Examensarbeit, 2010
23 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
2 EINORDNUNG IN DAS FORSCHUNGSMODELL
3 KONZEPTE, THEORIEN, DEFINITIONEN
3.1 Ökonomisches Kapital
3.2 Sozialkapital
3.2.1 Definition von Sozialkapital
3.2.2 Besonderheiten: Generierung und komplementäre Wirkung sozialen Kapitals
3.2.3 Multidimensionalität: Ebenen und Dimensionen sozialen Kapitals
3.2.3 Die Bedeutung des sozialen Umfelds
3.2.4 Die Bedeutung und Wirkung von Vertrauen im Transformationsprozess
4 DIE TRANSFORMATION VON SOZIALKAPITAL IN ÖKONOMISCHES KAPITAL
4.1 Netzwerkqualität: schwache und starke Beziehungen in zerstreuten und geschlossenen Netzwerken
4.2 Direkte und indirekte Transformation von sozialem Kapital in ökonomisches Kapital
4.2.1 Networking-Parties
4.2.2 Kickstarter.com
4.3 Messbarkeit und Messvariablen
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem ökonomischen Erfolg von Entrepreneuren und deren Sozialkapital. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie soziale Netzwerke „angezapft“ werden können, um Ressourcen und Informationen in die entstehende Unternehmung zu transferieren und in ökonomisches Kapital zu transformieren.
4.1 Netzwerkqualität: schwache und starke Beziehungen in zerstreuten und geschlossenen Netzwerken
Die Erkennung von Geschäftsmöglichkeiten nimmt eine wesentliche Stellung im unternehmerischen Prozess ein. Es gilt jedoch zu beachten, dass „Opportunities do not drop from the sky. Opportunities are created within and among existing organisations as a product of ongoing networks of relationships and exchanges.“ (Alistair/Miller 2003, S. 22). Schwingel schreibt: „Je umfassender ein solches Netz an sozialen Beziehungen, das ein Akteur [...] aufrechterhält und das er im Bedarfsfall benutzen kann, gestaltet ist, desto größer sind seine Profitchancen bei der Reproduktion seines ökonomischen [...] Kapitals“ (Schwingel 2005, S. 92). Aber welche Bedeutung haben verschiedene Intensitätsformen von Beziehungen für den Gründer und zu welchem Zeitpunkt im Gründungsprozess kommen diese zur Geltung?
Netzwerkbeziehungen können - wie schon beschrieben - sowohl auf Indiviualebene als auch auf Organisationsebene auftreten. Das Ausmaß der einzelnen Beziehungen kann verschieden starke Intensitätsgrade aufweisen. Über „Schwache Beziehungen“ können wertvolle und für den Gründer relevante Informationen bezogen werden, die durch starke Beziehungen nicht möglich wären. So fungieren diese als „Brücken“ (Bhagavatula et al. 2008, S. 6) zu neuer und differenzierter Information. Firmengründer können sich diversen Clubs anschliessen oder Mitgliedschaften in Organisationen eingehen, um bspw. auf dem aktuellsten Stand der technologischen Entwicklungen zu bleiben (vgl. Nahapiet/Ghoshal 1998, S. 243). Solche schwach ausgeprägten Formen sozialen Kapitals stellen für den Gründer ein „interface for exchanges to take place“ (Bhagavatula et al. 2008, S. 2) dar und ermöglichen die Erkennung von Geschäftsmöglichkeiten. Die Pflege solcher Bindungen bedarf keinerlei großen Anstrengungen (vgl. Bhagavatula et al. 2008, S. 2). Im Gegensatz dazu: Starke Beziehungen, wie sie in der Familie bestehen, sichern den Zugang zu benötigten Ressourcen - speziell im Gründungsprozess - und gewähren Rückhalt.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von sozialen Prozessen und Netzwerken für den Gründungserfolg ein und formuliert die Forschungsfrage zur Transformation von Sozialkapital in ökonomisches Kapital.
2 EINORDNUNG IN DAS FORSCHUNGSMODELL: Das Kapitel veranschaulicht anhand eines Forschungsmodells, wie der Entrepreneur eingebettet in sein Umfeld durch den Austausch von Kapitalarten agiert.
3 KONZEPTE, THEORIEN, DEFINITIONEN: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu ökonomischem Kapital und Sozialkapital, inklusive dessen Dimensionen, Vertrauensaspekten und Bedeutung des sozialen Umfelds, dargelegt.
4 DIE TRANSFORMATION VON SOZIALKAPITAL IN ÖKONOMISCHES KAPITAL: Dieses Hauptkapitel analysiert, wie durch unterschiedliche Netzwerkqualitäten und Instrumente wie Networking-Parties oder Crowdfunding direkt oder indirekt Kapital transformiert wird.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Relevanz der Netzwerkpflege zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit zukünftiger Forschung zur bewussten Nutzung dieser Strategiealternative.
Sozialkapital, Ökonomisches Kapital, Entrepreneurship, Netzwerk, Gründungsprozess, Ressourcenakquise, Kapitaltransformation, Vertrauen, Crowdfunding, Schwache Beziehungen, Starke Beziehungen, Unternehmenserfolg, Netzwerkmix, Geschäftsmodell, Finanzstruktur.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Sozialkapitals bei der Unternehmensgründung und der Frage, wie Gründer ihr soziales Netzwerk gezielt für ökonomischen Erfolg einsetzen können.
Zentrale Themen sind die Definition und Dimensionen von Sozialkapital, die Wirkung von Netzwerkstrukturen (stark/schwach) sowie die Transformation von sozialen Beziehungen in materielle Ressourcen.
Ziel ist es, den Transformationsprozess von Sozialkapital in ökonomisches Kapital theoretisch zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie dies die Finanzstruktur von Start-ups positiv beeinflussen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Einordnung der Thematik in bestehende bourdieusche Kapitaltheorien sowie aktuelle unternehmerische Forschungsmodelle.
Im Hauptteil werden die Netzwerkqualität (starke vs. schwache Bindungen), der Einfluss von Vertrauen, sowie praktische Beispiele wie Networking-Parties und die Plattform Kickstarter untersucht.
Die zentralen Schlagworte umfassen Sozialkapital, Transformation, ökonomischer Erfolg, Netzwerkqualität und Ressourcenakquise.
Das Umfeld prägt den Entrepreneur, wobei ein besseres sozio-ökonomisches Milieu den Zugang zu hochqualitativen Geschäftsbeziehungen und Ressourcen erleichtert.
Die Transformation ist komplex, da soziale Ansprüche oft durch Reziprozitätserwartungen und zeitliche Unsicherheit gekennzeichnet sind, was eine einfache Übertragung im Vergleich zu klassischen Handelsgeschäften erschwert.
Kickstarter bietet eine Alternative zu klassischen Finanzquellen, indem es Gründern ermöglicht, finanzielle Mittel über eine breite Community mittels Anreizsystemen („Rewards“) zu generieren.
Die Messbarkeit ist aufgrund fehlender einheitlicher Standards und der immateriellen Natur des Sozialkapitals äußerst schwierig, kann aber punktuell durch die Aktivitäten in spezifischen Netzwerkmodellen quantifiziert werden.
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