Examensarbeit, 2010
88 Seiten, Note: 1,0
1.) Einleitung
2.) Methodik
3.) Kurzer Überblick: Forschungsstand
4.) Macht und Recht vor Beginn des Krieges
4.1) Der Konflikt Kerkyra – Korinth
4.1.2) Zusammenfassung
4.2) Die Reden: Korinth, Athen und Sparta
4.3) Geschichte der 50 Jahre (Pentekontaetie, 1,89-118)
4.4) Zusammenfassung: Macht und Recht vor Beginn des Krieges
5.) Macht und Recht bei Perikles
5.1) Der Epitaphios des Perikles
5.1.2) Interpretation des Epitaphios
5.2) Die Pest
5.3) Die Trostrede des Perikles
5.4) Die Würdigung des Perikles
5.5) Zusammenfassung: Macht und Recht bei Perikles
6.) Macht und Recht nach Perikles
6.1) Mytilene – Vorgeschichte
6.2) Exkurs Sparta / Brasidas als Befreier der Hellenen
6.3) Die Mytilene – Debatte
6.3.1) Die Rede des Kleon
6.3.2) Die Rede des Diodotus
6.4) Exkurs: Der Plataia-Konflikt
6.5) Bürgerkrieg in Kerkyra (Pathologie des Krieges)
6.6) Der Melierdialog
6.7) Fazit Melierdialog
6.8) Zusammenfassung: Macht und Recht nach Perikles
7.) Fazit
8.) Thukydides und die Sophistik (Appendix)
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Macht und Recht im Geschichtswerk des Thukydides über den Peloponnesischen Krieg. Das zentrale Ziel ist es, die These zu untermauern, dass Thukydides nicht als reiner Machtanalytiker zu verstehen ist, sondern eine ethisch-moralische Dimension in sein Werk einwebt, die den Niedergang Athens als Folge einer zunehmenden Abkehr von rechtsstaatlichen Prinzipien hin zu einer unkontrollierten Machtpolitik (Hybris) interpretiert.
4.1) Der Konflikt Kerkyra – Korinth
Der erste Anlass des Krieges, den Thukydides ausführlich schildert, ist der Konflikt zwischen Korinth und Kerkyra. In dieser Darstellung des Thukydides zeichnet sich bereits vorab und quasi beispielhaft im Kleinen der grundsätzliche Verlauf ab, den der Peloponnesische Krieg dann im Großen nimmt, denn schon hier ist es vor allem die Frage nach Macht und Recht, die den Konflikt durchzieht.
In der dargestellten Zuspitzung dieses Konfliktes (I,24-59) zeigt sich zudem schon die Eigenständigkeit der Macht, die sich ab einem gewissen Zeitpunkt der Kontrolle der Inhaber zu entziehen und quasi zu verselbständigen scheint. Die Anlässe für den kerkyrisch-korinthischen Konflikt sind verworren und wie bei den übergeordneten Antagonisten, Athen und Sparta letztlich machtbedingt. Beide sind nicht unschuldig an der kriegerischen Auseinandersetzung, sondern steigern sich vor allem auch emotional hinein. Kerkyra behandelt Korinth, die Mutterstadt, im Angesicht seiner Geldmacht und militärischen Stärke nur noch mit Geringschätzung, wie uns Thukydides mitteilt (I,25) und hilft auch der eigenen Tochterstadt Epidamnos nicht, als die in inneren Konflikten (Bürgerkriegen) gefangen, sich hilfesuchend an Kerkyra wendet.
1.) Einleitung: Einführung in die Methodik des Thukydides und Vorstellung der These, dass Macht und Recht als roter Faden durch sein Geschichtswerk führen.
2.) Methodik: Kritische Untersuchung des Methodensatzes von Thukydides in Bezug auf die Authentizität der im Werk enthaltenen Reden.
3.) Kurzer Überblick: Forschungsstand: Überblick über die wissenschaftliche Diskussion zur „thukydideischen Frage“ und zur Interpretation des Macht-Recht-Verhältnisses.
4.) Macht und Recht vor Beginn des Krieges: Analyse der Ursachen des Kriegsausbruchs unter besonderer Berücksichtigung des Konflikts zwischen Korinth und Kerkyra.
5.) Macht und Recht bei Perikles: Bewertung der Führungsrolle des Perikles und seiner Selbstdarstellung im Epitaphios im Kontrast zur politischen Realität.
6.) Macht und Recht nach Perikles: Darstellung der Radikalisierung des attischen Imperialismus und der Sittenverderbnis in der Zeit nach dem Tod des Perikles.
7.) Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der thukydideischen Position zu Macht, Recht und Moral im Kontext der menschlichen Natur.
8.) Thukydides und die Sophistik (Appendix): Kurzer Exkurs zur Bedeutung sophistischer Lehren für das Machtdenken in der griechischen Polis.
Thukydides, Peloponnesischer Krieg, Macht, Recht, Hybris, Perikles, Sophistik, Imperialismus, Gerechtigkeit, Nomos, Physis, Politik, Ethik, Geschichtsschreibung, Mytilene-Debatte
Die Arbeit analysiert, wie der antike Historiker Thukydides das Verhältnis von Macht und Recht in seinem Werk über den Peloponnesischen Krieg darstellt und bewertet.
Im Mittelpunkt stehen die Dialektik zwischen politischem Machtstreben und rechtlichen Normen, die Rolle des Perikles als Idealbild sowie die Radikalisierung der athenischen Außenpolitik nach seinem Tod.
Das Ziel ist es zu widerlegen, dass Thukydides lediglich ein nüchterner Machtanalytiker war, und aufzuzeigen, dass er eine deutliche moralisch-ethische Kritik am Verfall von Recht und Anstand in Athen übt.
Der Autor führt eine textkritische Analyse der thukydideischen Reden und zentralen Episoden (wie den Melierdialog oder die Pestschilderung) durch und vergleicht diese mit dem Forschungsstand der Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Phasen vor Beginn des Krieges, die Ära des Perikles und die Zeit nach Perikles, wobei jeweils die Entwicklung des athenischen Machtbewusstseins interpretiert wird.
Die zentralen Begriffe sind Macht, Recht, Hybris, Pleonexie, Sophistik, Nomos und Physis.
Die Arbeit diskutiert, inwiefern Widersprüche oder Nuancen im Werk auf die unvollendete Natur des Textes oder eine bewusste inhaltliche Vielschichtigkeit des Historikers zurückzuführen sind.
Perikles wird als eine ambivalente Figur gesehen: Einerseits wird er als maßvoller Führer gelobt, andererseits als jemand erkannt, der Athen in eine Machtposition geführt hat, deren Eigendynamik (Hybris) nach seinem Tod außer Kontrolle geriet.
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