Magisterarbeit, 2011
42 Seiten, Note: 1
1. Allgemeine Einführung
1.1. Lehrerexperiment
1.2. Material, Methode und Gliederung der Arbeit
2. Geschichtlicher Rückblick
3. Die Sprache der Frau
3.1. Spracherwerb
3.2. Sprachgebrauch
3.3. Benachteiligung der Frau in der deutschen Sprache
3.4. Neuere Entwicklungstendenzen
3.5. Sprachkritik
4. Hypothesen zur Frauensprache
4.1. Defizithypothese
4.2. Differenzhypothese
4.3. Doppelbindungshypothese
5. Geschlechtsspezifische Wörterbücher
5.1. Mario Barths Wörterbuch Deutsch-Frau/Frau-Deutsch (2004)
5.2. Nina George´s Wörterbuch Verstehen-Mann/Mann-Verstehen (2005)
6. Resultierende Problematik
7. Schülerstudie
7.1. Sachanalyse
7.2. Didaktische Überlegungen
7.3. Methodische Überlegungen
7.4. Ergebnisse
8. Zusammenfassung meiner Schülerstudie
9. Lösungsvorschläge und eigene Reflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Frauenbewegung und deutscher Sprache sowie die Auswirkungen geschlechtsspezifischer Kommunikation auf das Sprachbewusstsein Jugendlicher. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Frauen in der deutschen Sprache benachteiligt werden und wie sich die Rolle der Frau im Sprachsystem durch feministische Einflüsse verändert hat.
3.2. Sprachgebrauch
Saussure (2001) fasst Sprache als "Norm aller anderen Äußerungen der menschlichen Rede" auf. Seiner Ansicht nach sind die konkreten Äußerungen von Individuen der Ebene der Parole zugehörig. In der feministischen Linguistik wird Sprache und Sprachgebrauch nicht unterschieden, sondern als Reflex gesellschaftlicher Verhältnisse betrachtet.
Laut Moss (1967) ist schon bei Neugeborenen zu beobachten, dass Mütter, je nach Geschlecht des Babys, unterschiedlich mit ihrem Kind kommunizieren. Demnach sprechen oder vokalisieren Mütter häufiger mit ihren Töchtern als mit ihren Söhnen. Auch stellt Moss fest, dass Mütter mit ihren drei Monate alten Töchtern häufiger als mit ihren Söhnen sprechen. Auch die Väter kommunizieren in diesem Alter häufiger mit ihren Töchtern. Heute noch sind weniger Väter als Mütter in die Erziehung ihrer Kinder involviert, so dass die Kinder den sprachlichen Input nach wie vor hauptsächlich von der Mutter beziehen. Allgemein sind Väter weniger redefreudig. Die Sprachanpassung bei den Eltern verändert sich im Laufe der Zeit. Anfangs wird in der sogenannten Baby-Sprache (erhöhte Stimmlage, ausgeprägte Tonhöhenschwankungen, deutliche Rhythmisierung, einfacher Satzbau und einfache Wortwahl) mit dem Kind gesprochen, jedoch passt sich der Kommunikationsstil der Eltern dem Alter der Kinder und der damit zunehmenden kognitiven und kommunikativen Fähigkeit an. Mütter benutzen häufiger eine unterstützende Redeweise (Zustimmung, Lob etc.), aber auch negative Sprechakte (Kritik). Des Weiteren unterscheidet sich das Vokabular der Eltern, wenn sie mit ihren Kindern kommunizieren. Die Väter benutzen im Gegensatz zur Mutter häufiger differenzierte Wörter; sie benutzen mehr informierende Sprechakte, d.h. mehr Erklärungen, Meinungskundgaben etc.
1. Allgemeine Einführung: Einführung in die Thematik der Selbstständigkeit der Frau und die Rolle der Frauenbewegung im Kontext der Sprachveränderung.
2. Geschichtlicher Rückblick: Überblick über die deutsche Frauenbewegung von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur 68er-Bewegung und der Etablierung der feministischen Sprachwissenschaft.
3. Die Sprache der Frau: Untersuchung der Faktoren wie Spracherwerb, Sprachgebrauch und sprachliche Benachteiligung sowie neuere Entwicklungstendenzen.
4. Hypothesen zur Frauensprache: Darstellung und Erläuterung der Defizithypothese, Differenzhypothese und der Doppelbindungshypothese.
5. Geschlechtsspezifische Wörterbücher: Analyse und Vergleich zweier populärer Wörterbücher zum Thema Männer- und Frauensprache von Mario Barth und Nina George.
6. Resultierende Problematik: Zusammenfassung der kommunikativen Problematiken, die durch die männlich dominierte Sprache und das Aufstreben der Frauenbewegung entstanden sind.
7. Schülerstudie: Beschreibung der empirischen Untersuchung mit einer 12. Gymnasialklasse inklusive Methodik, Analyse und Ergebnissen.
8. Zusammenfassung meiner Schülerstudie: Fazit der empirischen Arbeit hinsichtlich der Wahrnehmung der Schüler bezüglich geschlechtergerechter Sprache.
9. Lösungsvorschläge und eigene Reflexion: Kritische Reflexion und Vorstellung konkreter Ansätze zur Förderung einer geschlechtergerechten Sprache im Alltag.
Frauenbewegung, feministische Sprachwissenschaft, Gender, Männersprache, Frauensprache, Sprachwandel, Geschlechtergerechtigkeit, Schülerstudie, Defizithypothese, Differenzhypothese, Doppelbindungshypothese, Sprachbenachteiligung, Kommunikation, Personenbezeichnungen, Soziolinguistik
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der Frauenbewegung auf die deutsche Sprache und untersucht, wie geschlechtsspezifische Kommunikation wahrgenommen wird und inwieweit Frauen sprachlich benachteiligt sind.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Frauenbewegung, linguistische Theorien zur Frauensprache, der Vergleich populärwissenschaftlicher Geschlechter-Ratgeber sowie die empirische Untersuchung des Sprachbewusstseins bei Jugendlichen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frauen in der deutschen Sprache sichtbarer gemacht werden können und ob die heutige Jugend eine geschlechterspezifische Benachteiligung im Sprachgebrauch wahrnimmt.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung linguistischer Konzepte wurde eine empirische Schülerstudie mit einer 12. Klasse eines Gymnasiums durchgeführt, die aus Unterrichtssequenzen, Diskussionen und schriftlichen Reflexionen bestand.
Der Hauptteil widmet sich theoretischen Hypothesen zur Frauensprache, der Analyse geschlechtsspezifischer Wörterbücher von Mario Barth und Nina George sowie der Durchführung und Auswertung der Schülerstudie.
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Frauenbewegung, Sprachwandel, Gender in der Sprache, geschlechtergerechte Sprache und linguistische Soziologie.
Während Mario Barth versucht, Frauen durch die Brille männlicher Klischees zu erklären, wirft Nina George den Männern pauschal sexistisches Denken vor; beide Werke werden von der Autorin kritisch hinterfragt.
Die Ergebnisse waren differenziert: Während einige Schüler die Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Sprache nicht sahen, entwickelten andere ein stärkeres Bewusstsein für die subtile sprachliche Ausgrenzung der Frau.
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