Examensarbeit, 2004
77 Seiten, Note: 1,0
Vorwort und Zielsetzung
1. Schwierigkeiten bei der Bearbeitung des Themas
2. Der Mund: Von seiner biologischen Funktion zur bildlichen Verwendung
3. Allgemeine Beobachtungen zur Bedeutung des Mundes
3.1 ... im Alten Orient
3.2 ... im Ersten Testament
4. Der Mund als Durchlass
4.1 Veräußerlichung (Sprache)
4.1.1 Funktionen des Gottesmundes
4.1.2 Funktion des Mundes eines Gläubigen
4.1.3 Funktionen des gottlosen Mundes
4.2 Verinnerlichung
5. Der Mund als Gefäß
5.1 Der Mund als ein Gefäß für Worte (und Gefühle)
5.1.1 ... von Gott
5.1.2 ... von Propheten
5.1.3 ... vom Sprecher selbst
5.2 Der Mund als Gefäß für ‚Böses‘
5.3 Der Mund als Gefäß für Lebenswichtiges
6. Die Verbindungsfunktion des Mundes
7. Der funktionslose Mund
8. Gesten und Mund
9. Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Körperbegriff "Mund" im Ersten Testament in seinen unterschiedlichen bildhaften Bedeutungen zu untersuchen und die metaphorischen Funktionsbereiche differenziert zu analysieren.
Der Mund: Von seiner biologischen Funktion zur bildlichen Verwendung
Der Mund (lat. ‚os‘, griech. ‚stoma‘) gehört zu den zentralen Körperorganen des Menschen. „Die Mundhöhle (cavitas oris) im engeren Sinne ist ein von den Zahnreihen des Unter- und Oberkiefers umschlossener Raum, auf dessen Grund sich die Zunge befindet.“5 Als Mundvorhof (vestibulum oris) wird der spaltförmige Hohlraum zwischen Lippen, Wangenschleimhaut und Zähnen bezeichnet. Weicher und harter Gaumen begrenzen die Mundhöhle, die im Anschluss daran in den Rachen übergeht.6 Die Bezeichnung ‚Mund‘ fasst also eine Reihe von Organen zusammen, die in ihrer Gesamtheit den Eingang zum Verdauungstrakt bilden. Entsprechend soll es bei den nachfolgenden Ausführungen um den Mund als Einheit, nicht aber um einzelne Bestandteile gehen.
Biologisch gesehen können fünf Teilfunktionen des Mundes unterschieden werden. In erster Linie dient er der Nahrungsaufnahme. Durch ihn gelangen feste und flüssige Stoffe in das Innere des menschlichen Körpers. Weiterhin erfolgt im Mund die mechanische Zerkleinerung, während zeitgleich die enzymatische Verdauung durch den Speichel beginnt. Im Anschluss daran wird der Nahrungsbrei geschluckt.7 Darüber hinaus erscheint es mir wichtig, das Schmecken und die Temperaturprüfung als weitere wichtige Aufgaben anzuführen.
1. Schwierigkeiten bei der Bearbeitung des Themas: Das Kapitel erläutert methodische Herausforderungen wie die Übersetzungstradition der Bibel und den begrenzten Zugang zur einschlägigen Sekundärliteratur.
2. Der Mund: Von seiner biologischen Funktion zur bildlichen Verwendung: Hier werden die anatomischen Grundlagen sowie die sozial-kommunikative Bedeutung des Mundes als Basis für die spätere Metaphorik dargestellt.
3. Allgemeine Beobachtungen zur Bedeutung des Mundes: Dieses Kapitel vergleicht die Bedeutung des Mundes im Alten Orient mit der spezifischen Verwendung im Ersten Testament.
4. Der Mund als Durchlass: Es wird analysiert, wie der Mund als "Durchlass" für Sprachäußerungen (Veräußerlichung) und als Medium für Verinnerlichungsprozesse fungiert.
5. Der Mund als Gefäß: Die Metapher des Mundes als Behältnis wird hier in Bezug auf Worte, Gefühle und "Böses" oder "Lebenswichtiges" detailliert beleuchtet.
6. Die Verbindungsfunktion des Mundes: Dieses Kapitel widmet sich der sozialen und religiösen Nähe, die durch den Mund zwischen Gott und den Menschen (oder unter Menschen) ausgedrückt wird.
7. Der funktionslose Mund: Es wird untersucht, was Schweigen und die Unterbindung der Mundfunktionen im biblischen Kontext, insbesondere bei Gottesferne oder Respekt, bedeuten.
8. Gesten und Mund: Abschließend werden körperliche Gesten in Verbindung mit dem Mund, wie z.B. das Trinken aus der Hand, als Ausdrucksformen von Charakter und Haltung interpretiert.
9. Zusammenfassung: Eine Synthese der Ergebnisse, die das Aufgabenspektrum des Mundes im Ersten Testament zusammenführt.
Mund, Erstes Testament, Körpersymbolik, Metapher, biblische Anthropologie, Gottesfurcht, Prophetie, Sprachgebrauch, Verinnerlichung, Gefäßmetapher, Gottesferne, Kommunikation, Weisheitslehre, Kult, Ritual.
Die Arbeit untersucht das vielfältige Aufgabenspektrum des Körperteils "Mund" im alttestamentlichen Sprach- und Bildgebrauch.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Mund als Durchlass, als Gefäß, als Mittel der Verbindung sowie seiner Bedeutung in Gesten und bei funktionsloser Stille.
Die Arbeit fragt danach, wie der Körperbegriff "Mund" im Ersten Testament metaphorisch genutzt wird und welche theologischen und anthropologischen Funktionen damit verbunden sind.
Es handelt sich um eine biblisch-theologische Analyse, die durch historische und archäologische Kontexte sowie linguistische Beobachtungen gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Funktionen des Mundes als Durchlass (Sprache), als Gefäß für Worte und Gefühle, die Verbindungsfunktion sowie die Bedeutung des Schweigens (funktionsloser Mund).
Wichtige Begriffe sind biblische Körpersymbolik, Metaphorik, Gotteswort, Gehorsam, Prophetie und das Verständnis von Wahrheit und Unrecht im Ersten Testament.
Das Bild des Gefäßes wird genutzt, um die Bewahrung von göttlichen Worten oder menschlichen Einsichten zu veranschaulichen, die dort für eine spätere Zeit gespeichert werden.
Ein funktionsloser bzw. schweigender Mund wird oft als Ausdruck der Gottesferne interpretiert, da der Mensch ohne die direkte Verbindung zu Gott oder in Krisensituationen die Fähigkeit zur sinnvollen Rede verliert.
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