Diplomarbeit, 2012
76 Seiten
1 Einleitung
2 Aggression
2.1 Definition von Aggression
2.2 Formen von Aggression
2.3 Exkurs: Abgrenzung der Begriffe Aggressivität und Gewalt
3 Erklärungsansätze für das Auftreten aggressiven Verhaltens
3.1 Die Frustrations-Aggressions-Theorie
3.2 Der kognitiv-neoassoziationistische Ansatz
3.3 Die sozial-kognitive Lerntheorie
3.4 Zusammenfassung der aufgeführten Theorien
4 Modelle zur Erklärung der Entstehung von aggressivem Verhalten
5 Erklärungsansatz zum Phantasiebegriff
6 Exkurs: Seelische Gesundheit und Rachephantasien
7 Theoretischer Hintergrund zum Rachebegriff
7.1 Formen von Rache
7.2 Rache als Phantasie – Rache als Handlung
7.3 Auslösebedingungen einer Rachehandlung
7.3.1 Soziale Zurückweisung
7.3.2 Machtlosigkeit
7.3.3 Geringschätzung
7.3.4 Erlebte Ungerechtigkeit
8 Geschichtlicher Hintergrund zur Rachethematik
8.1 Gesellschaft, kulturelle Einflüsse und Rache
8.2 Rache in der heutigen Zeit
9 Psychologische Aspekte zu Rache
10 Rache und Persönlichkeitsmerkmale
11 Entwicklung der Emotionsregulation
11.1 Ärger und seine Regulierung
11.2 Teilaspekte der Ärgerregulierung
12 Zusammenfassung
13 Zielsetzung der vorliegenden Arbeit
14 Hypothesen
14.1 Faktorenanalytische Überprüfung der Dimensionen
14.2 Kinder im Grundschulalter haben Rachephantasien
14.3 Zusammenhang zwischen direkt und indirekt aggressiven Verhaltensweisen und Rachebefürwortung- und ablehnung
14.4 Zusammenhang zwischen Rachebefürwortung, Racheablehnung und negativer Emotionalität
14.5 Zusammenhang zwischen emotionaler Kontrolle und Rachebefürwortung
14.6 Geschlechterunterschiede bei Rache und emotionaler Kontrolle
15 Methode
15.1 Stichprobe
15.2 Material
15.2.1 Aggression
15.2.2 Rachephantasien
15.2.3 Emotionsregulation
15.3 Durchführung
16 Ergebnisse
16.1 Aggressions- und Emotionsregulationsskala
16.2 Racheskala
16.3 Faktorenanalyse der Racheskala
16.4 Überprüfung der Hypothesen
16.4.1 Hypothese 1
16.4.2 Hypothese 2
16.4.3 Hypothese 3
16.4.4 Hypothese 4
16.4.5 Hypothese 5
16.4.6 Hypothese 6
17 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Rachephantasien bei Kindern im Grundschulalter. Das primäre Forschungsziel ist die Erprobung und Auswertung einer neu entwickelten Skala zur Erfassung dieser Rachephantasien, wobei zudem die Zusammenhänge mit direktem und indirektem aggressivem Verhalten sowie der Emotionsregulation mittels emotionaler Kontrolle beleuchtet werden.
1 Einleitung
In den letzten Jahren kam es an verschiedenen Schulen weltweit immer wieder zu Amokläufen von Schülern, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zogen und diverse Diskussionen z.B. über den Umgang mit gewalthaltigen Computerspielen, über das Aggressions- und gewaltpotential von Kindern und Jugendlichen sowie die Prävention von solch schweren Gewalttaten hervorriefen. Gerade bei jugendlichen Amokläufern ist häufig die Rede von bestimmten Phantasien, die sie im Vorfeld der Tat hegen und die zum Teil extrem gewalthaltigen Inhalts sind (vgl. Robertz & Wickenhäuser, 2010). In solchen Phantasien geht es u.a. um die Schädigung anderer, z.B. von Mitschülern oder Lehrern, die nicht selten gerächt werden sollen, weil sie aus Sicht der Täter für deren eigene Lebenssituation und daraus resultierende Probleme verantwortlich gemacht werden.
