Hausarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Arbeit – ein Definitionsversuch
2. Die geschichtliche Entwicklung der gesellschaftlichen Teilhabe und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung
2.1 Die Anfänge vom Altertum bis zum Mittelalter
2.2 Vom Mittelalter bis zum 19.Jahrhundert
2.3 Die Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zum Dritten Reich
2.4 Die Entwicklung zur Zeit des Dritten Reiches bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
2.5 Die Entwicklung nach 1945 bis zu Beginn der 60er Jahre
3. Die Geschichte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)
3.1 Die Gründung der ersten Werkstätten
3.2 Die heutige Situation der Werkstätten
3.2.1 Grundsätzliches
3.2.2 Aufbau
3.3 Kritik am Werkstatt-System
3.3.1 Prinzipielle Kritik
3.3.2 Finanzielle Kritik
3.3.3 Kritik im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention
4. Fazit
5. Quellen
Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit (insbesondere geistiger) Behinderung in Deutschland, analysiert die Rolle von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) als zentrales Instrument der Beschäftigung und beleuchtet aktuelle Kritikpunkte sowie Zukunftsperspektiven im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention.
2.3 Die Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zum Dritten Reich
In diesem Kapitel möchte ich die Geschichte des Umganges mit behinderten Menschen ab dem 19. Jahrhundert beschreiben, insbesondere die ersten ernsthafteren und institutionalisierten Versuche, sie in die Arbeitswelt zu integrieren.
Die geschichtlichen Anfänge der Beschäftigung behinderter Menschen in arbeitsähnlichen Verhältnissen gehen zurück in das 19. Jahrhundert, als es erstmals Arbeitsmöglichkeiten für diesen Personenkreis in Form von „punktuelle[n], meist personengebundene[n] Angeboten[n]“ (Stadler 1998, zit. nach Fischer/Hegger/Laubenstein (Hrsg.) 2011) in den sogenannten Tollhäusern oder im Rahmen der sogenannten Krüppelfürsorge gab (Stadler, wie zuvor). Um zu verstehen, wie es dazu kann, werde ich zunächst versuchen, die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung der damaligen Zeit nachzuvollziehen.
In der Zeit des 19. Jahrhunderts änderte sich für die Gesellschaft allgemein und somit auch für den Umgang mit behinderten Menschen einiges. Zum einen führte die industrielle Revolution und ihre Auswirkung auf die Menschen in der Form, dass aus Bauern und Handwerkern zunehmend angestellte Industrie-Arbeiter wurden, dazu, dass Arbeit noch stärker in den Lebensmittelpunkt der Menschen geriet und sich zugleich die Gesellschaft völlig neu formierte – zum einen gab es für das Bürgertum neue Aufstiegschancen, zum anderen gab es jedoch eine immer größer werdende, arme Arbeiterschicht, die zunehmend verelendete und infolge von ungesunden Arbeitsbedingungen, Unfallschäden und Mangelerkrankungen immer öfter auch geistige und körperliche Schäden davon trug – diese Menschen wurden zu Invaliden (vgl. Welti 2005: 195 ff.). Somit stieg die Zahl der Menschen mit Behinderung an, und die Fürsorge für diese Menschen wurde zu einem größer werdenden sozialen Problem, das das Problem der Menschen mit Behinderung auch erstmals stärker in den Blickpunkt der Gesellschaft rückte.
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation des Autors, begründet durch eigene Praxiserfahrungen, und definiert den Fokus der Hausarbeit auf die historische Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in das Arbeitsleben.
1. Arbeit – ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel klärt den Begriff der Arbeit aus betriebswirtschaftlicher und soziologischer Sicht und beleuchtet die Bedeutung von Erwerbstätigkeit für die gesellschaftliche Teilhabe und Identitätsbildung.
2. Die geschichtliche Entwicklung der gesellschaftlichen Teilhabe und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick von der Antike bis zur Nachkriegszeit, wobei der Fokus auf dem Wandel des Menschenbildes und der Entwicklung erster Aussonderungs- und Beschäftigungsformen liegt.
2.1 Die Anfänge vom Altertum bis zum Mittelalter: Dieses Unterkapitel beschreibt das Leben behinderter Menschen in den frühen Hochkulturen, das von Ambivalenzen zwischen Diskriminierung und ersten Ansätzen von Fürsorge geprägt war.
2.2 Vom Mittelalter bis zum 19.Jahrhundert: Dieses Unterkapitel analysiert das von religiösen Vorstellungen und Dämonisierung geprägte Bild behinderter Menschen, das erst mit der Aufklärung und dem Beginn der Industrialisierung einen langsamen Wandel erfuhr.
