Magisterarbeit, 2010
112 Seiten, Note: 1,2
1. EINLEITUNG
1.1. „VIDEO KILLED THE RADIO STAR.“ – TATSÄCHLICH?
1.2. NEUARTIGE KONKURRENZ: INTERNETRADIO UND SEINE POTENZIALE
1.3. SZENARIEN UND KONSEQUENZEN EINER KÜNFTIGEN HÖRFUNKNUTZUNG
1.4. BEGRÜNDUNG DER THEMATISCHEN RELEVANZ
1.5. FRAGESTELLUNG: HAT DER KONVENTIONELLE HÖRFUNK NOCH EINE PERSPEKTIVE?
1.6. VORGEHENSWEISE / AUFBAU DIESER ARBEIT
1.7. ZU GRUNDE LIEGENDES EMPIRISCHES MATERIAL
2. RADIO IN DEUTSCHLAND
2.1. DER KONVENTIONELLE RADIO-BEGRIFF
2.2. PROGRAMMENTWICKLUNG VOM VOLLPROGRAMM ZUM FORMATRADIO
2.3. PROGRAMMGESTALTUNG UND ZIELGRUPPENAUSRICHTUNG IM FORMATRADIO
2.4. DIE HOMOGENITÄT DES KONVENTIONELLEN PROGRAMMANGEBOTES
2.5. HÖRNUTZUNGSVERHALTEN
2.6. EINSCHALTMOTIVATIONEN
2.7. DAS IDEALRADIO AUS DER REZIPIENTENPERSPEKTIVE
3. TECHNISCHE INNOVATIONEN UND EINE VERÄNDERTE MEDIENNUTZUNG
3.1. TECHNISCHE INNOVATIONEN DER VERGANGENHEIT UND IHRE KONSEQUENZEN FÜR DAS RADIO
3.2. GEGENWÄRTIGE TECHNISCHE INNOVATIONEN
3.2.1. INTERNETRADIO
3.2.1.1. DEFINITION INTERNETRADIO
3.2.1.2. UNTERSCHIEDE ZUM KONVENTIONELLEN RADIO
3.2.1.3. DISTRIBUTION, MARKT
3.2.1.4. NUTZUNGSPARAMETER
3.2.2. ONLINE-RADIODIENSTE
3.2.3. PODCASTING
3.2.4. MOBILE MEDIENABSPIELGERÄTE
4. KONSEQUENZEN DER NEUEN TECHNOLOGIEN FÜR DAS HÖRNUTZUNGSVERHALTEN UND DIE RADIOINDUSTRIE
4.1. MEDIA-ANALYSE RADIO
4.2. LANGZEITSTUDIE MASSENKOMMUNIKATION
4.3. ARD/ZDF-ONLINESTUDIE
4.4. WDR-WEBRADIOSTUDIE 2007/2008
5. THEORETISCHE ERKLÄRUNGSVERSUCHE
5.1. HYPOTHESE 1: KONVENTIONELLES MASSENRADIO EXISTENZIELL BEDROHT
5.1.1. THEORETISCHE BEGRÜNDUNG: INDIVIDUALISIERUNGSTENDENZEN IN DER MEDIENNUTZUNG
5.1.2. MODERNISIERUNG UND INDIVIDUALISIERUNG BEI ULRICH BECK
5.1.3. RÜCKLÄUFIGE KONVENTIONELLE RADIONUTZUNG ALS INDIVIDUALISIERUNGSSYMPTOM
5.2. HYPOTHESE 2: KONVENTIONELLES MASSENRADIO WIRD FORTBESTEHEN
5.2.1. THEORETISCHE BEGRÜNDUNG: KOMPLEXE SELEKTIONSPROZESSE BEGÜNSTIGEN KONVENTIONELLEN HÖRFUNK
5.2.2. KOMPLEXITÄTSREDUKTION BEI NIKLAS LUHMANN
5.2.3. GERINGE STATIONÄRE INTERNETRADIONUTZUNG ALS BEISPIEL FÜR KOMPLEXITÄT?
5.3. ERGEBNIS
6. FAZIT
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Auswirkungen digitaler Verbreitungswege und technischer Innovationen auf das Hörverhalten deutscher Radiohörer sowie die Konsequenzen für den Radiomarkt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit das konventionelle Massenradio durch diese Entwicklungen existenziell bedroht ist oder ob es sich durch Anpassungsfähigkeit behaupten kann, wobei insbesondere die Konvergenz von Audiomedien mit digitalen Endgeräten im Fokus steht.
1.1. „Video killed the radio star.” – Tatsächlich?
