Seminararbeit, 2012
12 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Religion und Identität junger Muslime in Europa
3. „Euro-Islam“
4. Das Internet als Erweiterung des öffentlichen Raumes
5. Formen islamischer Religiosität im Internet
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausbildung neuer, virtueller Formen muslimischer Religiosität unter jungen Muslimen in Europa. Dabei wird analysiert, wie das Internet als Raum für Identitätsfindung und Neuorientierung genutzt wird, um den Islam in einem säkularen, europäischen Kontext individuell neu zu definieren und den Druck zwischen familiärer Tradition und gesellschaftlicher Integration zu bewältigen.
Neo-Fundamentalismus
Unter Neo-Fundamentalismus versteht man, wie der Name schon verrät, die Bezugnahme auf die Fundamente des Islam, Koran und Sunna. Was genau die Fundamente sind, lässt sich wie so Vieles nicht einfach definieren, da es verschiedene Meinungen dazu gibt. Grundlegend ist, dass der Islam ausschließlich als Religion und nicht als Kultur gesehen wird und dass jegliche Verwestlichung abgelehnt wird. Nichtsdestotrotz weist selbst der Neo-Fundamentalismus westliche Züge auf, nämlich wenn es um „Dekulturation“ und „Entterritorialisierung“ des Islam geht (Vgl. Roy).
Der Begriff der Dekulturation steht im europäischen Kontext für den Prozess der kulturellen Entwurzelung und wachsenden Privatisierung der Religiosität von muslimischen Minderheiten. Wohingegen Entterritorialisierung die Loslösung von den Kulturen und Krisen des Nahen Ostens und eine Veränderung der Beziehung zur Religion meint. Roy spricht an dieser an der Stelle von Verwestlichung des Islams, wo unter den Muslimen in Europa und ganz besonders unter den Jugendlichen, „ein allen kulturellen und nationalen Besonderheiten entkleideter Islam“ neu definiert wird.
Jugendliche Muslime neigen beispielsweise immer mehr dazu ihren Glauben öffentlich zu machen, indem sie beispielsweise Schleier und Bart selbstbewusst präsentieren und arabische Begrüßungsformeln praktizieren. Somit verdeutlichen sie unerkennlich ihre Gruppen- und Glaubensidentifikation. Im Gegensatz zu Elterngenerationen, die sich mit einem Randplatz in der Gesellschaft zufrieden geben, haben junge Muslime der zweiten und dritten Generation den Anspruch ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen und eine neue Identität zwischen Islam und Europa zu erlangen.
1. Einleitung: Diese Einführung umreißt die Relevanz der Untersuchung neuer muslimischer Religionsauslebung und die zentrale Rolle des Internets für die Identitätsbildung junger Muslime in Europa.
2. Religion und Identität junger Muslime in Europa: Dieses Kapitel thematisiert den Generationenkonflikt und die Schwierigkeiten junger Muslime, ihre religiöse Identität zwischen familiären Traditionen und einer säkularen, europäischen Umwelt zu behaupten.
3. „Euro-Islam“: Es werden verschiedene wissenschaftliche Konzepte und Definitionen eines „Euro-Islam“ diskutiert, die als Reaktion auf die Migrationssituation und die Suche nach sozialer Einbindung entstanden sind.
4. Das Internet als Erweiterung des öffentlichen Raumes: Dieses Kapitel beleuchtet das Internet als Plattform, die es Jugendlichen ermöglicht, sich weltweit zu vernetzen, auszutauschen und eine eigene, reflektierte Meinung über ihren Glauben zu bilden.
5. Formen islamischer Religiosität im Internet: Anhand der Gegenüberstellung von Neo-Fundamentalismus und Pop-Islam wird aufgezeigt, wie unterschiedlich sich muslimische Jugendliche heute religiös im Internet positionieren und artikulieren.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass die jungen Muslime in Europa als Antwort auf ihre Lebensumstände eigene, neue Formen der Religiosität entwickeln, bei denen die nationale Identität zugunsten eines weltweiten Zusammenhalts an Bedeutung verliert.
Islam, Europa, Identität, Internet, Generationenkonflikt, Neo-Fundamentalismus, Pop-Islam, Religiosität, Migration, Integration, Individualisierung, Umma, Säkularisierung, soziale Einbindung, digitale Kultur
Die Arbeit beschäftigt sich mit den neuen Formen der Religionsausübung und Identitätsfindung junger Muslime in Europa im digitalen Zeitalter.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Generationenkonflikt, der Suche nach einer hybriden Identität zwischen Islam und Europa sowie der Rolle des Internets bei der religiösen Neuorientierung.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie junge Muslime in Europa das Internet nutzen, um ihren Glauben neu zu definieren und sich im Spannungsfeld zwischen Herkunftstraditionen und westlicher Moderne zu verorten.
Es handelt sich um eine theoriebasierte soziologische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Untersuchung aktueller Strömungen muslimischer Selbstdarstellung im Internet basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion des „Euro-Islam“, die Bedeutung des Internets als Diskursraum und eine detaillierte Gegenüberstellung von Neo-Fundamentalismus und Pop-Islam.
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Identität, Islam, Internet, Generationenkonflikt, Neo-Fundamentalismus und Integration definieren.
Während der Neo-Fundamentalismus dazu neigt, die westliche Umgebung und kulturelle Neuerungen abzulehnen, um sich auf die reinen Fundamente zu besinnen, versuchen Pop-Muslime, ihren Glauben aktiv mit einem modernen, westlichen Lebensstil zu vereinbaren.
Das Internet bietet Jugendlichen einen Raum, in dem sie Diskriminierungserfahrungen verarbeiten können, indem sie stigmatisierte Eigenschaften in eine provokative, stolze neue Identität umkehren.
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