Diplomarbeit, 2002
108 Seiten, Note: sehr gut
1 DIE ZEIT DER WÜSTENVÄTER UND WÜSTENMÜTTER
1. 1 ERLÄUTERNDE DARSTELLUNG DES UMFELDES UND DER ZEIT
1.1.1 MANICHÄISMUS
1.1.2 KONSTANTINISCHE WENDE
1.1.3 ÄGYPTEN UND DIE ANFÄNGE DES CHRISTENTUMS
1.2 WÜSTE – ORT DER GOTTESBEGEGNUNG ODER ORT DER DÄMONEN?
1.2.1 SOZIALE KOMPONENTEN
1.2.1.a Soziale Umstände im spätrömischen Ägypten
1.2.1.b Zeugnisse von Philo bis Hieronymus
1.2.2 THEOLOGISCHE KOMPONENTEN
1.2.2.a Die Wüste – Ort der Erwählung
1.2.2.b Die Wüste – Ort der Bedrohung
1.2.3 ENGELGLEICHES LEBEN
1.2.4 ADIAPHORIA
1.3 ANACHORETEN UND KOINOBITEN
1.3.1 PACHOMIOS
1.3.2 EVAGRIOS PONTIKOS
1.3.2.a Sein Leben ...
1.3.2.b ...und der Streit um Origenes
1.3.3 JOHANNES CASSIAN
1.4 EINE SPRUCHSAMMLUNG AUS DER WEISHEIT DER ALTEN: DIE SOGENANNTEN „APOPHTHEGMATA PATRUM“
2 DER ERFAHRUNGSSCHATZ DER ALTEN, EINE QUELLE FÜR DIE GEISTLICHE BEGLEITUNG
2. 1 WIE ERWIRBT MAN KOMPETENZ FÜR GEISTLICHE BEGLEITUNG?
2.2 ERFAHRUNG ALS BILDUNG
2.2.1 DAS VÄTERLICHE ”RHEMA“
2.2.2 DAS ”WISSEN“ DER ALTEN
2.2.3 BEGEGNUNG IST HEILSAM
2.3 GEISTLICHE VATERSCHAFT BZW. MUTTERSCHAFT ALS AUSDRUCK DER BARMHERZIGKEIT UND GERECHTIGKEIT GOTTES
2.3.1 GEHORSAM ZUM VATER
2.3.2 GEISTTRÄGER SEIN
2.3.3 LEBENSSPENDER SEIN
2.3.4 CHARISMA DER KARDIOGNOSIE
2.3.5 CHARISMA DER DIAKRISIS
2.3.6 BARMHERZIG UND SANFTMÜTIG SEIN
2.4 BEWÄHRUNG IM KAMPF MIT DEN DÄMONEN
2.4.1 ...UND DIE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN LOGISMOI
2.4.2 WAFFEN GEGEN DIE LOGISMOI
2.4.3 DIE GEDANKEN- UND TUGENDLEHRE BEI EVAGRIOS PONTIKOS
2.4.4 WER BIN ICH – DIE GEDANKEN AUF DIE PROBE STELLEN
2.5 APATHEIA ERLANGEN
2.6 GEISTLICHE FÜHRUNG DURCH WÜSTENMÜTTER
2.6.1 BERÜHMTE AMMAS
2.6.2 ...UND DIE VERGESSENEN WÜSTENMÜTTER
3 WIE BEGLEITEN?
WERDE, WAS DU DER GNADE NACH SCHON BIST
3.1 DAS GOTTESBILD DER ALTEN WIRD SPÜRBAR IM UMGANG MITEINANDER
3.1.1 DURCH ZUHÖREN RAUM SCHAFFEN, UM ÜBER ALLES SPRECHEN ZU KÖNNEN
3.1.1. a ...damit der „Rumpelstilzcheneffekt“ das Böse zum Platzen bringt
3.1.2 NICHT RICHTEN
3.1.3 TRÖSTEN UND ERMUTIGEN
3.1.4 BEHUTSAM ZUR WAHRHEIT FÜHREN
3.1.5 ...UND ENTSCHEIDUNGEN NICHT ABNEHMEN
3.1.6 GEBET UND FÜRBITTE
3.2 DER UMGANG MIT SCHULD UND SÜNDE
3.3 ZU CHRISTUS FÜHREN –KONTEMPLATION DIE HEILUNG DER SEELE
4 ... UND BÜCHNERS „WOYZECK“ – EIN SCHLUßWORT:
Die vorliegende Arbeit untersucht Aspekte der geistlichen Begleitung, wie sie bei den Vätern und Müttern der Wüste Ägyptens im vierten Jahrhundert praktiziert wurden. Das primäre Ziel ist es, die weisheitlichen Grundprinzipien dieser frühen Form christlicher Lebensberatung zu identifizieren und auf ihre Bedeutung für das geistliche Wachstum und die Heilung der Seele hin zu beleuchten, wobei besonders die Rolle der persönlichen Erfahrung und der geistlichen Vaterschaft bzw. Mutterschaft im Zentrum steht.