Bereits rund 20 Jahre zuvor sahen die Zukunftsperspektiven des Mediums Radio zunächst ungewiss aus: In den 60er-Jahren hatte das Fernsehen in den deutschen Wohnstuben Einzug gehalten. Das damals neue Medium bediente in der Anfangsphase vor allem das Bedürfnis nach Unterhaltung und bebilderter Information, das Radio bekam die Auswirkungen der neuen Konkurrenzsituation zu spüren: Die Hauptaufmerksamkeit des Rezipienten verlagerte sich vom Radioempfänger zusehends zum Fernsehapparat. Bemerkbar machte sich dies vor allem – und dies bis heute – in den Abendstunden. Der ‚Fernsehschatten‘ stellte sich ein. Das Phänomen beschreibt die Tatsache, dass die Radionutzung in den Abendstunden hinter der Fernsehnutzung zurückbleibt.
In den folgenden Jahrzehnten kamen mit der Schallplatte, der Kassette, der CD und der MiniDisc verschiedene Tonträger auf den Markt, die zumindest den Genuss von Musik vom Medium Radio entkoppelten. Sie veränderten nicht nur die soziale Rezeptionssituation von Musikwerken, indem sie unabhängig von Ort und Zeit erfahrbar wurden. Sie machten auch ein Einschalten des Radiogerätes obsolet, wenn man nur seine Lieblingsstücke hören wollte.
All diese unterschiedlichen, strukturellen Veränderungen der Rahmenbedingungen haben dennoch Gemeinsamkeiten in Bezug auf ihre Auswirkungen auf das Radio: Weder das Musikfernsehen im Speziellen noch das Fernsehen im Allgemeinen noch die unterschiedlichen Tonträger haben das Medium Radio bis dato seiner Existenz berauben können.
1. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema durch die Analyse der Konkurrenzsituation des Radios zu neuen Medien und Definition der Forschungsfrage.
2. RADIO IN DEUTSCHLAND: Untersuchung der Grundlagen des konventionellen Hörfunks, der Programmentwicklung und der Hörnutzungsparameter.
3. TECHNISCHE INNOVATIONEN UND EINE VERÄNDERTE MEDIENNUTZUNG: Darstellung historischer und aktueller technologischer Neuerungen, insbesondere Internetradio, Podcasting und mobile Endgeräte.
4. KONSEQUENZEN DER NEUEN TECHNOLOGIEN FÜR DAS HÖRNUTZUNGSVERHALTEN UND DIE RADIOINDUSTRIE: Kritische Analyse empirischer Studien zur Nutzung digitaler Radioangebote.
5. THEORETISCHE ERKLÄRUNGSVERSUCHE: Gegenüberstellung der Individualisierungsthese nach Beck und der Komplexitätsreduktion nach Luhmann zur Bewertung der Zukunft des Radios.
6. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der künftigen Entwicklung und Ausblick auf die strategischen Optionen für Programmmacher.
Radio, Hörfunk, Internetradio, Digitalisierung, Mediennutzung, Massenradio, Individualisierung, Komplexitätsreduktion, Online-Radiodienste, Podcasting, Musiknutzung, Webradio, Medienwandel, Nutzerverhalten, Programmformatierung
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklungsanalyse des deutschen Radiomarktes im Kontext der Digitalisierung und der Konkurrenz durch neue digitale Verbreitungswege.
Im Zentrum stehen die Konvergenz von Audiomedien mit digitalen Endgeräten, das veränderte Nutzungsverhalten und die Frage nach der Zukunft des klassischen Massenradios.
Die Arbeit ergründet, inwieweit das konventionelle Massenradio durch neue digitale Technologien existenziell bedroht ist oder ob es sich durch Anpassung als "Evolution" weiterentwickeln wird.
Die Autor setzt eine Sekundäranalyse wissenschaftlicher Literatur und empirischer Daten der Markt- und Medienforschung (wie Media-Analyse, ARD/ZDF-Onlinestudie) ein.
Der Hauptteil analysiert technische Innovationen (Internetradio, Podcasts, mobile Geräte), stellt sie der Historie des Hörfunks gegenüber und diskutiert die soziologischen Theorien der Individualisierung und Komplexitätsreduktion.
Zu den zentralen Begriffen gehören Radio, Internetradio, Digitalisierung, Individualisierung, Mediennutzung und Komplexitätsreduktion.
Die Studien deuten darauf hin, dass die Nutzung von Internetradio derzeit noch stark von der Wahl des Endgeräts abhängt, wobei iRadios die Nutzung intensivieren, während die reine PC-Nutzung oft noch als komplex wahrgenommen wird.
Der Autor argumentiert mit Niklas Luhmann, dass Hörer bei einer unüberschaubaren Programmvielfalt des Internets zur Komplexitätsreduktion auf vertraute, traditionelle Marken und Sender zurückgreifen.
Das Rieplsche Gesetz besagt, dass einmal etablierte Medien durch neue Medien nicht vollständig verdrängt werden, sondern sich spezialisieren und neben den neuen Angeboten weiter bestehen.
Der Autor sieht keine Revolution, sondern eine Evolution des Radiomarktes, in der sich das konventionelle Radio durch stärkere Spezialisierung und Individualisierung auf die Bedürfnisse der Hörer behaupten muss.
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