Bachelorarbeit, 2011
47 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Übersicht der Ansätze zur Risikounterlegung
2.1 Definition der operationellen Risiken
2.2 Basisindikatoransatz
2.3 Standardansatz
2.4 Advanced Measurement Approaches
2.4.1 Allgemeines zu den Advanced Measurement Approaches
2.4.2 Internal Measurement Approach
2.4.3 Loss Distribution Approach
2.4.4 Scorecard Approach
2.4.5 Scenario-based Approach
3 Kritische Analyse der Advanced Measurement Approaches
3.1 Besonderheiten der Advanced Measurement Approaches
3.2 Vergleich des AMA mit den einfachen Ansätzen
3.3 Vergleich der AMAs untereinander
3.4 Anwendung in der Praxis und zukünftige Entwicklungen
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die verschiedenen Ansätze zur Unterlegung operationeller Risiken im Rahmenwerk von Basel II – insbesondere die fortgeschrittenen "Advanced Measurement Approaches" (AMA) – kritisch zu analysieren, zu bewerten und den für Kreditinstitute geeignetsten Messansatz zu identifizieren.
2.4.3 Loss Distribution Approach
Der in der Praxis am häufigsten anzutreffende Ansatz im Rahmen der fortgeschritten Ansätze ist der Verlustverteilungsansatz (Loss Distribution Approach LDA). Bei diesem Ansatz wird - im Gegensatz zum IMA - der unerwartete Verlust direkt aus den Daten geschätzt. Der häufig in der Versicherungswirtschaft angewandte LDA basiert auf den vier Inputfaktoren wie interne Daten, externe Daten, Geschäftsumfeld- und Kontrollfaktoren, sowie Szenarioanalysen, die die Aufsicht vorschreibt. Optimal wäre beim LDA, wenn analog zum IMA, Verteilungen für jede Zelle der 8×7 Matrix erstellt würden, was aber wegen der mangelnden Datenbasis in der Praxis oft schwierig ist, daher dürfen die Geschäftsfeld/ Risikotypen Kombinationen von den Banken selbst bestimmt werden. Zuerst werden für jede Zelle zwei Verteilungen modelliert. Die Verteilung der Schadenshäufigkeit wird aus bankinternen Daten der Vergangenheit erstellt. Externe Daten bei dieser sog. Frequenzverteilung werden in unterschiedlichem Ausmaß herangezogen, da diese nicht vollständig mit den internen Verlustdaten des Instituts übereinstimmen. Deshalb werden sie nur verwendet, um die Datenlage z. B. im oberen Bereich der extremen Verluste, die mit Versicherungen abgedeckt werden können, zu ergänzen, wie in Abbildung 2 dargestellt. Aufgrund dieser Daten wird eine Verteilungsfunktion der Schadenhäufigkeit ermittelt, die angibt, wie häufig die Anzahl n der Schäden pro Woche, Monat oder Jahr auftritt. Als Verteilung für die Frequenz bieten sich diskrete Verteilungen (da n nur ganzzahlig ist) wie die Poissonverteilung, die Binomialverteilung oder die negative Binomialverteilung an.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Relevanz operationeller Risiken für Banken und führt in die Notwendigkeit der regulatorischen Kapitalunterlegung durch das Rahmenwerk Basel II ein.
2 Übersicht der Ansätze zur Risikounterlegung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen von Basel II definierten Messansätze, von einfachen Verfahren (BIA, STA) bis hin zu den fortgeschrittenen Ansätzen (AMA).
3 Kritische Analyse der Advanced Measurement Approaches: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Besonderheiten der AMA, einem Vergleich dieser mit den einfachen Ansätzen sowie einer Gegenüberstellung der AMA-Varianten untereinander.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt eine Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Ansätze und der regulatorischen Anforderungen.
Basel II, Operationelle Risiken, Eigenkapitalunterlegung, Advanced Measurement Approaches, AMA, Basisindikatoransatz, Standardansatz, Loss Distribution Approach, Internal Measurement Approach, Scorecard Approach, Value-at-Risk, Risikomanagement, Bankenaufsicht, Verlustverteilung, Finanzdienstleistungen.
Die Arbeit behandelt die kritische Analyse der fortgeschrittenen Messansätze ("Advanced Measurement Approaches" oder AMA) zur Unterlegung operationeller Risiken innerhalb des Basel-II-Rahmenwerks für Kreditinstitute.
Die Arbeit deckt die Definition und Kategorisierung operationeller Risiken, die Darstellung der regulatorischen Berechnungsmethoden (BIA, STA, AMA) sowie die praktische Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Ansätze ab.
Das Hauptziel ist die kritische Bewertung der AMA-Ansätze, um zu ermitteln, welche Methode für Institute die beste und präziseste individuelle Risikomessung bei gleichzeitig effizienter Kapitalunterlegung ermöglicht.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie den Vergleich von Messansätzen anhand regulatorischer Vorgaben, empirischer Studien und der praktischen Anwendung in ausgewählten Großbanken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Vorstellung der Messverfahren (inkl. mathematischer Grundlagen) und eine vergleichende Analyse der Ansätze hinsichtlich Umsetzungsaufwand, Risikosensitivität und ökonomischem Nutzen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie operationelle Risiken, Basel II, AMA, LDA, Risikosensitivität, Eigenkapitalunterlegung und Value-at-Risk charakterisiert.
Der LDA gilt als Industriestandard, da er das Risiko am besten erfasst und Banken zudem einen großen Freiraum bei der Modifizierung der Verteilungen bietet, was zu einer optimierten Kapitalunterlegung führt.
Neben quantitativen Daten sind qualitative Faktoren wie interne Kontrollsysteme und Geschäftsprozesse zentral für die AMA, wobei insbesondere der Scorecard-Ansatz diesen Aspekt durch Selbstbewertungen und Frühwarnindikatoren stark gewichtet.
Die Arbeit hebt hervor, dass der zunehmende Einsatz von IT-Systemen im Bankensektor zu komplexeren und damit fehleranfälligeren Geschäftsprozessen führt, was die Notwendigkeit robuster Messverfahren für operationelle Risiken verstärkt.
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