3.1.1 Durch Zuhören Raum schaffen, um über alles sprechen zu können
Um angehört zu werden, nehmen die Alten auch einen weiteren Weg auf sich. Abbas Moses lebte in der Sketis. Wenn ihn zum Beispiel jemand aus den Kellien besuchen wollte, mußte er ungefähr 50 km Wegstrecke durch die Wüste zurücklegen. Abbas Paphnutios sagte von sich: „In alten Zeiten, als die Altväter noch lebten, ging ich zweimal im Monat zu ihnen – die Entfernung betrug zwölf Meilen – und legte ihnen mein ganzes Denken dar, ...“
Dort, wo angehende Asketen und Asketinnen mit ihrem Abbas oder ihrer Amma zusammen wohnen, fällt diese weite Reise zwar weg; es kann aber vorkommen, daß die Offenlegung der Gedanken eine größere innere Überwindung erfordert, da die Vertrautheit im alltäglichen Umgang eine Barriere der Scham und Angst vor dem Meister schaffen kann.
Immer dann, wenn einer der Jungen den Alten etwas verschweigt, ein wichtiges Thema das ihn beschäftigt ausklammert, beginnt sich sein geistliche Leben zu verdunkeln. Ein Spruch sagt: „Nichts ist den Mönchen so verderblich, und den Dämonen so angenehm, als wenn sie ihren geistlichen Vätern ihre Gedanken verbergen.“
Der Wüstenvater und die Mutter sollen so zuhören, daß der oder die Ratsuchende über alles sprechen kann. Durch die Art und Weise, wie der Hilfesuchende seine Bitte um Anhörung stellt, weiß der Alte schon, wie ernsthaft die Lage des Betreffenden ist.
1 DIE ZEIT DER WÜSTENVÄTER UND WÜSTENMÜTTER: Dieses Kapitel bettet das Mönchtum in den historischen Kontext des dritten und vierten Jahrhunderts ein und analysiert die sozialen sowie theologischen Beweggründe für den Rückzug in die Wüste.
2 DER ERFAHRUNGSSCHATZ DER ALTEN, EINE QUELLE FÜR DIE GEISTLICHE BEGLEITUNG: Hier wird untersucht, wie geistliche Kompetenz durch Erfahrung und Bewährung erworben wird und welche Rolle die väterliche/mütterliche Begleitung bei der Transformation des Einzelnen spielt.
3 WIE BEGLEITEN?: Dieses Kapitel konkretisiert die praktischen Methoden der geistlichen Begleitung, insbesondere den Umgang mit Schuld, das Zuhören und die Führung zur Kontemplation.
4 ... UND BÜCHNERS „WOYZECK“ – EIN SCHLUßWORT:: Das Schlusswort setzt die Wüstenweisheit in Beziehung zu existenziellen Abgründen moderner Menschen, wie sie beispielhaft im Woyzeck-Drama dargestellt werden.
Geistliche Begleitung, Wüstenväter, Wüstenmütter, Askese, Evagrios Pontikos, Johannes Cassian, Apophthegmata Patrum, Kardiognosie, Diakrisis, Logismoi, Apatheia, Gebet, Kontemplation, Herzensruhe, geistliche Vaterschaft
Die Arbeit behandelt die spirituellen und methodischen Aspekte der geistlichen Begleitung bei den Wüstenvätern und Wüstenmüttern des ägyptischen Mönchtums im vierten Jahrhundert.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bedeutung von Erfahrung, die Dynamik zwischen geistlichem Vater/Mutter und Schüler, den Umgang mit Gedanken und Dämonen sowie die Heilung der Seele durch Kontemplation.
Das Ziel ist es, die "Weisheit der Alten" als eine Form der Lebensführung und Begleitung aufzubereiten, die dem Menschen hilft, zum Kern seines Selbst und zu einer lebendigen Beziehung mit Gott zu finden.
Es handelt sich um eine patristische und spirituell-theologische Analyse, die primär auf den "Sprüchen der Alten" (Apophthegmata Patrum) sowie den Schriften von Evagrios Pontikos und Johannes Cassian basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Erfahrungsschatzes als Quelle der Begleitung, die verschiedenen Charismen des Begleiters (Kardiognosie, Diakrisis) und die konkrete Praxis des Zuhörens und Tröstens.
Wichtige Begriffe sind Askese, Logismoi, Apatheia, Geistliche Vaterschaft und Kontemplation.
Die Logismoi beschreiben die Gedankenwelt, die der Mensch als Ort der Prüfung erfährt. Evagrios bietet hierzu eine systematische Lehre an, um durch Selbstbeobachtung und Gebet diese Gedanken zu beherrschen.
Sie urteilen nicht, da sie sich ihrer eigenen Fehlbarkeit bewusst sind. Stattdessen praktizieren sie eine solidarische Begleitung, die den anderen durch Mitleid und Gebet wieder auf den Weg der Heilung führen möchte.
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