Masterarbeit, 2011
102 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
1.3 Aktueller Anlass
2 Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland mit ihrer umlagefinanzierten Altersrente
2.1 Systematik
2.1.1 Einführung
2.1.2 Erläuterung des Generationenvertrags
2.1.3 Politische Zielsetzung
2.1.4 Theoretische Grundlagen des Umlageverfahrens in der gesetzlichen Rentenversicherung
2.2 Die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung
2.2.1 Sinkendes Rentenniveau und Rentenanpassung
2.2.2 Generationenproblem
2.2.3 Finanzierungsproblem
2.3 Die Chancen der gesetzlichen Rentenversicherung
3 Die Vorteile des Umlagesystems als ein Finanzierungsverfahren
3.1 Optimale Lösung in der Anfangsphase
3.2 Niedrige Anlagerisiken und Inflationsschutz
3.3 Hohe Transparenz zwischen Einnahmen und Ausgaben
3.4 Hohe Risikodiversifikation
3.5 Hohe Anpassungsfähigkeit bei unvorhersehbaren Ereignissen
4 Die Kapitaldeckung als ein weiteres Finanzierungsverfahren
4.1 Einführung
4.2 Theoretische Grundlagen des Kapitaldeckungsverfahrens
4.3 Vorteile
4.3.1 Höhere Rendite als im Umlageverfahren
4.3.1.1 Allgemeines zur Rendite im Umlageverfahren
4.3.1.2 Allgemeines zur Rendite im Kapitaldeckungsverfahren
4.3.1.3 Renditevergleich zwischen Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren
4.3.1.4 Beispielrechnung
4.3.2 Echte Beitragsäquivalenz und Erhöhung der Sparquote
4.3.3 Keine Demografieanfälligkeit und die „Asset Meltdown“- Hypothese
4.3.3.1 Die Auswirkungen der steigenden Lebenserwartung auf das Kapitaldeckungsverfahren
4.3.3.2 Die Auswirkungen der niedrigen Geburtenrate auf das Kapitaldeckungsverfahren
4.3.4 Höhere Eigenverantwortung und individuelle Freiheit der Sparer
5 Die „Riesterrente“ als eine Form der kapitalgedeckten Finanzierung der Altersrente
5.1 Systematik
5.1.1 Zusätzliche Versorgungslücke
5.1.2 Modalitäten zur Riesterrente
5.2 Die Probleme der Riesterrente
5.2.1 Verunsicherung der Riestersparer
5.2.2 Kürzungen für alle Beitragszahler
5.2.3 Der Vergleich der Riesterrente mit einer privaten Rentenversicherung ohne Riester hinsichtlich der Versteuerung in der Auszahlphase
5.2.4 Die schlechte Beratungsqualität
5.2.4.1 Fehlentscheidungen der Sparer
5.2.4.2 Fehlende Kostentransparenz
5.2.5 Die Überforderung der Versicherten
5.2.6 Problembereich „Produkte“ erläutert am Beispiel der geförderten privaten Rentenversicherung
5.3 Die Chancen der Riesterrente
5.3.1 Die Riesterrente lohnt sich für fast alle
5.3.2 Die 100-Prozent-Förderung
6 Schluss
6.1 Riesterrente als Pflicht?
6.2 Umlagesystem versus Kapitaldeckung
6.3 Beantwortung der Masterfrage
Die Masterarbeit untersucht kritisch, ob die Riesterrente eine sinnvolle Ergänzung oder eine notwendige Alternative zum umlagefinanzierten System der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland darstellt, wobei insbesondere die Stärken und Schwächen der beiden Finanzierungsverfahren (Umlageverfahren vs. Kapitaldeckungsverfahren) analysiert werden.
Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland mit ihrer umlagefinanzierten Altersrente
Die GRV ist umlagefinanziert, d.h., dass von den heutigen Beiträgen die jetzigen Renten gezahlt werden. Um den Zusammenhang zwischen ARW und Rentnerquotient klar darstellen zu können, müssen die Faktoren der Rentenformel der GRV erläutert werden. Daraus können dann die Probleme der GRV herausgearbeitet werden.
