Masterarbeit, 2011
127 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Das Korpus
1.2 Das topologische Feldermodell
1.3 Exkurs: Gibt es Sätze in gesprochener Sprache?
2 Kurzformen: Analepsen und Ellipsen
2.1 Analepsen
2.1.1 Subjekt-Analepsen
2.1.2 Objekt-Analepsen
2.1.3 Verb-Analepsen
2.1.4 Auslassungen ganzer Sätze
2.2 Ellipsen
2.2.1 Subjektellipsen
2.2.2 Objektellipsen
2.2.3 Verbellipsen
2.2.4 Satzellipsen
2.3 Diskussionen zur Topologie von Kurzformen
2.3.1 Verbauslassungen oder nichtverbale Sprachhandlung?
2.3.2 Leeres Vorfeld
2.3.3 Klitisierung als Zwischenstufe
2.3.4 Auslassungen und Informationsstruktur
2.4 Zwischenfazit: Kurzformen
3 Diskontinuierliche Strukturen
3.1 Prosodie und Syntax
3.2 Herausstellungen
3.2.1 Linksherausstellung
3.2.2 Rechtsherausstellung
3.2.3 Ausklammerung
3.2.4 Satzverschränkung
3.3 Anakoluthe
3.3.1 Abbruch und Pause
3.3.2 Abbruch und Wiederholung
3.3.3 Abbruch und Korrektur/Neuanfang
3.3.4 Abbruch, Parenthese, Fortsetzung
3.3.5 Drehsatzkonstruktion (Apokoinu)
3.4 Zwischenfazit: Diskontinuierliche Strukturen
4 Sonstige syntaktische Phänomene
4.1 Syntaktische Komplexität
4.2 Verbale Sonderfälle
4.3 Adjektive und Adverbien
4.4 Pronomen
4.5 Konjunktionen, Subjunktionen und das Außenfeld
5 Zusammenfassung der Analyse
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des klassischen topologischen Feldermodells auf Phänomene gesprochener Sprache. Dabei wird geprüft, ob und unter welchen Bedingungen das Modell zur Analyse spontansprachlicher Äußerungen genutzt werden kann, die oft von Ellipsen, Analepsen und diskontinuierlichen Strukturen geprägt sind.
1.2 Das topologische Feldermodell
Seit 1937 existiert die speziell auf das Deutsche zugeschnittene Syntaxbetrachtung, nach welcher Sätze anhand der Positionen der beteiligten Satzglieder relativ zum Verb beschrieben werden. Die dem Deutschen eigene Klammerstruktur aus finitem und infinitem Bestandteil einer komplexen Verbform wurde zunächst von Erich Drach beschrieben, mit Blick auf eine vom Lateinischen unabhängige Schulgrammatik des Deutschen.
Ausgangspunkt ist hierbei die Rolle der flektierten Verbform als klammerkonstituierendes Element. „Das Verbum finitum ist der standfeste Angelpunkt, um den herum der Satz sich aufbaut und gliedert.“ (Drach 1963:16) Der von Drach vorgestellte Satzplan bildet jedoch diejenige Grundlage für die kommenden Generationen von deutschen Syntaktikern, die mittlerweile Grundpfeiler der linguistischen Analyse des geschriebenen Deutschen und weit verbreiteter Standard geworden ist.
Begriffe wie Stellungsfelder oder Verbklammer bzw. Satzklammer sind zum Grundwissen der linguistischen Ausbildung avanciert. Grundgedanke ist die Abfolge des deutschen Satzes nach folgendem Muster: Vorfeld – linke Satzklammer – Mittelfeld – rechte Satzklammer – Nachfeld.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass gesprochene Sprache oft als fehlerhaft gegenüber einem idealisierten Standard der Schriftsprache betrachtet wurde, und definiert das Ziel der Arbeit, diese Phänomene systematisch zu analysieren.
2 Kurzformen: Analepsen und Ellipsen: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und Analyse von Kurzausdrücken, wobei diskutiert wird, wie diese trotz ihrer Unvollständigkeit mithilfe des Feldermodells erfasst werden können.
3 Diskontinuierliche Strukturen: Der Fokus liegt hier auf syntaktischen Abbrüchen, Korrekturen und Herausstellungen, die den linearen Sprachfluss unterbrechen.
4 Sonstige syntaktische Phänomene: Hier werden weiterführende syntaktische Besonderheiten wie die Komplexität von Nebensätzen, Modusverwendung und die Rolle von Pronomen und Konjunktionen untersucht.
5 Zusammenfassung der Analyse: Die Ergebnisse werden gebündelt und die Anwendbarkeit des Modells auf gesprochensprachliche Besonderheiten evaluiert.
6 Fazit: Das Fazit bilanziert, dass das topologische Feldermodell prinzipiell anwendbar ist, aber für eine umfassende Beschreibung der gesprochenen Sprache durch kontextuelle Erweiterungen ergänzt werden muss.
Topologisches Feldermodell, gesprochene Sprache, Syntax, Analepsen, Ellipsen, Anakoluthe, Klammerstruktur, Korpuslinguistik, Spontansprache, Satzgrammatik, Verbklammer, Diskontinuierliche Strukturen, Syntaxanalyse, Feldermodell, Sprachhandlung
Es geht um die Untersuchung der Eignung des topologischen Feldermodells zur Analyse der Syntax gesprochener Sprache.
Zentrale Themen sind Kurzformen (Analepsen/Ellipsen), diskontinuierliche Strukturen wie Anakoluthe und Herausstellungen sowie die syntaktische Komplexität gesprochener Äußerungen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die in der schriftsprachorientierten Linguistik etablierten syntaktischen Modelle auch auf die spontane, teils „fehlerhafte“ gesprochene Sprache anwendbar sind.
Die Autorin nutzt eine korpusbasierte, deskriptive linguistische Analyse auf Basis von Transkripten gesprochener Sprache, wobei das topologische Feldermodell als analytisches Werkzeug dient.
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Phänomene wie ausgelassene Satzteile, Korrekturen und syntaktische Brüche im Feldermodell verortet werden können.
Topologisches Feldermodell, Spontansprache, Syntax, Ellipsen, Anakoluthe und Satzklammer sind die wichtigsten Begriffe.
Die Arbeit lehnt die pauschale Abwertung gesprochener Sprache als "fehlerhaft" ab und betrachtet sie stattdessen als System mit eigenen, beschreibbaren syntaktischen Gesetzmäßigkeiten.
Die Prosodie wird als ergänzender Faktor diskutiert, der in Grenzfällen bei der Abgrenzung von Satzgrenzen helfen kann, auch wenn keine expliziten Intonationsmetadaten im Korpus vorliegen.
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