitische Richtlinien, Transformation, Akteurzentrierter Institutionalismus, Vetospieler, Reformlücken, Einsatzarmee, Sicherheitspolitik, Personalstruktur, Verteidigungsministerium, Rüstungskooperation, Implementierung, Militärische Kernfähigkeiten, Öffentlich-Private-Partnerschaft, Organisationssoziologie.
Die Arbeit untersucht, warum die von der Bundesregierung angestrebten Reformen der Bundeswehr – insbesondere ab 2003 – teilweise unvollständig blieben oder unerwünschte Nebeneffekte hatten.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche Personal, Fähigkeiten, Strukturen der Streitkräfte sowie wirtschaftliche Kooperationen (Outsourcing).
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche konkreten Handlungen von Akteuren und welche institutionellen Barrieren dazu geführt haben, dass etwa der Personalabbau nicht wie geplant verlief oder benötigte militärische Fähigkeiten nicht rechtzeitig zur Verfügung standen.
Es handelt sich um eine qualitative Fallstudie, die Dokumentenanalysen (Weisungen, Berichte, Reden) mit Experteninterviews kombiniert.
Der Autor nutzt den Akteurzentrierten Institutionalismus nach Mayntz und Scharpf sowie das Vetospielertheorem nach Tsebelis, um Entscheidungsprozesse innerhalb komplexer Organisationen zu erklären.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von politikwissenschaftlicher Theorie mit einem konkreten, sicherheitspolitischen Fallbeispiel und einer kritischen Evaluation der Reformumsetzung aus.
Der Autor führt dies auf das Verhalten beteiligter Akteure zurück, die in einer „Absicherungsmentalität“ agierten, bei der Dienstposten eher nach hierarchischem Prestige statt nach operativer Notwendigkeit erhalten wurden.
Die Ausgliederung führte laut den Experteninterviews häufig zu einem höheren bürokratischen Aufwand und einer verminderten Flexibilität, was im Konflikt mit den ursprünglichen Zielen der Effizienzsteigerung stand.
Die meisten befragten Experten sehen den Prozess eher kritisch oder als Teilerfolg, da zwar Veränderungen stattfanden, diese aber oft an der Realität der Einsätze vorbeigingen oder von "Altlasten" im Denken der Organisation behindert wurden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