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, ist die GRV eine der bedeutendsten Säulen im sozialstaatlichen Sicherungssystem in Deutschland. Sie soll hauptsächlich den Einkommensverlust ihrer Versicherten nach Ende der Erwerbstätigkeit absichern. Um eine bestimmte Leistung gewähren zu können, muss ein Versicherter die Wartezeit (§ 50 SGB VI) und die dafür vorgesehenen persönlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen (§ 34 I. SGB VI für einen Rentenanspruch). Sind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, tritt ein Rechtsanspruch auf Leistung ein. Auch die GRV leistet den größten Teil ihrer Leistungen nach dem Äquivalenzprinzip. Sie ist beitragsbezogen, d.h. die Höhe der Beiträge bestimmt die Höhe der späteren Rente. Dabei ist die Beitragshöhe gesetzlich geregelt. Die Beiträge werden nach einem Prozentsatz (Beitragssatz b, § 158 SGB VI) vom sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelt (Beitragsbemessungsgrundlage, §§ 161f. SGB VI) erhoben (§ 157 SGB VI), allerdings nur bis zu einer Höchstgrenze, die sog. Beitragsbemessungsgrenze (§§ 157, 159 SGB VI). Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen (§ 168 I SGB VI). Die Rentenhöhe bestimmt sich nach folgender Formel: Monatsrente (R, § 64 SGB VI) = persönliche Entgeltpunkte (PEP, § 66, 70ff. SGB VI) × Rentenartfaktor (RAF, § 67 SGB VI) × aktueller Rentenwert (ARW, § 68 SGB VI). PEP (§ 66 I. SGB VI) = Summe der Entgeltpunkte (EP) × Rentenzugangsfaktor (Z, § 77 SGB VI).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung im Dreischichtenmodell ein und definiert die Zielsetzung, die Probleme und Chancen der Rentenfinanzierung zu untersuchen.
2 Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland mit ihrer umlagefinanzierten Altersrente: Das Kapitel erläutert die Systematik der GRV, ihre Rentenformel, den Generationenvertrag sowie die politischen Ziele und die Finanzierungsprobleme des umlagefinanzierten Systems.
3 Die Vorteile des Umlagesystems als ein Finanzierungsverfahren: Dieses Kapitel stellt die spezifischen Stärken des Umlagesystems heraus, insbesondere in der Anfangsphase, den Inflationsschutz und die Risikodiversifikation.
4 Die Kapitaldeckung als ein weiteres Finanzierungsverfahren: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Kapitaldeckungsverfahrens analysiert und dessen Vorteile gegenüber dem Umlageverfahren kritisch beleuchtet.
5 Die „Riesterrente“ als eine Form der kapitalgedeckten Finanzierung der Altersrente: Der Abschnitt widmet sich der Riesterrente, analysiert die Beweggründe für ihre Einführung, die Probleme in der Umsetzung wie Kostentransparenz und Beratungsqualität sowie ihre Chancen.
6 Schluss: Das Schlusskapitel reflektiert die Unterschiede der Finanzierungssysteme, diskutiert die Sinnhaftigkeit einer Pflichtversicherung und beantwortet abschließend die Masterfrage.
Riesterrente, Gesetzliche Rentenversicherung, Umlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren, Altersvorsorge, Generationenvertrag, Rentenniveau, Rentenanpassung, Demografischer Wandel, Beitragsäquivalenz, Private Rentenversicherung, Finanzierung, Rendite, Versicherung, Vorsorgelücke.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen und die Sinnhaftigkeit der Riesterrente als Teil der privaten Altersvorsorge im Vergleich zum traditionellen umlagefinanzierten System der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Finanzierungsarten in der Altersvorsorge, die demografischen Herausforderungen für die Rentensysteme, das Modell der Riesterrente sowie deren Vor- und Nachteile hinsichtlich Rendite, Kosten und Transparenz.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Riesterrente eine sinnvolle Ergänzung darstellt oder ob eine teilweise bzw. vollständige Umstellung auf ein kapitalgedecktes System vorteilhaft für die Versicherten wäre.
Der Autor führt eine kritische Untersuchung durch, stützt sich auf Fachliteratur, analysiert mathematische Zusammenhänge wie Rentenformeln und führt eigene Modellrechnungen zum Renditevergleich durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesetzlichen Rentenversicherung (Probleme und Chancen), die Stärken des Umlagesystems, die theoretischen Grundlagen der Kapitaldeckung und eine tiefgehende Untersuchung der Riesterrente.
Wichtige Begriffe sind Umlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren, Generationenvertrag, Rentenniveau, Altersvorsorge, Riester-Förderung und Rentenreform.
Der Autor stuft die Beratungsqualität kritisch ein und weist auf Fehlentscheidungen durch mangelhafte Aufklärung der Anbieter hin, insbesondere bei privaten Rentenversicherungen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die praktische Umsetzung der Riesterrente in der jetzigen Form misslungen ist, da sie für viele Versicherte kompliziert, intransparent und renditeschwach ist.
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