Masterarbeit, 2010
135 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
1.1 Zur Begrifflichkeit Migration
1.2 Migrationsforschung und aktueller Forschungsstand
2 MIGRATIONSTHEORETISCHE ANSÄTZE
2.1 Brain Drain
2.2 Brain Gain
2.3 Brain Circulation
2.4 Modell der Push- und Pull-Faktoren
2.5 Heckscher-Ohlin-Modell
2.6 Migrationstheorie von Hoffmann-Nowotny
2.7 Zwischenfazit
3 METHODISCHE KONZEPTSPEZIFIKATION
3.1 Methode des Vergleichs
3.2 Auswahl der Untersuchungsländer
3.3 Auswahl der Vergleichskriterien und deren Begriffsdefinition
4 EU-OSTERWEITERUNG
4.1 Migrationserwartungen in den alten Mitgliedstaaten der EU-15
4.2 Rechtliche Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit
5 POLNISCHE ARBEITSMIGRATION
5.1 Migrationsgeschichte Polens
5.2 Polnische Arbeitsmigration seit der EU-Osterweiterung
5.2.1 Statistische Probleme
5.2.2 Polnische Arbeitsmigration in Zahlen
5.2.3 Wer emigriert?
5.2.4 Rückkehr der polnischen Arbeitsmigranten
5.3 Ursachen der polnischen Arbeitsmigration
5.3.1 Analyse des polnischen Arbeitsmarktes
5.3.2 Wirtschaftliche Entwicklung Polens
5.3.3 Lebensbedingungen in Polen
5.4 Auswirkungen der Arbeitsmigration auf Polen
5.4.1 Wirtschaftliche Auswirkungen
5.4.2 Gesellschaftliche Auswirkungen
5.5 Zwischenfazit
6 GROßBRITANNIEN, IRLAND UND SCHWEDEN IM VERGLEICH
6.1 Migrationsgeschichte Großbritanniens
6.2 Migrationsgeschichte Irlands
6.3 Migrationsgeschichte Schwedens
6.4 Ländervergleichende Analyse zwischen Großbritannien, Irland und Schweden
6.4.1 Wirtschaftliche Entwicklung
6.4.2 Entwicklung der Arbeitsmärkte
6.4.3 Lohnniveau in den Zielländern
6.5 Zwischenfazit
7 ÜBERPRÜFUNG DER THEORETISCHEN VORÜBERLEGUNGEN
7.1 Brain Drain
7.2 Brain Gain
7.3 Brain Circulation
7.4 Modell der Push- und Pull-Faktoren
7.5 Heckscher-Ohlin-Modell
7.6 Migrationstheorie von Hoffmann-Nowotny
7.7 Drain oder Gain?
8 SCHLUSS
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der polnischen Arbeitsmigration nach der EU-Osterweiterung auf das Herkunftsland Polen sowie die Zielländer Großbritannien, Irland und Schweden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob es sich bei diesen Migrationsbewegungen um einen dauerhaften "Brain Drain" (Verlust von Humankapital) handelt oder um einen vorübergehenden Prozess ("Brain Circulation"), der langfristig zu einem "Brain Gain" (Gewinn an Wissen und Ressourcen) führen kann, wobei auch der Einfluss der Weltwirtschaftskrise einbezogen wird.
1.1 Zur Begrifflichkeit Migration
Migrations- und Wanderungsprozesse haben einen entscheidenden Einfluss auf die Geschichte der Menschheit. Der Mensch ist seit jeher auf der Suche nach optimalen Lebensbedingungen. Erst diese Suche und die damit einhergehenden Wanderungsbewegungen führen zu einer weltweiten Verbreitung der Spezies Mensch. Dieser Meinung ist der Geschichtshistoriker und Migrationsforscher Klaus J. Bade, indem er sagt, dass sich „der Homo sapiens […] als Homo migrans über die Welt ausgebreitet“ (Bade et al. 2007: 19) hat.
Migrationsbewegungen basieren oft auf sehr unterschiedlichen Entscheidungen, die von Individuen allein oder in einer Gruppe getroffen werden. Um die Vielfalt historischer und aktueller Migrationsprozesse umfassen zu können, bedarf es einer komplexen Begriffsbeschreibung. Ingrid Oswald definiert den Begriff der Migration daher wie folgt:
Migration wird […] im Weiteren verstanden als ein Prozess der räumlichen Versetzung des Lebensmittelpunktes, also einiger bis aller relevanten Lebensbereiche, an einen anderen Ort, der mit der Erfahrung sozialer, politischer und/oder kultureller Grenzziehung einhergeht (Oswald 2007: 13).