2.3 Die Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zum Dritten Reich: Dieses Unterkapitel befasst sich mit der Entstehung erster institutioneller Arbeitsmöglichkeiten in Anstalten und der Bedrohung durch sozialdarwinistische Ideologien.
2.4 Die Entwicklung zur Zeit des Dritten Reiches bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs: Dieses Unterkapitel dokumentiert die menschenverachtende NS-Ideologie, die Zwangsstilisation und die systematische Ermordung behinderter Menschen im Rahmen der „Aktion T4“.
2.5 Die Entwicklung nach 1945 bis zu Beginn der 60er Jahre: Dieses Unterkapitel beleuchtet die langsame Nachkriegsentwicklung, die geprägt war vom Fortbestehen alter Strukturen, aber auch durch den wachsenden Einsatz betroffener Eltern für neue Hilfsangebote.
3. Die Geschichte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM): Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung der Werkstätten von privaten Initiativen Ende der 50er Jahre hin zu gesetzlich verankerten Einrichtungen.
3.1 Die Gründung der ersten Werkstätten: Dieses Unterkapitel beschreibt die Anfänge der Werkstätten als Sondereinrichtungen und die erste rechtliche Etablierung durch das Bundessozialhilfegesetz.
3.2 Die heutige Situation der Werkstätten: Dieses Unterkapitel analysiert die Rolle der WfbM als Wirtschafts- und Sozialfaktor sowie die Vielfalt der Werkstatt-Typen und Zielgruppen.
3.2.1 Grundsätzliches: Dieses Unterkapitel befasst sich mit der aktuellen Bedeutung der Werkstätten und den Gründen für den steigenden Bedarf an Plätzen.
3.2.2 Aufbau: Dieses Unterkapitel erklärt die Struktur des Werkstatt-Systems in drei Phasen: Eingangsverfahren, Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich.
3.3 Kritik am Werkstatt-System: Dieses Unterkapitel führt in die komplexe Kritik am aktuellen Werkstatt-Modell ein, das trotz historischer Erfolge als zunehmend überholt gilt.
3.3.1 Prinzipielle Kritik: Dieses Unterkapitel thematisiert das Problem der Sondereinrichtung und die mangelnde Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
3.3.2 Finanzielle Kritik: Dieses Unterkapitel stellt die Sichtweise der Kostenträger dar, die das Werkstatt-System als zu starr und kostenintensiv bewerten.
3.3.3 Kritik im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Forderung nach Inklusion und die Herausforderungen bei der Umsetzung der UN-Konvention in deutsches Recht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die historischen Errungenschaften der Behindertenhilfe zusammen und benennt die Notwendigkeit, das System zugunsten von Inklusion und Wahlmöglichkeiten langfristig zu reformieren.
5. Quellen: Dieses Kapitel listet die für die Hausarbeit herangezogene Literatur und Quellen auf.
Behindertenhilfe, Werkstätten für behinderte Menschen, WfbM, Inklusion, Integration, Geschichte, UN-Behindertenrechtskonvention, Sozialdarwinismus, Arbeit, Eingliederungshilfe, Sondereinrichtung, Teilhabe, Beschäftigung, Berufsbildung, Menschen mit geistiger Behinderung
Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und den aktuellen Stand der beruflichen Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Wandel des Arbeitsbegriffs, die Institutionalisierung der Behindertenhilfe, die gesetzlichen Rahmenbedingungen von Werkstätten sowie die aktuelle Debatte um Inklusion und UN-Konventionen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Umgang mit behinderten Menschen historisch gewandelt hat, um daraus ein besseres Verständnis für die heutige Situation und die Reformbedürftigkeit des Werkstatt-Systems zu entwickeln.
Es handelt sich um eine historische und analytische Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse, Gesetze und Berichte zusammenführt, um die Entwicklung der Beschäftigungssituation zu reflektieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse von der Antike bis in die Nachkriegszeit, eine detaillierte Beschreibung der Werkstätten (Aufbau und Funktion) sowie eine Auseinandersetzung mit der aktuellen, vielschichtigen Kritik an diesem Modell.
Zentrale Begriffe sind Inklusion, Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), UN-Behindertenrechtskonvention, Teilhabe, soziale Integration und Behindertenhilfe.
Dieses Gesetz von 1933 war ein zentrales Instrument der NS-Ideologie zur Selektion und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, was zu Zwangssterilisationen und später zur systematischen Ermordung führte.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Status der Werkstätten als Sondereinrichtungen, die zwar Beschäftigung bieten, aber kaum den Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen und somit der Idee einer inklusiven Gesellschaft entgegenstehen.
Die Konvention zementiert das Recht auf Teilhabe und Arbeit auf einem offenen Arbeitsmarkt, was den Druck erhöht, bestehende Sondereinrichtungen langfristig abzubauen und durch inklusive Angebote zu ersetzen.
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