Grundlage der vorliegenden Arbeit war die Frage, ob Kinder im Grundschulalter bereits Rachephantasien haben, wie sie diese bewerten und ob sie geneigt wären, solche Phantasien auch in die Tat umzusetzen. Aufgrund des thematischen Zusammenhangs wurden die Themengebiete Aggression und Emotionsregulation in die Arbeit integriert.
Zum Untersuchungszeitpunkt der Fragebogenstudie gab es bislang keine weitere Studie, die sich konkret mit Rachephantasien bei Kindern im Grundschulalter beschäftigt.
Von dem Thema Aggression ausgehend, das sich vor allem bezüglich des Kindes- und Jugendalters als viel beachtetes Thema erweist, ist anzunehmen, dass Rachephantasien in Verbindung mit aggressionsbezogenen Phantasien stehen. Dabei ist vor allem die Entstehung aggressions- und rachebezogener Phantasien vor dem Hintergrund der kognitiven Vorgänge und Funktionen von Bedeutung. Die Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt, deren Interpretation, der Vergleich und die Erinnerung mit bzw. an vorangegangene Ereignisse und die Handlungsentscheidung am Ende eines solchen Verarbeitungsprozesses legen die Vermutung nahe, dass Phantasien innerhalb dieses Prozesses auftreten und an der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Handlung beteiligt sein können.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext von Gewalt und Rachephantasien bei Kindern und formuliert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Existenz und Bewertung solcher Phantasien im Grundschulalter.
2 Aggression: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Aggression, differenziert verschiedene Ebenen und Formen des aggressiven Handelns und grenzt Aggression von Gewalt sowie Aggressivität ab.
3 Erklärungsansätze für das Auftreten aggressiven Verhaltens: Es werden zentrale naturwissenschaftliche, philosophische und psychologische Theorien vorgestellt, welche die Ursprünge von Aggression zu erklären versuchen.
4 Modelle zur Erklärung der Entstehung von aggressivem Verhalten: Hier stehen moderne Modelle wie das soziale Informationsverarbeitungsmodell (SIP) und das General Aggression Model (GAM) im Fokus, die den Weg vom auslösenden Reiz zur Handlung beschreiben.
5 Erklärungsansatz zum Phantasiebegriff: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung und psychische Funktion von Phantasie als Konstrukt sowie deren Rolle bei der Verarbeitung von Ängsten und Erlebnissen.
6 Exkurs: Seelische Gesundheit und Rachephantasien: Ein Exkurs zu Ansätzen der Psychohygiene, der die Unterscheidung zwischen Phantasie und Tat betont und Rachegedanken als mögliches Ventil für belastende Gefühle thematisiert.
7 Theoretischer Hintergrund zum Rachebegriff: Das Kapitel definiert Rache als Handlung zur Ausgleichung von erlittenem Unrecht und diskutiert die Auslösebedingungen sowie verschiedene Racheformen.
8 Geschichtlicher Hintergrund zur Rachethematik: Der geschichtliche Abriss zeigt die Wandlung der Rache vom archaischen "Auge um Auge" bis hin zur heutigen gesellschaftlichen Ächtung und Bedeutung des Rachebegriffs.
9 Psychologische Aspekte zu Rache: Es werden psychologische Funktionen der Rache, wie die Wiederherstellung des Selbstwertgefühls oder Abwehr von Verletzungen, anhand von Konzepten wie dem Narzissmus erörtert.
10 Rache und Persönlichkeitsmerkmale: Dieses Kapitel untersucht, welche individuellen Persönlichkeitsmerkmale und dispositionsbedingten Faktoren die Tendenz zu Rachehandlungen beeinflussen.