Dabei muss die Grenzziehung nicht zwingend nationalstaatlicher Art sein. Sie kann ebenso innerhalb eines Landes erfolgen. So können beispielsweise mehrere ethnische Gruppen innerhalb eines Staates leben. Zwischen ihnen verläuft zwar keine nationalstaatliche Grenze, dafür aber oft eine kulturelle, religiöse oder sprachliche Trennungslinie.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der polnischen Arbeitsmigration, Definition zentraler Begriffe sowie Darlegung der Forschungsziele und des methodischen Vorgehens.
2 MIGRATIONSTHEORETISCHE ANSÄTZE: Theoretische Einordnung der Arbeit durch Erläuterung von Konzepten wie Brain Drain, Brain Gain, Brain Circulation, dem Push- und Pull-Modell, dem Heckscher-Ohlin-Modell sowie der Theorie von Hoffmann-Nowotny.
3 METHODISCHE KONZEPTSPEZIFIKATION: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, Begründung der Länderauswahl sowie Definition der relevanten Vergleichskriterien für die quantitative Analyse.
4 EU-OSTERWEITERUNG: Analyse der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Osterweiterung sowie deren Einfluss auf die Migrationsströme und die gesetzlichen Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit.
5 POLNISCHE ARBEITSMIGRATION: Detaillierte Untersuchung der polnischen Migrationsgeschichte, der aktuellen Migrationszahlen, der Ursachen (Push-Faktoren) sowie der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen auf Polen.
6 GROßBRITANNIEN, IRLAND UND SCHWEDEN IM VERGLEICH: Vergleichende Analyse der drei Zielländer hinsichtlich ihrer Migrationsgeschichte, wirtschaftlichen Entwicklung und der spezifischen Gegebenheiten ihrer Arbeitsmärkte.
7 ÜBERPRÜFUNG DER THEORETISCHEN VORÜBERLEGUNGEN: Kritische Reflexion und Überprüfung der eingangs vorgestellten theoretischen Modelle anhand der in der Arbeit gewonnenen Analyseergebnisse.
8 SCHLUSS: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und abschließende Bewertung des Migrationsphänomens in Bezug auf das Ziel, einen "Gain" für Polen zu erreichen.
Polen, Arbeitsmigration, EU-Osterweiterung, Brain Drain, Brain Gain, Brain Circulation, Push- und Pull-Faktoren, Großbritannien, Irland, Schweden, Arbeitsmarkt, Weltwirtschaftskrise, Humankapital, Migrationstheorie, Arbeitslosigkeit
Die Masterarbeit analysiert die polnische Arbeitsmigration in die EU-Zielländer Großbritannien, Irland und Schweden seit der EU-Osterweiterung 2004.
Die Arbeit fokussiert auf ökonomische und soziologische Aspekte von Migrationsprozessen, die Auswirkungen der EU-Osterweiterung sowie die spezifische wirtschaftliche Situation in Polen und den Zielländern.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die polnische Arbeitsmigration zu einem dauerhaften Verlust von Humankapital ("Brain Drain") führt oder ob durch Rückwanderungsbewegungen eine "Brain Circulation" entsteht, die langfristig in einem "Brain Gain" für Polen resultiert.
Es handelt sich um eine quantitative Analyse, die auf vorhandenen Statistiken basiert und eine ländervergleichende Perspektive einnimmt, um Pull-Faktoren in den Zielländern zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Osterweiterung sowie eine empirische Untersuchung der polnischen Migrationsursachen und der Zielländer im Vergleich.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören polnische Arbeitsmigration, EU-Osterweiterung, Brain Drain, Brain Circulation, Push- und Pull-Faktoren sowie die wirtschaftliche Entwicklung Polens.
Die Weltwirtschaftskrise ab 2008 fungierte als Zäsur, die die Attraktivität der Zielländer minderte und eine verstärkte Rückwanderung polnischer Arbeitsmigranten in ihre Heimat einleitete.
Während Großbritannien und Irland durch flexible Arbeitsmärkte hohe Migrationszahlen aufwiesen, zeigt Schweden aufgrund eines restriktiveren Arbeitsmarktes und sprachlicher Barrieren deutlich geringere Zahlen an polnischen Einwanderern.
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass hochqualifizierte polnische Migranten in den Zielländern häufig unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten, da sie oft jede verfügbare Beschäftigung annehmen.
Der Autor sieht die Wiedereingliederung der Rückkehrer als entscheidende Herausforderung; gelingt diese, kann die Migration als Gewinn für die polnische Wirtschaft verbucht werden.
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