11 Entwicklung der Emotionsregulation: Die Entwicklung der Fähigkeit zur Emotionsregulation im Kindesalter wird dargelegt, mit speziellem Fokus auf die Ärgerregulierung als Mediator bei Racheimpulsen.
12 Zusammenfassung: Es erfolgt eine Synthese der behandelten Themen Aggression, Rache und Emotionsregulation, die verdeutlicht, warum letztere bei der Bewältigung racheauslösender Situationen entscheidend ist.
13 Zielsetzung der vorliegenden Arbeit: Definition der Zielsetzung der empirischen Studie, die eine Skala zu Rachephantasien bei Drittklässlern erprobt.
14 Hypothesen: Darstellung der aufgestellten Hypothesen, die sich mit der faktorenanalytischen Struktur, dem Auftreten von Rachephantasien und deren Zusammenhängen mit Aggression, emotionaler Kontrolle und Geschlechterdifferenzen befassen.
15 Methode: Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten Fragebogeninstrumente und der Durchführung der Studie an Grundschulen.
16 Ergebnisse: Darstellung der statistischen Analysen, einschließlich der Itemanalyse, der Faktorenstruktur der Racheskala und der Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
17 Diskussion: Interpretation der Studienergebnisse, Reflexion der Limitationen sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der Rachephantasien und Aggressionsprävention.
Aggression, Rachephantasien, Emotionsregulation, Ärgerregulierung, Grundschulalter, Sozial-kognitive Lerntheorie, Rachebefürwortung, Racheablehnung, Modelllernen, Gerechtigkeitsempfinden, Psychohygiene, Persönlichkeitsmerkmale, Empirische Studie, Fragebogen
Die Arbeit untersucht, ob und wie Kinder im Grundschulalter (dritte Klasse) Rachephantasien entwickeln, wie sie diese bewerten und ob Zusammenhänge zu aggressiven Verhaltensweisen und der Fähigkeit zur Emotionsregulation bestehen.
Die zentralen Themenfelder umfassen Aggressionsmodelle, die psychologische Bedeutung von Rache und Rachephantasien sowie die Entwicklung und Rolle der Emotionsregulation und Ärgerbewältigung bei Kindern.
Das primäre Ziel ist die Erprobung und statistische Auswertung einer neu entwickelten Skala zu Rachephantasien, um deren Dimensionen zu identifizieren und Beziehungen zu direktem sowie indirektem aggressivem Verhalten empirisch zu prüfen.
Es wird eine quantitative Fragebogenstudie durchgeführt, bei der N=103 Grundschulkinder befragt wurden. Die Daten wurden mittels Itemanalyse, Faktorenanalyse und verschiedenen statistischen Tests (t-Test, Korrelationen) ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Aggressionstheorien, Rachekonzepten und Emotionsregulation sowie den empirischen Teil, der die Methoden der Datenerhebung und die statistischen Ergebnisse der Faktorenanalyse und Hypothesenprüfung darstellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Rachephantasien, Aggressionsskala, Emotionsregulation, Rachebefürwortung und -ablehnung sowie psychohygienische Aspekte der Rache geprägt.
Laut den Ergebnissen und Theorien der Arbeit ist die Rachephantasie ein innerer Reflexionsprozess, der im Gegensatz zur tatsächlichen Handlung ("Ausagieren") eine Möglichkeit bietet, Wut zu verarbeiten, ohne jemanden real zu schädigen.
Die Studie untersuchte, ob Jungen und Mädchen Unterschiede in der Rachebefürwortung und der emotionalen Kontrolle zeigen, wobei die Daten für explorative Analysen zwischen den Geschlechtern genutzt wurden.
Entgegen der ursprünglichen Erwartung eines negativen Zusammenhangs zeigte die Studie einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen Rachebefürwortung und der Fähigkeit zur emotionalen Kontrolle, was die komplexe Rolle der Selbstregulation im Kontext von Rachephantasien unterstreicht.
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